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Nei, aber nei: «Asylanten, Finger weg von unseren Frauen!»
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FPÖ-Video, voll grabsch-grabsch: «Sehr geehrte Herren Asylanten. Finger weg von unseren Frauen!»

Ein FPÖ-Politiker aus Graz spielt sich in einem Video als Verteidiger der österreichischen Frauen vor übergriffigen Asylbewerbern auf. Der Spot wirkt unfreiwillig komisch.

01.06.16, 19:15 02.06.16, 06:59


Ein Artikel von

«Politik mit Herz, Hirn und Hausverstand», verspricht Armin Sippel auf seiner Webseite. In einem Video, das er auf Facebook verbreitet hat, zeigt der FPÖ-Lokalpolitiker aus Graz, was er darunter versteht.

Sippel, Chef der FPÖ-Fraktion im Gemeinderat, wendet sich in dem Film an «die sehr geehrten Herren Asylanten». Weil aus mehreren deutschen Städten von sexuellen Übergriffen von Migranten auf Frauen berichtet wurde, sieht sich Sippel berufen, den Asylbewerbern «Verhaltensregeln» zu übermitteln.

Zur besseren Veranschaulichung hat sich der frühere Waldorfschüler eine Schaufensterpuppe mit blonder Mähne zur Seite gestellt. An ihr erklärt der FPÖ-Mann, wie «mit unseren Frauen» umzugehen sei.

Unter anderem dürfe man in Graz Frauen weder provokant nachschauen noch nachpfeifen. Damit das auch arabische Migranten verstehen, hält ein Helfer dazu ein Schild mit dem Wort «Nein» in die Kamera. Dabei hat Sippel jedoch die Buchstaben vertauscht. Statt dem arabischen Wort «la» (nein) steht dort «al», also der arabische Artikel.

Dann führt der 36-Jährige fort: «Was man bei uns bestimmt nicht macht, ist beispielsweise in einer Diskothek Frauen zu bedrängen, ihnen an den Po zu fassen oder gar an den Busen zu fassen.» Um seine Worte zu untermauern, macht Sippel genau das: Er gibt der Puppe einen Klaps auf den Hintern und greift ihr an die Brust.

«Was man bei uns bestimmt nicht macht, ist beispielsweise in einer Diskothek Frauen zu bedrängen, ihnen an den Po zu fassen oder gar an den Busen zu fassen.»

Dass der Politiker aus der Steiermark selbst ein antiquiertes Frauenbild vertritt, zeigt er spätestens zum Ende seines Kurzvideos. Sippel sagt: «Finger weg von unseren Frauen!» Ganz so, als seien österreichische Frauen Eigentum des Mannes.

Der Spott für den FPÖ-Mann liess bei Facebook nicht lange auf sich warten. Manche halten den Clip für Satire: «Spielen Sie Ihr fantastisches Programm zurzeit nur in Graz oder kommen Sie damit auch in die Bundeshauptstadt?», fragt ein Kommentator. «Darf man Ihnen bei einer anschliessenden Autogrammstunde als österreichischer Staatsbürger zumindest ein bisschen zärtlich über den Po streicheln?»

Eine andere Kommentatorin wirft der FPÖ Doppelmoral vor: «Alles Beschriebene von angrapschen über belästigen ist mir als Frau schon passiert. Aber das waren keine Migranten, Flüchtlinge etc., sondern Österreicher, die glauben, sie dürfen sich alles erlauben.»

syd

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin WatsOff 02.06.2016 11:11
    Highlight Warum ist das Video nicht mehr verfügbar?
    1 0 Melden
  • Human 02.06.2016 10:41
    Highlight "Was man bei uns bestimmt nicht macht, ist beispielsweise in einer Diskothek Frauen zu bedrängen, ihnen an den Po zu fassen oder gar an den Busen zu fassen."

    Ahja... kann man das auch mal unseren Männern näher bringen? Die korrekte Ansprache im Video wäre gewesen "Sehr geehrte Herren".
    5 6 Melden
  • Der Werner 02.06.2016 08:33
    Highlight Nur eine Sache: Was bitte hat seine Waldorfschüler-Vergangenheit mit seiner Beschränktheit oder seiner Gesinnung zu tun?

    Ich finde Watson gut, weil die Artikel nicht hetzerisch, nicht übertrieben und angenehm neutral sind.

    Nebensätze wie diesen bleiben bei den Leuten aber leider hängen und schüren Vorurteile, die im vorliegenden Beispiel (also Waldorfschule = konservativ, rassistisch o.Ä.) vollkommen absurd sind. Schade...
    3 6 Melden
  • seventhinkingsteps 02.06.2016 01:43
    Highlight Ich finde die Rechten in Europa sollten sich mal mehr auf die Gemeinsamkeiten ihres Frauenbilds mit dem des fundamentalistischen Islams konzentrieren. Wenn man sich lieb hat wirds einem von ganz selbst warm ums Herz, auch ganz ohne Hand an der Brust.
    35 13 Melden
    • Max Muster (1) 02.06.2016 07:19
      Highlight Und ich finde, die Linken und die Rechten sollten sich mal mehr konzentrieren
      33 3 Melden
    • Anaalvik 03.06.2016 10:58
      Highlight @Max: Auf mein Decolleté, oder meine Hotpants?
      0 1 Melden
  • 11lautin 01.06.2016 23:06
    Highlight Damit die von der FPÖ wieder das Monopol aufs Grapschen haben !
    46 9 Melden
  • zettie94 01.06.2016 23:01
    Highlight Die sind ja noch peinlicher als die SVP :-D
    46 11 Melden
  • TomTayfun 01.06.2016 22:01
    Highlight Jo schleichdiIIIIII FPÖ
    32 8 Melden
  • Raembe 01.06.2016 21:39
    Highlight Originaltext wegnehmen und Diesen hier drüber spielen lassen. Ihr lacht euch kaputt.😂😂😂
    15 4 Melden
    • Der Beukelark 01.06.2016 21:59
      Highlight Das Video hat sowieso sehr viel Parodie-Potenzial. Ich bin gespannt was da für Versionen auftauchen.
      17 5 Melden
  • tipsi 01.06.2016 21:30
    Highlight Danke watson für die Gänsefüsschen bei "unsere" Frauen. Es schaudert mich jedes mal, wenn ich dieses Possesivpronomen in diesem Zusammenhang sehe. Ich bin doch niemandes Besitz!
    90 16 Melden
    • E7#9 02.06.2016 06:37
      Highlight Echt jetzt? Das finde ich ehrlich gesagt voll gesucht und die Reaktion übertrieben. Ihr dürft auch "unsere Männer" sagen. Zumindest hört man das nicht selten. Das hat nichts mit Besitzanspruch zu tun. Unsere Frauen = die Frauen bei uns. Gleich wie unsere Männer, unsere Strassen, unser Wetter, unsere Tiere und Pflanzen... Wetten dass wenn z.B. Wagenknecht von unseren Männern sprechen würde, das nicht mal eine Notiz wert wäre.
      10 8 Melden
    • Froggr 02.06.2016 07:28
      Highlight Hast du auch schonmal "mein Mann" gesagt? Eben
      8 4 Melden
    • 90er 02.06.2016 08:21
      Highlight Froggr, ja aber dann mein ich die Person mit der ich in einer Beziehung bin ;)
      8 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Echo der Zeit 01.06.2016 21:27
    Highlight Ja, Lasst uns unsere Frauen - Das Video ist Peinlich - Der hat Penisneid.
    33 6 Melden
  • Thomas J. aus B. 01.06.2016 21:14
    Highlight Grundsätzlich ist die Sensibilisierung von Neuankömmlingen auf dieses Thema begrüssenswert. Ich würde es einfach schätzen, wenn der konservative Flügel das gern verwendete "unsere" weglassen würde.

    Abgesehen davon geht diese Thematik nebst Asylbewerbern auch Hiesige an, hier würde beim einen oder anderen ein Grundkurs "wie verhalte ich mich Frauen gegenüber" auch nicht schlecht anstehen. Auch wenn es sich z.B. in der Landbeiz gerne auf dumme, flache Anmachen in Richtung Kellnerin beschränkt, Belästigung ist es trotzdem. Auch wenn der Absender ein Alteingesessener und kein Asylbewerber ist.
    76 10 Melden
    • ramonke 01.06.2016 22:24
      Highlight 👍🏼👍🏼👍🏼 absolut wahr
      17 4 Melden
    • Yann 01.06.2016 22:47
      Highlight Als ob Frauengrabscher, ganz unabhängig vom kulturellen Hintergrund, zu wenig aufgeklärt wären... JedeR, egal von wo, weiss dass man Frauen respektieren sollte. Was dann zum Missbrauch führt, sind ganz andere Prozesse, jenseits von fehlendem Wissen, da hilft kein Benimmkurs oder 'Einführung in unsere Kultur'
      15 5 Melden
    • seventhinkingsteps 02.06.2016 01:45
      Highlight Das "unsere" ist für die Rhetorik aber sehr wichtig. Es geht am Ende nicht um die Belästigung, es geht um die Vermeidung einer ethnisch-genetischen Durchmischung auf Grund von Kindern von Ausländern und einheimischen Frauen. Man will die "eigenen" Frauen rein halten von den Immigranten.
      13 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mia_san_mia 01.06.2016 20:47
    Highlight Also eigentlich ist das Thema ja nicht lustig und ich verstehe, dass man diesen Arebern mal sagen muss, wies hier läuft. Aber diese Video ist einfach nur zum lachen 😄
    17 64 Melden
    • Steddybär 01.06.2016 22:32
      Highlight Das sollte man auch vielen aus unserem Land zeigen
      30 5 Melden
  • Stöckli 01.06.2016 20:43
    Highlight Macht euch nur noch länger darüber lustig. Die Wahrheit zu ignorieren bringt uns nicht weiter. Vielleicht befragt ihr doch mal die missbrauchten Frauen von der Silvesternacht in Köln. Mal schauen, wie witzig die eure Ignoranz finden. Aber ja, unsere Asylanten sind ja ausnahmslos alle brav und benehmen sich.
    49 107 Melden
    • Fabio74 02.06.2016 06:55
      Highlight Nein es sind nicht alle brav und anständig. Das ist wohl klar. Ebenso wenig wie die Heuchler und Moralisten rechts aussen sauber sind.
      Aber alle in einen Topf werfen ist falsch.
      Aber euch gehts ja nur drum gegen Ausländer zu sein.und den Untergang des Abendlandes herbei zu reden.
      @simply:Netter Link. Aber nicht wirklich interessant.
      8 1 Melden
  • Der Beukelark 01.06.2016 20:24
    Highlight Liebe Asylbewerber, lasst unsere Schaufensterpuppen in Ruhe! Wir von der FPÖ haben es uns mit den Weibern aus diversen patriarchalischen Gründen verscherzt. Gummi- & Plastikpuppen sind geblieben. Nehmt die Finger davon!
    99 17 Melden
  • Duweisches 01.06.2016 19:50
    Highlight Es greift wirklich um sich, er lässt seine Frau deshalb auch nicht mehr aus der Küche raus...!
    65 12 Melden
  • Kronrod 01.06.2016 19:47
    Highlight Das Problem besteht. Sich darüber lustig machen hilft wenig. Erst gerade letzte Woche wurden in Deutschland systematisch Frauen an einem Musikfestival von Asylbewerbern belästigt (googelt "Schlossgrabenfest Pakistaner"). Und das ist nur ein Fall von vielen. Aber auf Watson kommt sowas ja nicht.
    53 79 Melden
    • Money Matter 01.06.2016 20:03
      Highlight Wo ist denn das gekommen? Blick?
      35 36 Melden
    • Fabio74 01.06.2016 20:13
      Highlight Kronrod: Die FAZ schreibt von 3 Tatverdächtigen aus dem südasiatischen Raums. Könnten Asylbewerber sein.
      Wie immer gilt auch hier aber die Unschuldsvermutung.
      54 27 Melden
    • Slant 01.06.2016 20:38
      Highlight @Money Matter

      Schwache Antwort von dir

      Darüber wurde auf jeder grösseren Seite berichtet.

      http://edition.cnn.com/2016/06/01/europe/germany-concert-sex-assaults/
      29 14 Melden
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