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Waxing gegen Rechts: Frisörin provoziert mit Hitler-Plakat

Provokant, aber wirksam: Adolf Hitler als Protestplakat.
Provokant, aber wirksam: Adolf Hitler als Protestplakat.
Bild: facebook/boderwerk

«Waxing gegen Rechts»: Diese Coiffeuse reisst Hitler das Bärtchen von der Oberlippe

10.03.2016, 15:2810.03.2016, 16:11

Die Flüchtlingskrise ist in ganz Europa seit Monaten eines der dominierendsten Themen. Vor allem aus Deutschland erreichen uns immer wieder Nachrichten von Anschlägen auf geplante Flüchtlingsheime oder ähnliches. Und auch die ersten Erfolge, die die AfD («Alternative für Deutschland») bei Kommunalwahlen einfahren konnte, deuten auf ein wachsendes Rechtsradikalismus-Problem in unserem Nachbarland hin.

Dass diese Entwicklung jedoch vielen Deutschen ein Dorn im Auge ist, zeigen diverse Protest-Aktionen. Ein entsprechendes Vorzeigebeispiel liefert Ursula Gresser, Coiffeuse in der bayrischen Kleinstadt Cham: Sie bietet seit ein paar Tagen in ihrem Salon «Boderwerk» ein «Waxing gegen Rechts» an.

Mit einem provokanten Video macht die junge Frau via Facebook auf die Aktion aufmerksam. Zu sehen ist Adolf Hitler, dem mit einem Ruck das Bärtchen von der Oberlippe gerissen wird:

Und das steckt dahinter: Für jeden Kunden (und jede Kundin), der sich in ihrem Salon frisieren, rasieren oder waxen lässt, spendet der Salon einen Euro an «Exit» – eine Organisation, die Aussteigern aus der rechtsradikalen Szene zurück ins Leben hilft.

«Wir glauben, dass jeder etwas tun kann. Gegen eine bestimmte Art zu denken. Oder besser: nicht zu denken», steht in dicken Buchstaben auf dem Flyer, der für die Aktion wirbt. Doch mit Facebook und Flugblättern ist es nicht getan: Das wohl auffälligste Werbemittel für die Aktion hängt seit Freitag gleich am Eingang des Coiffeur-Ladens. Wer in den letzten paar Tagen an dem Salon vorbeigelaufen ist, wird Adolf Hitlers Konterfei wohl kaum übersehen haben.

Ursula Gresser im Eingang ihres Coiffeur-Salons.
Ursula Gresser im Eingang ihres Coiffeur-Salons.
bild: idowa

Für ihre Protestaktion erntet die 28-jährige Coiffeuse jede Menge Applaus: «Super Ursu!», «Sehr geil!» und «Das ist mal was!» – so oder so ähnlich lautet der Tenor in den Kommentaren auf Facebook. Doch auch jene Menschen, die Gresser mit dem Plakat anprangern will, sind auf die Aktion aufmerksam geworden – und haben entsprechend reagiert:

Als die junge Frau am Montagmorgen zu ihrem Laden kommt, ist die Tür mit NPD-Aufklebern zugepflastert. Darauf sind Sprüche wie «MARIA statt SCHARIA» und «NATÜRLICH DEUTSCH» zu lesen. Doch statt sich einschüchtern zu lassen, postet Gresser ein Foto davon auf Facebook und schreibt dazu: «Hoffe ihr hattet alle ein schönes Wochenende.»

Im Interview mit dem Newsportal idowa.de fügt die Coiffeuse hinzu: «Das war zu erwarten.» Sie findet die Art der Reaktion eher amüsant. «Das war ein Eigentor für die», meint sie. (viw)

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