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Filmmaker Raoul Peck holds his award for Best Documentary for 'I Am Not Your Negro' backstage at the BAFTA 2018 Awards in London, Sunday, Feb. 18, 2018. (Photo by Joel C Ryan/Invision/AP)

Der Schweizer Film von Raoul Peck erhielt auch schon an den BAFTA-Awards in London einen Preis für die beste Dokumentation. Bild: Joel C Ryan/Invision/AP/Invision

Der Schweizer Film «I Am Not Your Negro» gewinnt französischen Filmpreis



Der von der Schweiz koproduzierte Film «I Am Not Your Negro» über Rassendiskriminierung in den USA ist dem französischen Filmpreis César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Der Preis für den besten Film ging ans Aidsdrama «120 battements par minute».

Der geehrte Dokumentarfilm des Haitianers Raoul Peck erzählt von Rassenproblemen in den USA aus der Sicht des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924-1987). Der Film wurde von den Genfer Produzenten von «Close up Films» und dem Westschweizer Fernsehen RTS co-produziert. Er war im letzten Jahr für einen Oscar nominiert gewesen und hatte Mitte Februar den britischen Filmpreis gewonnen.

In Paris leer ausgegangen waren dagegen die anderen nominierten Beiträge mit Schweizer Beteiligung. Die Koproduktion «Les Gardiennes» von Xavier Beauvois war in vier Kategorien nominiert, so für die beste Kamera, die beste Adaption, die besten Kostüme und die beste Newcomerin. Auch die schweizerisch-französische Schauspielerin Laetitia Dosch hat als Newcomerin («Jeune femme») auf einen Preis gehofft.

Aidsdrama als grosser Abräumer

Grosser Abräumer bei der diesjährigen Verleihung der französischen Filmpreise am Freitagabend in Paris war das Aidsdrama «120 battements par minute» von Robin Campillo aus Frankreich. Er holte sechs Césars, darunter für den besten Film und das beste Drehbuch. Das Werk, das den Kampf gegen Aids und gegen den Tod beschreibt, gewann bereits in Cannes den Grossen Preis der Jury.

epa05975682 An undated handout film still provided by the Cannes Film Festival organisation on 20 May 2017 shows French actor Arnaud Valois (C) in a scene of '120 battements par minute (120 Beats Per Minute)'. The movie by French director Robin Campillo is presented in the Official Competition at the 70th annual Cannes Film Festival running from 17 to 28 May 2017.  EPA/CANNES FILM FESTIVAL / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Arnaud Valois im Kampf gegen Aids, Szene aus «120 battements par minute». Bild: EPA/CANNES FILM FESTIVAL

Als beste Schauspielerin ging Jeanne Balibar («Barbara») hervor. Ihr männlicher Kollege Swann Arlaud wurde für seine Hauptrolle in «Petit Paysan» ausgezeichnet.

Das für einen Ausland-Oscar nominierte Filmdrama «Loveless» des russischen Starregisseurs Andrej Swjaginzew gewann den César als besten ausländischen Film. Dieser handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht, und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der 54-jährige Regisseur war bei der Verleihung nicht anwesend.

Ehrenpreis für Penelope Cruz

Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz bekam für ihre Karriere den französischen Ehren-Cesar. Heute Abend habe sie Lust, dem Leben zu danken, sagte die 43-Jährige sichtlich bewegt. Selbst in ihren kühnsten Träumen habe sie es nicht gewagt, an diesen Preis zu denken.

Spanish actress Penelope Cruz, left, reacts as she receives an Honorary Cesar award from Spanish director Pedro Aldomovar, center, and French actress Marion Cotillard during the ceremony of 43rd Cesar Film Awards, at the Salle Pleyel in Paris, France, Friday, March 2, 2018. French stars are planning to wear a white ribbon to protest sexual misconduct as the film industry bestows its top honors at the Cesar Awards ceremony Friday night. (AP Photo/Michel Euler)

Penelope Cruz nimmt ihren Ehrenpreis in Empfang. Bild: AP/AP

Cruz nahm mit ihrem Mann, dem Schauspieler Javier Bardem, an der Verleihung teil. Die Spanierin hat in mehr als 40 Produktionen mitgespielt und mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter Kenneth Branagh und Pedro Almodovar, der ihr auch den Preis übergab.

Er sei der Grund gewesen, warum sie Kino mache, erklärte sie. Cruz wurde 2009 für ihre schauspielerische Leistung in «Vicky Cristina Barcelona» mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Solidarität mit Missbrauchsopfern

Bei der Verleihung nahmen viele Darsteller Bezug auf die aktuellen #MeToo- und «Time's Up»-Bewegungen. Die französischen Filmstars trugen kleine weisse Schleifen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Während der Gala wurden Menschen über die Filmbranche hinaus aufgefordert, #MaintenantOnAgit (etwa: Jetzt handeln wir) zu unterstützen.

Die in dieser Woche gestartete Kampagne hilft Belästigungs- und Missbrauchsopfern, rechtliche Schritte gegen mutmassliche Täter einzuleiten. Bereits in den USA und Grossbritannien hatten Schauspieler und andere Stars Zeichen gegen sexuelles Fehlverhalten gesetzt.

Mehr als 100 französische Promis, darunter Schauspielerin Sandrine Bonnaire, Schauspielerin und Regisseurin Julie Gayet sowie Regisseurin Agnès Jaoui hatten zu Spenden aufgerufen, «damit keine Frau jemals wieder sagen muss #MeToo».

Die Präsidentin der Verleihung, Schauspielerin Vanessa Paradis, erklärte zu Beginn der Zeremonie, sie trage die weisse Schleife für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. (leo/sda/dpa/ap)

#metoo an der Golden Globes: Es geht um mehr als die Stars

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