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epa06254009 (FILE) - US producer Harvey Weinstein arrives for the Jury Cinecoles ceremony during the 13th annual Marrakech International Film Festival in Marrakech, Morocco, 06 December 2013 (reissued 09 October 2017). According to media reports on 09 October 2017, Hollywood producer Harvey Weinstein was fired from The Weinstein Company, which he co-founded, after additional information surfaced concerning his conduct amid accusations of decades of sexual harassment.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO / POOL

Die Vorwürfe häufen sich: Filmproduzent Harvey Weinstein auf einer Aufnahme vom Dezember 2013. Bild: EPA/EPA POOL

«Habe entschieden, meinen Mann zu verlassen»: Nicht nur seine Frau lässt Weinstein fallen



Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer grössere Kreise. Zahlreiche weitere prominente Weggefährten warfen dem 65-Jährigen am Dienstag (Ortszeit) unter anderem sexuelle Belästigung vor – darunter Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie.

Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der «New York Times». Sie habe sich aber geweigert.

This combination photo shows actresses, top row from left, Gwyneth Paltrow, Rosanna Arquette, Mira Sorvino and bottom row from left, Rose McGowan, Angelina Jolie Pitt, Asia Argento and Ashley Judd, who are among the many women who have spoken out against Harvey Weinstein in on-the-record reports that detailed claims of sexual abuse. (AP Photo/File)

Sie werfen Weinstein sexuelle Belästigung vor. Von oben links: Gwyneth Paltrow, Rosanna Arquette, Mira Sorvino, Rose McGowan, Angelina Jolie Pitt, Asia Argento und Ashley Judd. Bild: AP/AP

Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer «schlechten Erfahrung» mit Weinstein in ihrer Jugend. «Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel.»

Die Ehefrau des Produzenten trennte sich inzwischen von ihrem Mann. Sie gab am Dienstag eine entsprechende Erklärung gegenüber dem Magazin «People» ab. «Ich habe entschieden, meinen Ehemann zu verlassen», gab die Noch-Ehefrau bekannt. Sie fühle mit all den Frauen, «die durch die unentschuldbaren Handlungen unermessliches Leid erlitten haben». Sie werde sich nun um ihre jungen Kinder kümmern, das habe für sie oberste Priorität.

FILE - In this Dec. 3, 2012 file photo, producer Harvey Weinstein, left, and his wife, fashion designer Georgina Chapman attend the Museum of Modern Art Film Benefit Tribute to Quentin Tarantino in New York. Chapman, who married Weinstein in 2007, told People magazine in a statement released Tuesday, Oct. 10, 2017, that she is leaving Weinstein. She says her heart breaks for all the women who have suffered because of his “unforgivable” actions. She pleaded for 
privacy for herself and her two young children as allegations against her husband mount. (Photo by Andy Kropa/Invision/AP, File)

Harvey Weinstein und Georgina Chapman im Dezember 2012: «Unentschuldbare Handlungen». Bild: Andy Kropa/Invision/AP/Invision

Chapman und Weinstein sind seit 2007 verheiratet, sie haben zwei Kinder im Alter von sieben und vier Jahren. Chapman, 41, arbeitet als Modedesignerin für Marchesa.

Auch die frühere US-Aussenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich entsetzt. «Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen», teilte Clinton über ihren Sprecher auf Twitter mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. «Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden.»

Weinstein hatte US-Demokraten in verschiedenen Wahlkämpfen nach CNN-Angaben insgesamt Zehntausende Dollar gespendet. Darunter waren neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama auch Senatoren wie Elizabeth Warren und Chuck Schumer. Einige Senatoren kündigten nach den Enthüllungen an, Spenden Weinsteins für wohltätige Zwecke zu spenden.

This combination photo shows, top row from left, George Clooney, Jennifer Lawrence, Jessica Chastain, Lena Dunham, bottom row from left, Michael Keaton, Meryl Streep, Emmy Rossum and Hillary Clinton, who have commented on the sexual harassment allegations against Harvey Weinstein. (AP Photo/File)

Distanzierten sich bereits von Weinstein: George Clooney, Jennifer Lawrence, Jessica Chastain, Lena Dunham, Michael Keaton, Meryl Streep, Emmy Rossum und Hillary Clinton. Bild: AP/AP

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein am Dienstag auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. «Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren», sagte Allred bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Nach Berichten der «New York Times» soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Drei Frauen werfen dem 65-jährigen gar vor, sie vergewaltigt zu haben, wie das Magazin «New Yorker» berichtete. Unter ihnen ist der italienische Filmstar Asia Argento, ihre Kollegin Lucia Evans und eine weitere Schauspielerin, die anonym bleiben wollte..

Asia Argento, left, and Anthony Bourdain arrives at night one of the Creative Arts Emmy Awards at the Microsoft Theater on Saturday, Sept. 9, 2017, in Los Angeles. (Photo by Richard Shotwell/Invision/AP)

Asia Argento (hier mit Anthony Bourdain im Septemper 2017 bei den Emmys) wirft Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben. Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Weinstein wehrte sich gegen die Vergewaltigungsvorwürfe. Er wies über eine Sprecherin alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex zurück.

Weinstein hatte erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen, um seine «Dämonen» in den Griff zu bekommen. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung. (meg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Don Sinner 11.10.2017 15:17
    Highlight Highlight Es IST sehr schwierig, ja praktisch unmöglich, für die Betroffenen auszusagen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Trotz Unions etc. Das Macht- und Abhängigkeitsgefälle ist zu gross. Lauren O´Connor in der NYT: "I am a 28 year old woman trying to make a living and a career. HW is a 64 year old, world famous man and this is his company. The balance of power is me: 0, Harvey Weinstein: 10."
    Das ist ja das Bedrückende bei allen Missbräuchen.
    Erst wenn der Bann gebrochen ist, das Stigma gesetzt, kannst du handeln - und aufatmen.
  • Richu 11.10.2017 14:54
    Highlight Highlight Nicht gesagt wurde in diesem Bericht, dass es zwischen den Clinton's, Weinstein und der demokratischen Partei eine jahrelange Zusammenarbeit gab.
    Gut ist die Tatsache, dass nun Frau H. Clinton von den Enthüllungen betr. Weinstein entsetzt ist und die Vorfälle verurteilt!
  • opwulf 11.10.2017 13:11
    Highlight Highlight Macht es den möglichen Missbrauch durch Weinstein, auf irgend eine Art weniger schlimm, weil dies anscheinend ein offenes Geheimnis war und es häufig vorkommt? Auch verstehe ich nicht ganz wie man hier so relativieren kann, gerade wenn man zB die Kommentare zu den Fox News Moderatoren und deren ähnlicher Skandale anschaut! Hat man den klagenden Moderatorinnen auch das Selbe vorgeworfen? Ich habe wirklich Mühe, ob diesen hypokritischen Ansichten! Seine Macht zu missbrauchen und Menschen zu misshandeln ist das Letzte Ladies & Gentlemen, egal wer es macht & was er für polit. Ansichten hat!
  • Bruno Wüthrich 11.10.2017 13:05
    Highlight Highlight Zweigeteilte Meinung:

    Vergewaltigung und sexuelle Nötigung gehen gar nicht. Das gehört bestraft. Doch ich werde den Verdacht nicht los, dass hier einige Damen Trittbrett fahren. Vielleicht sogar solche, die sich eher mehr als weniger freiwillig mit dem Herrn eingelassen haben, weil es der Karriere förderlich war.

    Trotzdem: Bei derart viel Rauch gibt es wohl auch beträchtlich Feuer. Weinstein scheint nicht nur von hochschlafwilligen Frauen verführt worden zu sein, sondern sich aus seiner Machtposition auch anderswie geholt zu haben, was er wollte. Zeit, ihm das Handwerk zu legen.
  • Röschtigraben 11.10.2017 10:53
    Highlight Highlight "würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren"
    Da gibts nichts mehr zu reparieren. Ich hoffe seine berufliche sowie private Zukunft ist zerstört.

    Mir ist schon klar, dass in Hollywood gerne mal "hochgeschlafen" wird. Trotzdem. Das ist Machtmissbrauch
  • Theor 11.10.2017 09:58
    Highlight Highlight Der Gedanke, dass man in Hollywood mit unmoralischen Angeboten konfrontiert werden könnte, schockiert mich gerade bis aufs Knochenmark...The Femtrain rolls again.
  • Baba 11.10.2017 09:57
    Highlight Highlight Anscheinend ein typischer Fall von rüchsicht- und schamlosem Machtmissbrauch... Weinstein hat offenbar als mächtiger Produzent den Wunsch junger Schauspielerinnen, Karriere zu machen, rücksichtslos ausgenutzt - Stichwort "Besetzungscouch". Wohl in der Annahme, dass sich 'die jungen Dinger' nicht zur Wehr setzen werden, ihm nicht gefährlich werden können.
  • Alice36 11.10.2017 09:42
    Highlight Highlight Was soll die Empörung? Sexuelle Belästigung gehört in den USA doch zum guten Ton, der Präsident machts vor. Ausserdem Jahre nach den Vorfällen mit Anschuldigungen aufzufahren? Die Karrieren sind schon gemacht jetzt spielt's wohl keine Rolle mehr. Scheinheiligkeit hoch 10 wie alles in den Staaten.
    • phreko 11.10.2017 12:03
      Highlight Highlight Scheinheilig?

      Es gab schon früher Vorwürfe. Bloss kennt man die Namen der Urheberinnen nicht, da sie danach keine Karriere machten.
  • Raphael Stein 11.10.2017 08:56
    Highlight Highlight Scheinheilige Bande.

    Das wusste jeder und jede. Jetzt wo die Katze zum Sack raus gezerrt wurde, "distanzieren" sich alle. Weil es nicht anders geht.
    • Echo der Zeit 11.10.2017 10:21
      Highlight Highlight Scheinheilige Bande - Das ging mir auch als erstes durch denn Kopf - Die Karriere ist gemacht, die Kohle eingefahren. Sich jetzt gross Empören - bei mir hat der damals auch .... .
  • walsi 11.10.2017 08:55
    Highlight Highlight Wie man hört war das Verhalten dieses feinen Herrn schon lange ei offenes Geheimnis. So lange es aber kein öffentlicher Skandal war und man von ihm profitieren konnte haben alle darüber hinweg geschaut. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
  • JuliSaflor 11.10.2017 08:43
    Highlight Highlight Das wirklich schockierende ist nicht, dass er diese Dinge getan hat, sondern das er über Jahrzehnte hinweg damit durchgekommen ist. Es müssen viele seiner Kollegen Bescheid gewusst haben, nicht nur die Opfer. Trotzdem wurde es so hingenommen. Warum? Geld und Macht.

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