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Jean-Claude Juncker und eine Schweizer Flagge.

Jean-Claude Juncker sagt Adieu. Bild: shutterstock/keystone/watson

Juncker zieht zum Abschied Bilanz – das sagt er über die Schweiz



Mit einer launigen Bilanz seiner Erfolge und Niederlagen hat sich EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker von den Europäern verabschiedet. Der 64-jährige Luxemburger gibt sein Amt am Samstag nach fünf Jahren an Ursula von der Leyen ab.

«Es ist kein Geheimnis, dass Europa die grosse Liebe meines Lebens ist und immer bleiben wird», schrieb Juncker am Freitag in einer Kolumne für das Portal «Politico». «Die vergangenen fünf Jahre waren kein Picknick. Es gab schwierige Momente, die mir im Gedächtnis geblieben sind, und es gab sehr schöne Erinnerungen an sehr besondere Momente», schrieb Juncker.

Zum Abschied teilte Juncker noch einmal etliche Anekdoten, so etwa, dass sein uraltes Nokia-Handy einst vom früheren französischen Präsidenten Jacques Chirac abgehört wurde oder dass er auf Zypern genug Halloumi-Käse für den Rest seines Lebens aufgetischt bekommen habe. «Ich habe ihnen das nicht erzählt, aber ich bin kein grosser Fan dieses Gummizeugs», schrieb Juncker.

Zu den schwierigen Zeiten zählte er die Griechenland-Krise 2015 sowie die EU-kritischen Referenden in den Niederlanden, in Dänemark, der Schweiz und schliesslich die britische Entscheidung zum EU-Austritt.

Zur Schweiz schreibt er unter der Überschrift «unerwiderte Liebe»:

«Ich persönlich habe 23 Mal mit vier aufeinanderfolgenden Schweizer Präsidenten gesprochen, und meine Kommission hat 32 Runden technischer Verhandlungen geführt, um ein Abkommen zwischen der EU und der Schweiz über unsere künftigen Beziehungen abzuschliessen. Alle Elemente liegen auf dem Tisch und wir haben einen Text. Es ist frustrierend, dass wir es nicht über die letzte Hürde schaffen - und ein perfektes Beispiel dafür, wie hart Verhandlungen sein können (für jeden, der derzeit an Verhandlungen interessiert ist).»

Jean-Claude Juncker über die Schweiz

Swiss Federal President Doris Leuthard, left, welcomes European Commission President Jean-Claude Juncker during Juncker's official visit in Bern, Switzerland, Thursday, November 23, 2017. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundespräsidentin Doris Leuthard begrüsst Jean-Claude Juncker in Bern am 23. November 2017. Bild: KEYSTONE

«In den vergangenen Jahren habe ich mich oft wie Europas Familientherapeut gefühlt, der versuchte, jeden glücklich und an Bord zu halten», meinte Juncker. Nun werde er früher ausscheiden als die Briten - was ihn nicht unglücklich mache, «denn es bricht mir das Herz zu sehen, wie ein Mitglied unsere Union verlässt».

Als Höhepunkte seiner Amtszeit strich er unter anderem das Pariser Klimaabkommen von 2015 und den 60. Geburtstag der EU in Rom 2017 heraus sowie die Abschaffung der Handy-Roaming-Gebühren 2017. Als besonderes Kompliment sieht er die Namen, die ihm US-Präsident Donald Trump verliehen habe: «Tough cookie» (in etwa: harter Hund) und «brutal killer».

Und auch vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der der Nato kürzlich den «Hirntod» bescheinigt hatte, verabschiedete sich Juncker mit einer Spitze: «Europa muss eine starke Säule der Nato bleiben, die weniger ‹hirntot› ist als in einem leichten Dämmerschlaf, aus dem sie leicht geweckt werden kann.» (sda/apa/dpa)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • landre 29.11.2019 19:03
    Highlight Highlight Deutsch, französisch, italienisch oder gar Romantsch, die abtretende EU-Exekutive hatte mit der Schweiz mehr als nur zwei sprachliche Grundsteine der EU zur Verfügung...Bzw. (In-) Direkte Demokratie.
    (Auch wenn manche der mächtigsten EU-Institutionen in Belgien sitzen und besitzen...)
  • JoeMuc 29.11.2019 18:55
    Highlight Highlight Ich kenne wenige in der Politik die auch die Misserfolge nennen. Ich als EU Bürger finde er hat nen ordentlichen Job gemacht. Dass das so mancher Schweizer anders sieht bringt die Sache wohl mit sich ;-)

    Und obs unsere Uschi besser macht werden wir sehen.

    Alles gute Tough cookie :-P
  • Locutus70 29.11.2019 18:07
    Highlight Highlight «Es ist kein Geheimnis, dass Europa die grosse Liebe meines Lebens ist und immer bleiben wird» - seine Hauptaufgabe war es Luxemburg schön unter dem Radar zu halten. Stichwort: Niedrigstbesteuerung von multinationalen Konzernen und für gesamte EU, Einnahmen aus Gebühren und Steuern für die ganzen "EU-Hilfstöpfe" - wollen wir mal schauen, ob die neue Kommission das so weiter laufen lässt. Möglich wäre es, denn Luxemburg ist ja der treueste Partner der EU ^^
    • Juliet Bravo 29.11.2019 20:24
      Highlight Highlight Da sind wir ja auch gern mit dabei, oder?
  • K1aerer 29.11.2019 17:44
    Highlight Highlight Dieser Juncker hat noch ernsthaft das Gefühl, dass die Schweiz einen schlechten Deal abschliesst. Von ihm kommt doe glorreiche Idee ein Schiedsgericht, das noch von EU bestimmt wird, einzuführen. Einen Knebelvertrag ausarbeiten und dann das Gefühl haben, den noch zu unterschreiben. Wenn er nicht verstehen will, dass alles in der Schweiz vom Volk abgesegnet werden muss, istbes sein Problem.
  • Der Rückbauer 29.11.2019 17:01
    Highlight Highlight Herr Juncker untersuchte als Kommissionspräsident der EU jene krummen Touren, die er als vorgehender Finanzminister von Luxemburg gegen die EU gedreht hatte. Das geflügelte Wort "Juncker gegen Juncker" wird mir in Erinnerung bleiben. Daran messe ich Herrn Juncker. Ich wünsche ihm alles Gute mit seiner üppigen Pension. Auf dass er sich jetzt einige Gläschen mehr genehmigen kann.
  • paule 29.11.2019 16:55
    Highlight Highlight Wen erstaunt es hier, dass wir seine grosse Liebe zur EU nicht teilen können.
    • Florotor 30.11.2019 08:31
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt mich.

      Meine Grossmutter war Jahrgang 1914. Sie erlebte eine knallharte Kindheit in einem vom Krieg ruinierten Europa, in dem die Schweiz überhaupt gar nichts war.

      Ihre besten Jahre investierte sie in die Zeit des zweiten Kriegs, der Europa richtig ruinierte und 20 Jahre Not und Elend brachte.

      Sie hat uns zeitlebens gemahnt, nie zu vergessen, was für verwöhnte kleine Bälger wir sind, in einer Zeit von Frieden und Wohlstand geboren und ohne jeden Begriff der Not.

      Gott hab sie selig!

      Ich liebe die EU und die politische Zusammenarbeit, den freien Verkehr und den freien Handel.
  • Gonzolino_2017 29.11.2019 16:49
    Highlight Highlight Aus seiner Sicht genannte Höhepunkte seiner Amtszeit: Klimaabkommen, 60. Geburtstag der EU und die Abschaffung der Handy Roaminggebühren ... na ja, damit ist alles gesagt!
  • MartinZH 29.11.2019 16:16
    Highlight Highlight Wir Schweizer werden den "harten Hund", Jean-Claude Juncker, in Zukunft noch vermissen: Als Kleinstaat inmitten von Europa, war es sicher besser, wenn ein Luxemburger EU-Kommissionschef ist, als Ursula von der Leyen vom "Grossen Kanton". Beruhigend ist jedoch, dass sie in ihrer bisherigen Polit-Karriere zwar schon sehr viel angefasst, es dann aber doch nie ganz zu Ende gebracht hat, weil sie stets wieder in einem neuen Amt untergekommen ist. Hoffen wir, dass das so bleibt und sich die Verhandlungen auch weiter hinziehen werden. Für die CH sicher das Beste, ein Dank an unsere harten Diplomaten!
  • Korrekt 29.11.2019 15:53
    Highlight Highlight "Es ist frustrierend, dass wir es nicht über die letzte Hürde schaffen" - Es ist eben mehr als nur eine Hürde. Ausser man will immer noch nicht einsehen, dass das Volk in der Schweiz ein Mitspracherecht hat.
  • Chrigi-B 29.11.2019 15:21
    Highlight Highlight "Es ist frustrierend, dass wir es nicht über die letzte Hürde schaffen - und ein perfektes Beispiel dafür, wie hart Verhandlungen sein können (für jeden, der derzeit an Verhandlungen interessiert ist)."

    Tja lieber Herr Bürokrat, dass schweizerische Volk hat das letzte Wort. Das ihnen das nicht passt, ist so klar wie das Amen in der Kirche. Politiker wie sie machen halt lieber irgendwelche Hinterzimmerdeals, als die Bevölkerung abstimmen zu lassen. Stand heute, ist der gedruckte Abstimmungstext nicht mal die Tinte und das Papier wert. Das NEIN wäre zum Glück überwältigend.
  • Chrisiboy 29.11.2019 15:16
    Highlight Highlight Tja Herr Juncker, da wurde verhandelt und ein Abkommen liegt auf dem Tisch und hätten wir eine repräsentative Demokratie, wäre es schon längst unterzeichnet. Aber die Schweiz hat nun mal eine andere Demokratieform, da hat das Volk ein gewichtiges Wort mitzureden und das will dieses Abkommen nicht.
    Die Schweiz tut gut daran sich nicht an der EU zu beteiligen, Handel ist absolut okay und wIrd auch in Zukunft stattfinden, aber ein Rahmenabkommen wie es sich die EU Technokraten ausgemalt haben, kommt nicht in Frage.
    • Martel 29.11.2019 15:26
      Highlight Highlight Gab es jemals eine Volksabstimmung über das Rahmenabkommen?
    • P. Silie 29.11.2019 15:37
      Highlight Highlight "wie es sich die EU Technokraten ausgemalt haben"

      ...oder auch ein paar Politiker bei uns, die insgeheim noch immer dem Club beitreten möchten.. 😉

      Demokratie ist halt schon was tolles, wenn bloss das dämliche Stimmvolk nicht wäre.
    • Liselote Meier 29.11.2019 15:41
      Highlight Highlight Nein das Problem liegt in der Schweiz. Ja die Schweiz hat eine andere Form, da müsste man halt die Bevölkerung mit einbeziehen. Und dann Verhandeln. Und wenn die Bevölkerung schon Grundsätzlich Nein sagt muss man nicht verhandeln gehen

      Beim Mercosur-Abkommen ist es ja genau gleich, da wird Fix Fertig ein Abkommen ausgehandelt, hauptsächlich zum Profit gewisser Firmen die jeweils mit am Tisch sitzen ohne die Bevölkerung mit einzubeziehen.

      Mitreden kann die Bevölkerung in der Schweiz nicht, kann nur Ja oder Nein sagen nach einer Bearbeitungskampagne. So läuft es seit jeher in diesem Lande.
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