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«Einsammeln und wegbringen»: Orban will mehr als eine Million Flüchtlinge aus Europa abschieben

Hungarian Prime Minister Viktor Orban attends a press conference after the EU summit in Bratislava Friday, Sept. 16, 2016. The EU summit, without the participation of the United Kingdom, kicked off the discussion on the future of EU following Brexit. (AP Photo/Ronald Zak)

Ungarns Premier Viktor Orban am EU-Gipfel in Bratislava vergangene Woche. Bild: Ronald Zak/AP/KEYSTONE



Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban plädiert dafür, mehr als eine Million Flüchtlinge aus Europa abzuschieben und in grosse Flüchtlingslager ausserhalb der EU zu stecken: «Alle, die illegal gekommen sind, sollte man einsammeln und wegbringen.»

«Aber nicht in andere (EU-)Länder, sondern in Gebiete ausserhalb der EU», sagte der rechtskonservative Politiker am Donnerstag dem ungarischen Nachrichtenportal «Origo».

Ausserhalb der EU sollte man «von bewaffneten EU-Kräften gesicherte, mit EU-Geld finanzierte grosse Flüchtlingslager» errichten, meinte Orban. Die Betroffenen sollten dort Asylanträge stellen können und erst dann weitergelassen werden, wenn sie ein EU-Land aufnehme.

«Bis dahin müssen sie sich aber in den grossen, ausserhalb der EU gelegenen Lagern aufhalten. Es kann eine Insel sein oder irgendein Abschnitt der nordafrikanischen Küste», sagte Orban.

Prison inmates are manufacturing razor wire used on the fences Hungary has built on its borders with Serbia and Croatia to stop the flow of migrants and refugees, in Marianosztra, Hungary, Wednesday,. Sept. 21, 2016. Prime Minister Viktor Orban has announced plans for a second fence on the Serbian border against a possible surge of people along the Balkan route toward western Europe but rights advocates see the barrier as Hungary’s first step in the dismantling of its asylum system. (AP Photo/Andras Nagy)

Ungarischer Stacheldraht an der Grenze zu Serbien und Kroatien. Unter der Regierung Orban wird eine harte Linie gegen Flüchtlinge vertreten. Bild: AP/ap

Orban praktiziert in Ungarn eine Politik der Abschottung gegenüber Flüchtlingen. Seit einem Jahr stehen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien stacheldrahtbewehrte Zäune. Am 2. Oktober findet auf Initiative der Regierung ein Referendum statt, bei dem die Bürger EU-Quoten zur Verteilung von Asylbewerbern über die Mitgliedsländer ablehnen sollen. (wst/sda/dpa)

Das passierte vor einem Jahr: Ungarn schliesst die Grenzen – und verschärft die Gesetze

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hirnwinde 22.09.2016 13:15
    Highlight Highlight Ein wirklich guter Vorschlag, sachgerecht, kosteneffizent und viel humaner als die elenden illegalen Einreisen auf rostigen Kähnen und in tödlichen Kühltransportern.
    Weil es Herr Orban auspricht, wird dieser Vorschlag selbstredend reflexartig in grösster Empörung verurteilt.
    Schade für die Flüchtlinge, dass wir hier so dumm sind.
    18 11 Melden
    • Sapere Aude 22.09.2016 15:22
      Highlight Highlight Der Vorschlag ist nicht wirklich gut durchdacht. Die Deportation von einer Million Flüchtlingen auf humane Art und Weise wird logistisch kaum machbar sein. Ausserdem stellt sich die Frage wo genau den diese Lager stehen sollen, wenn sie denn nicht in der EU sein sollten.
      Die Türkei, Libanon, und Jordanien beherbergen selbst bereits 5-7 Millionen Flüchtlinge.
      Syrien/Irak/Libyen sind zu unsicher.
      Evtl. wären Ägypten/Algerien oder Marokko eine Möglichkeit, diese Länder sind aber bei weiten nicht stabil und die Menschenrechtslage ist sehr ungewiss. Bleibt Tunesien, dass wohl zu klein ist.
      5 9 Melden
    • Sapere Aude 22.09.2016 15:26
      Highlight Highlight Ausserdem wird wohl keines der genannte Länder bereit sein Millionen von Menschen aufzunehmen ohne zu wissen ob diese je eine Einreisemöglichkeit in die EU hat. Zuerst bräuchte es langwierige Verhandlungen ohne einen sicheren Ausgang. Es wäre vernünftiger das Botschaftsasyl wieder einzuführen, damit würde man vorhandene Strukturen nutzen können und die Fluchtwilligen wüssten bereits am Ursprungsort ob sie Chance auf Aufnahme haben oder nicht.
      6 6 Melden
    • Fabio74 22.09.2016 17:46
      Highlight Highlight Der Vorschlag ist nicht zu Ende gedacht.
      Glaubst du ernsthaft irgendein Staat lässt sich in seine Hoheitsrechte reinreden und gibt Teil seines Territoriums ab für Camps.
      Nebenbei beherbergen die Staaten rund um Syrien Millionen von Flüchtlingen
      4 4 Melden
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  • Roterriese 22.09.2016 12:48
    Highlight Highlight Orban handelt, während Mutti schläft und Durchhalteparolen raus gibt.
    22 14 Melden
    • Fabio74 22.09.2016 17:47
      Highlight Highlight Orban quasselt, während andere handeln
      Man kann vieles sagen, wenn man aber nicht auch noch sagt, wie es umzusetzen ist und wie es zu finanzieren ist.
      Ungarn könnte ja Territorium der EU dafür zur Verfügung stellen.
      3 9 Melden
  • saukaibli 22.09.2016 12:18
    Highlight Highlight Dass Orban ein Befürworter von (Flüchtlings-) Ghettos ist, wundert nun ja sicher niemanden. Mich wundert es aber, dass man einen asozialen Rechtsextremen wie Orban als "rechts-konservativ" bezeichnet, das ist wohl die Verharmlosung des Jahres.
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