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Beteiligung von Kronprinz Mohammed bin Salman an Khashoggi-Tötung erwiesen



Die Chronologie des Falls Khashoggi

Für führende Parteikollegen von US-Präsident Donald Trump im Kongress steht die Verwicklung des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi unumstösslich fest. Die türkische Staatsanwaltschaft forderte unterdessen die Festnahme von zwei Vertrauten des Kronprinzen.

Der republikanische Vorsitzende des Aussenausschusses im Senat, Bob Corker, sagte am Dienstag in Washington nach einer vertraulichen Unterrichtung durch CIA-Chefin Gina Haspel, er habe «null Zweifel», dass der Thronfolger das Verbrechen angeordnet habe. Die Türkei stellte unterdessen Haftbefehle gegen zwei Vertraute des Kronprinzen aus.

Wenn Prinz Mohammed in einem Prozess vor Geschworenen stünde, «würde er in weniger als 30 Minuten verurteilt werden», sagte Corker. Auch der prominente republikanische Senator Lindsey Graham konstatierte, der Kronprinz sei «mitschuldig». Er bezeichnete Prinz Mohammed zudem als «verrückt». Haspel hatte zuvor eine kleine Gruppe von Senatoren über den Kenntnisstand des Geheimdienstes CIA zu dem Mordfall unterrichtet.

Auf Distanz zu Trump

Die Senatoren gingen mit ihren Erklärungen auf scharfe Distanz zu Trump. Der Präsident führt ins Feld, für eine Beteiligung des Kronprinzen an dem Mord gebe es keine Beweise. Er will an der Partnerschaft seiner Regierung mit Riad festhalten. Diese Linie hatten auch Aussenminister Mike Pompeo und Pentagonchef Jim Mattis in der vergangenen Woche bei einer Anhörung hinter verschlossenen Türen im Senat vertreten.

Laut US-Medienberichten geht die CIA mit «mittlerer bis hoher» Sicherheit davon aus, dass Prinz Mohammed die Ermordung des regierungskritischen Journalisten in Auftrag gegeben hatte. So soll der Thronfolger unmittelbar vor und nach der Tat mindestens elf Nachrichten an seinen Berater Saud al-Kahtani verschickt haben, der das 15-köpfige Tötungskommando gesteuert haben soll.

«Wir haben kein Mandat für kriminelle Ermittlungen», sagte Bachelet am Mittwoch in Genf. Aber mehrere unabhängige Menschenrechtsberichterstatter hätten bereits eine internationale Untersuchung gefordert. «Ich glaube, das ist wirklich nötig, um herauszufinden, was wirklich passiert ist und wer für die schreckliche Tötung verantwortlich ist.» Eine solche Untersuchung müssten Uno-Mitgliedsländer einfordern.

Zwei Festnahmen gefordert

Die türkische Staatsanwaltschaft forderte unterdessen die Festnahme von zwei Vertrauten des Kronprinzen, die «zu den Planern» des Mordes gehören sollen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft stellte ein Istanbuler Gericht am Mittwoch Haftbefehle für den früheren Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri und al-Kahtani aus.

«Angesichts der Informationen, die die Justiz im Zuge ihrer Ermittlungen vom Königreich Saudi-Arabien erhalten hat, ist die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen, dass es den starken Verdacht gibt, dass al-Assiri und Saud al-Kahtani zu den Planern des Vorfalls gehörten», hiess es im Antrag des zuständigen Staatsanwalts Hasan Yilmaz mit Blick auf die Tötung von Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul am 2. Oktober.

Ein mit den Ermittlungen vertrauter türkischer Regierungsvertreter erklärte, die Beantragung der Haftbefehle durch die Türkei «spiegelt die Ansicht wider, dass die saudiarabischen Behörden nicht gegen diese Personen vorgehen werden».

Khashoggi war am 2. Oktober nach einem Besuch des saudiarabischen Konsulats in Istanbul verschwunden. Erst nach wochenlangem internationalem Druck gab Riad zu, dass Agenten des Königreichs den Journalisten getötet hatten. Die saudiarabische Führung weist aber den Vorwurf zurück, die Tötung angeordnet zu haben.

US-Medien, darunter das renommierte «Wall Street Journal», hatten berichtet, dass die CIA Beleg dafür habe, dass Prinz Mohammed elf Textnachrichten mit al-Kahtani kurz vor und nach der Bluttat ausgetauscht habe. Der Inhalt der SMS ist allerdings unbekannt. (aeg/sda/afp)

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konsequenzen

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • The Writer Formerly Known as Peter 05.12.2018 13:08
    Highlight Highlight Der beste Freund von Erdi ist der Sultan von Katar: https://www.watson.ch/international/t%C3%BCrkei/797431152-kleine-geschenke-erhalten-die-freundschaft-emir-von-katar-gibt-erdogan-luxusjet

    Besagter Sultan kann aber gar nicht mit den Saudis. Die sind sich spinnefeind, vgl:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katar-Krise_seit_2017

    Und hier liegt der Schlüssel für dieses Welttheater! Wäre dem nicht so und Erdi hätte es mit den Saudis bitzeli besser, wer weiss ob wir jemals vom Mord an Kashoggi erfahren hätten. Die Presse und Öffentlichkeit ist nur eine Figur auf diesem Schwarz-Weiss karierten Feld.
    • The Writer Formerly Known as Peter 05.12.2018 19:40
      Highlight Highlight Hallo Erdi, bist es du? 😊🙊🙊
      Benutzer Bild
  • Dong 05.12.2018 11:05
    Highlight Highlight Wer jetzt noch nicht begriffen hat, dass das ein abgekartetes Spiel ist, sauber inszeniert, dem ist nicht zu helfen!
    Das heisst allerdings noch lange nicht, dass das schlecht ist, was läuft - MbS hat m. E. schon genug Schaden angerichtet. NUR: Ich kann nicht einschätzen, wer was im Schilde führt, und der Türkei sollte man in dem Bereich auch nich trauen...
    • AdiB 05.12.2018 13:24
      Highlight Highlight Es ist simpel, aber es werden sich einige leute denken, "wieder so eine verschwörungstheorie". Mbs reformiert langsam saudi arabien. Er hat ja noch mehr reformen angesagt. Er hat korrupte familien mitglieder einsperren lassen und lässt sich von den extrem konservativen beratern nichts sagen. Durch all diese handlungen hat er sich viele feinde im land gemacht die jetzt angst um ihre position haben. Für mich läuft darauf hinaus dass es kräfte in saudi arabien gibt, die alles daran setzen mbs als trohnfolger zu stürtzen damit sich nichts im land ändert. Klingt nach verschwörung ich weiss.
    • Dong 05.12.2018 18:35
      Highlight Highlight @AdiB. Ich stimme Dir völlig zu, verstehe auch die Blitze nicht. SA heute ist wie Hamlet‘s Dänemark.
      Für MbS spricht die Modernisierung, und dass Erdi und der CIA gegen ihn sind, gegen MbS sprechen seine aggressive Aussenpolitik und dass Trump für ihn ist.
      Das Land bleibt aber mit und ohne ihn Saudi-Arabien.
    • AdiB 06.12.2018 16:53
      Highlight Highlight Die blitzer sind mir egal. Mbs ist momentan der moderateste monarch in sa. Wenn die leute und vorallem europäer, ihn wegen jemen und seiner agressiven aussenpolitik kritisieren, sollten sie erst vor der eigenen haustür wieschen. Ich könnte jetzt einige länder aufzählen wo sich westliche mächte einmischen oder eingemischt haben in den letzten 50 jahren. Auch wo die westlichen mächte aich der ahressor waren.
      Viele menschen wollen konsiquenzen für mbs. Hat sich aber irgendjemand gedanken gemacht wer die trohnfolge übernihmt? Jemand der den frauen in sa das auto fahren verbieten wird z.bsp.
  • SparkintheDark 05.12.2018 10:55
    Highlight Highlight Erdogan, der Retter der freien Presse.

    Realsatire vom feinsten.

Fall Khashoggi ist nicht abgehakt – Uno-Berichterstatterin untersucht Ermordung

Eine Uno-Berichterstatterin für Menschenrechte wird den Fall des in der Türkei getöteten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi untersuchen. Das bestätigte das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag in Genf.

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