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This December 2015 photo provided by Lululemon shows clothing displayed at Lululemon's Flatiron flagship store in New York. After a couple of tough years, the company known for yoga wear is enjoying a rebound in sales and CEO Laurent Potdevin is optimistic that Lululemon can keep the momentum going. (Brian Berman/Lululemon via AP)

Die Lululemons-Leggings sind sehr beliebt. Bild: AP/Lululemon

«Sie nennen uns Huren» – Lululemon-Leggings-Herstellerinnen beklagen Arbeitsbedingungen



Was ist Lululemon?

Was 1998 vom kanadischen Geschäftsmann Chip Wilson als Yogahosen-Lieferant gegründet wurde, ist heute einer der grössten Sportkleiderhersteller der Welt. Dieses Jahr rechnet die Firma mit einem Umsatz von mehr als 3.8 Milliarden US-Dollar. Die Kleidermarke Lululemon erlebt gerade einen grossen Hype und erfreut sich nicht nur bei Promis und Influencern grosser Beliebtheit.

Um was geht es?

Produziert werden die Lululemon-Kleider in Billiglohnländern wie Bangladesch. Vor wenigen Tagen kündigte die Marke ausserdem eine Partnerschaft mit den Vereinten Nationen an. Das Ziel: Den Stress der Hilfsarbeiterinnen abzubauen und deren psychische Gesundheit zu fördern. Doch ausgerechnet diese Arbeiterinnen beklagen nun menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, wie The Guardian berichtet.

Was beklagen die Arbeiterinnen genau?

Es ist eine Tatsache, dass es sich grösstenteils um junge weibliche Arbeiterinnen handelt, die für grosse Mode-Labels Kleidung herstellen. Die Fast-Fashion-Industrie, unser Konsumverhalten und ein ewiger Preiskampf haben deren Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtert. Sie verdienen quasi nichts mehr und schuften in 14-Stunden-Schichten.

In diesem konkreten Fall geht es jedoch nicht nur um die unzähligen Überstunden und die schlechten Löhne (die Arbeiterinnen verdienen pro Monat weniger als ein Kleidungsstück der Marke im Geschäft kostet). In der Fabrik in Bangladesch, die für Lululemon produziert, kommt es auch regelmässig zu physischer und psychischer Gewalt. So werden die Frauen beispielsweise geschlagen, wenn sie zu spät zur Arbeit erscheinen oder sie werden öffentlich gedemütigt. Auch bei Krankheit wird keine Absenz geduldet. Zudem nennen die Vorgesetzten ihre Mitarbeiterinnen «Huren» und üben mit unerreichbaren Zielen grossen Druck auf sie aus.

Protestors shout slogans calling for better working conditions for garment workers during a May Day rally on Wednesday, May 1, 2013 in Dhaka, Bangladesh. Thousands of garment factory workers paraded through the streets calling for safeguards to be put in place and for the owner of a building that collapsed last week in Bangladesh to be sentenced to death.  (AP Photo/Wong Maye-E)

Proteste in Bangladesch gegen die Arbeitsbedingungen in der Kleiderherstellung. Bild: AP

Wie reagiert Lululemon?

Die Marke verweist auf ihren strengen Verhaltenskodex und bemerkt, dass Verstösse dagegen unter keinen Umständen geduldet werden. Auf der Lululemon-Website ist zu lesen: «Da wir keine eigenen Produktionsstätten besitzen, wählen wir unsere Lieferanten mit grosser Sorgfalt durch einen Screening-Prozess aus, der uns hilft, Lieferanten zu identifizieren, die unsere Unternehmenswerte teilen und solche, die dies nicht tun.»

Die Firma plant, Untersuchungen gegen die besagte Fabrik einzuleiten. Ein Sprecher bestätigte gegenüber «The Guardian»: «Für diese Fabrik sind derzeit keine Aufträge geplant, und wir werden auf der Grundlage der Ergebnisse unserer Untersuchung geeignete Massnahmen ergreifen.»

Die Vereinten Nationen begrüssen den Schritt von Lululemon, da eine faire Behandlung der Mitarbeiterinnen indiskutabel sei.

Was sagt das Unternehmen, dem die Fabrik gehört?

Die Fabrik gehört zur südkoreanischen Youngone Corporation. Die Firma sagte, sie würde sich stark für eine faire und sichere Arbeitsumgebung einsetzen. Es gebe für Mitarbeiter die Möglichkeit, positives oder negatives Feedback zu geben. Bei Beschwerden werde eine interne Untersuchung durchgeführt und bei Bedarf Massnahmen ergriffen.

Und jetzt?

Leider handelt es sich bei Lululemon um keinen Einzelfall. Immer wieder gibt es Schlagzeilen zu den Schattenseiten unserer Fast-Fashion-Industrie. Ändern wird sich erst etwas, wenn wir unseren Konsum ändern. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Unterstützung von Fair-Fashion. Mehr dazu erfährst du hier:

(mim)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Citation Needed 15.10.2019 12:32
    Highlight Highlight Lululemon ist zwar teurer als viele Anbieter (umso fieser, dass nicht mehr gegen Ausbeuter getan wird), die meisten gängigen Bekleidungsfirmen stehen aber punkto Kontrolle der Herstellungsbedingungen nicht besser da.

    https://www.publiceye.ch/de/themen/mode/firmencheck-2019

    Es gibt Plattformen, die faire Produzenten promoten, man muss aber recherchieren (z.B. hier: http://betterfashion.ch/)

    Viele (häufig auch ich selbst) sind zu bequem, sich wirklich gut zu informieren und nur nachhaltig produzierte Mode zu kaufen.
  • one0one 15.10.2019 11:48
    Highlight Highlight Habe mir gerade Transferpapier und eine gebrauchte Bügelpresse fuer 20CHF gekauft...
    Kann mir jemand einen schweizer Hersteller von Baumwollshirts empfehlen?
  • Charlie B. 15.10.2019 10:52
    Highlight Highlight Ein Glück macht meine Freundin nackt Yoga. Da braucht sie so Hosen gar nicht ;-)
  • Erieri 15.10.2019 10:49
    Highlight Highlight Billige Herstellung und dafür horrende Preise in der Schweiz!
  • Nik G. 15.10.2019 08:50
    Highlight Highlight Glaubt dieses Bla Bla der Firmen überhaupt noch jemand? Wir setzten uns für strenge Vorschriften Umweltschutz usw. ein! -> Wir scheissen auf alles hauptsache günstig produziert, ihr kauft es ja sowieso....
    Wir werden bald Kontrollen durchführen-> Wir schicken der Firma eine Mail irgendwan.
    Aber am ende sind wir Schuld daran, wir wollen unbedingt die günstigste Yoga Hose oder was auch immer.
  • Getrocknete Banane 15.10.2019 08:33
    Highlight Highlight Desto mehr Sport, desto weniger Zeit fürs Shoppen, desto selbstbewusster und schöner ich mich dadurch fühle und desto weniger „Fashion“ ich kaufen und solche Horrorpraktiken unterstützen muss. Leute ihr braucht keine bunten überteuerten Leggins fürs Yoga.
  • Kaishakunin 15.10.2019 07:33
    Highlight Highlight Ja, solche Vorkommnisse verdeutlichen leider immer wieder klar die Problematik unserer Konsumgesellschaft. Natürlich will niemand solche Zustände, aber es ist auch niemand bereit, auch nur ein Zoll breit vom eigenen Verhalten abzuweichen. Es müssen alle bei sich selber ansetzen und Verzichte sind nur die, die man selber auch merkt. Und oft wäre dies ja noch zum Besseren.
    Ironischerweise wird hier nicht nur die Würde der Arbeiterinnen, sondern auch der ganze Yoga-Grundgedanke mit Füssen getreten. Mit wäre definitiv kein Yogi bekannt, welcher in teuren synthetischen Marken-Hosen kontemplierte.
    • MarGo 15.10.2019 08:42
      Highlight Highlight Ich bin bereit und das schon seit Jahren... Keine Kleidung aus Fernost - so schwer ist das nun wirklich nicht!! Zum Glück muss auf jedem Kleidungsstück noch stehen, wo es hergestellt wurde...
  • Mügäli 15.10.2019 07:28
    Highlight Highlight Das Problem ist einfach die Gedankenlosigkeit vieler. Sie Fragen sich nicht, wie wurde dieses Produkt hergestellt, dass einzige was interessant ist 'wie kann ich noch ein paar Fränkli sparen'. Bewusstes Leben, Verantwortung für sein Handeln übernehmen und auch die Politik sollte solche Produkte verbieten. Es gibt heute genügend Labels welche Standard 's einhalten. Liebe Medien auch ihr könnt da mithelfen, diese bekannt zu machen :)
  • Menel 15.10.2019 06:59
    Highlight Highlight Einfach mal aufhören mit dem Konsumieren und nutzen was schon da ist.
    • Kreasty 15.10.2019 11:51
      Highlight Highlight Die Klamotten sind ja schon da.
      Ähnlich wie beim Fleisch wird die Herstellung auch nicht gedrosselt, weg geworfen interessiert es die Hersteller ja auch nicht, Profit ist schon da.

      Das wird sich meiner Meinung nach auch nicht mehr viel ändern, abergesehen davon, das immer mehr Menschen auch hier auf solche Sachen "angewiesen" sind, da der Lohn am schrumpfen ist.

      Denn Sinn hinter deiner Aussage verstehe ich aber :) Abgesehen davon das die Politik viel zu viel Handlungsfreiraum lässt. Made in CH aka assembled, aber die Herstellungs Chemie fliesst in den Ländern immer noch in ihr Wasser.
  • Dosenbier macht Schlau 15.10.2019 06:51
    Highlight Highlight Und alle sagen wie Leid es ihnen tut, wixen uns ihre ach so grossartigen Standards (die nie überprüft werden) in die Fresse und sagen uns wie viel besser sie es machen werden.

    Und passieren wird wie immer: Nichts, bis zum nächsten Skandal wenn das ganze wieder von Vorne anfängt.

    Denkt daran, es gibt keinen ethisch korrekten Weg zu Konsumieren, jedenfalls nicht im Kapitalismus.

    Ach und weils auch Unterhaltend ist, hier noch John Oliver der sich dem Kreislauf der Skandale un der Modebranche annimmt:
    Play Icon
  • nuhresideeli 15.10.2019 06:18
    Highlight Highlight Schöne Hosen
    willst du was verändern so Ändere dich.
    "die Arbeiterinnen verdienen pro Monat weniger als ein Kleidungsstück der Marke im Geschäft kostet"
    Wie viel wohl die lässige beeinflusserin bekommt?? 🤮
    • Chabis 15.10.2019 07:19
      Highlight Highlight Du hast ein t vergessen. Das heisst *lästige beeinflusserin
  • DerSeher 15.10.2019 06:01
    Highlight Highlight Ist doch genau das Problem unserer Gesellschaft, Wasser predigen (z.b. Friday for future Demo besuchen) und Wein saufen (billig Mode a la Primark anziehen, weil günstig).🤷‍♂️
    • blueberry muffin 15.10.2019 06:24
      Highlight Highlight Naja, eher das Erwachsene von Kindern verlangen das sie Vorbilder sind. Während sie uns den Scheiss eingebrockt haben.

      Wieviele Eltern Auto fahren, obwohl sie wissen, dass sie damit ihre Kinder töten, ist ziemlich krank.
    • Dosenbier macht Schlau 15.10.2019 06:45
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass Lululemon fern von Günstig ist, so eine Leggins kostet gern mal 130 Franken aufwärts.

      Die teuren Marken geben für die Produktion nicht mehr Geld aus als ein Primark, für die Arbeiter ist es sogar unter dem Strich schlechter für die teuren Marken zu arbeiten da es hier mehr ausschuss gibt (welcher den Arbeitern von Lohn abgezogen wird) und viel mehr überzeit gemacht werden muss ("Trendsetter" können nicht 2 Monate warten).

      Schlussendlich ist es wie immer: Lippenbekentnisse und wenn niemand mehr hinguckt läuft alles wie vorhin, bis zum nächsten Skandal der alles wiedeholt
    • Dong 15.10.2019 08:08
      Highlight Highlight Dosenbier scheint wirklich schlau zu machen, ich werde das gleich selber ausprobieren, und danke für den Input. BTW: Können Leggins überhaupt schön sein?
    Weitere Antworten anzeigen
  • dä dingsbums 15.10.2019 05:52
    Highlight Highlight Outsourcing an Subunternehmen ist eine tolle Sache. Man drückt die Preise, hat mehr Profit und null Verantwortung.

    Das am Ende der Kette arme Menschen unter prekären Bedingungen schuften müssen ist ja klar, aber man kann dann immernoch von "Unternehmenswerten" reden ohne rot zu werden.

    Und der Yoga treibenden Konsumentin ist das alles völlig egal.
    • soulcalibur 15.10.2019 07:58
      Highlight Highlight Genau, die berichtet dann auf Instagram von ihrem Yoga-Retreat auf Bali und wie gut sich da doch der tägliche Stress verarbeiten liesse. Wichtig sei vor allem, dass man sich einfach auf das Schöne in der Welt fokussiere und keine negativen Gedanken zuliesse....ooooommmmmm
    • Citation Needed 15.10.2019 12:25
      Highlight Highlight Es geht ja nicht nur bei lululemon so und es sind nicht nur "Yoga treibende" KonsumentINNEN. Nahrungsmittel, Elektronik (z.B. iPhones), etc. In fast allen Branchen gibt es Ausbeutung, meist sind die nicht nachhaltigen Produkte vergleichsweise spottbillig, weshalb viele Leute lieber nicht genauer nachfragen (bei Lululemon oder Apple sind sie sogar teuer, das macht die Sache noch krasser).
      Man schaue sich den letzten Modereport von der EVB/PublicEye an, es gibt kaum Firmen, die tatsächlich existenzsichernde Löhne durchsetzen..
      https://www.publiceye.ch/de/themen/mode/firmencheck-2019

Jahres- statt Wochenarbeitszeit: Linke befürchten mehr Burn-outs

Der Ständerat will flexiblere Arbeitszeiten. Von den neuen Regeln sind mehr Menschen betroffen als bisher geglaubt.

Die Vorlage kommt nur schleppend voran, dabei ist sich die bürgerliche Mehrheit in der Wirtschaftskommission von National- und Ständerat schon lange einig: Die Arbeitszeiten sollen flexibilisiert werden, damit die «Büez» dann erledigt werden kann, wenn sie anfällt.

Die federführende ständerätliche Kommission schlägt deshalb vor, die maximale Wochenarbeitszeit von 45 Stunden durch eine Jahresarbeitszeit zu ersetzen. Der wöchentliche Wert würde bei 67 Stunden gedeckelt, das …

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