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Oscars 2018
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Katzen, Geständnisse und Statuen ohne Penis – das war die lange Oscar-Nacht

Willkommen, liebe Leute. Was lieben wir mehr als unser Bett? Euch natürlich. Deshalb sind wir wach geblieben, während ihr jetzt erst langsam ... Ach, stöbert einfach in unserem reichhaltigen Oscar-Bericht.
05.03.2018, 00:5805.03.2018, 13:40

Und die Oscars gingen an:

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Das sind die Oscar-Gewinner 2018
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Die Liste mit allen Gewinnern findest du am Schluss des Artikels.

5 Uhr bis 6 Uhr

Oh nein, wir haben die Musik vergessen! Wir dachten, jetzt kommen nur noch die vier Hauptkategorien und wir können endlich ins Bett ... Soundtrack-Gewinner Alexandre Desplat sagt, dass seine Mutter heuer auch 90 wird. Wie Drehbuchgewinner James Ivory.

Was auch noch kommt, sind die lieben Toten. «In Memoriam» ist immer eine Lieblingskategorie. Eddie Vedder – «Ich liebe alles an ihm! Dasch de Höhepunkt!» (Anna) – singt was Schönes zu den Bildern der Verblichenen. Roger Moore, Jeanne Moreau, George A. Romero ... Auch im SRF-Studio haben alle «Hühnerhaut». Und sind topfit! Wie machen die das???

Im Fernsehen drin ist man sich wohl grad nicht ganz einig, sieht aber trotzdem noch ganz zwäg aus.
Im Fernsehen drin ist man sich wohl grad nicht ganz einig, sieht aber trotzdem noch ganz zwäg aus.
bild: watson

Jane Fonda und Helen Mirren, zwei Ladies, die schon alles gesehen haben, sagen: «Was früher einmal bahnbrechend war, wird irgendwann zur Norm.» Revolutionen zu Alltäglichkeiten. Gleichberechtigung zur Wirklichkeit. Sie lieben Männer. Sehr. Weshalb sie Gary Oldman zum besten Hauptdarsteller küren.

Gary Oldman und Jane Fonda.
Gary Oldman und Jane Fonda.
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision
«Mutter, ich danke dir für die Unterstützung. Setz schon mal einen Tee auf. Ich bring dir einen Oscar mit nach Hause.»
Gary Oldman in seiner Dankesrede.

Jodie Foster an Krücken – «Das war die Streep! Sie hat mir einen ‹I, Tonya› verpasst» – und Jennifer Lawrence zeichnen die beste Hauptdarstellerin aus. Anstelle von Casey Affleck, der das nicht mehr darf, weil er zwei Klagen wegen sexueller Belästigung am Hals hat.

Jodie Foster und Jennifer Lawrence.
Jodie Foster und Jennifer Lawrence.
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Frances McDormand sagt – was genau? Es geht ihr um Inklusion, um eine neue Zeit, den Feminismus, durch den Feminismus gut erzogene Kinder, darum, in dieser Nacht gemeinsam Projekte auszuhecken und zu verwirklichen. «Ich wär so gerne ne Frau», sagt Jimmy Kimmel. 

Die euphorische Frances McDormand.
Die euphorische Frances McDormand.
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Der beste Film wird von Faye Dunaway und Warren Beatty präsentiert. Den beiden Pechvögeln mit dem falschen Umschlag vom letzten Jahr. Als «Moonlight» gewann, aber «La La Land» verkündet wurde. Was für ein Nervenkrieg! 

Frances McDormands Auszeichnung ist damit die wichtigste für «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri», denn der beste Film wird ebenfalls «The Shape of Water». Womit der Film mit den meisten Nominierungen (13) auch die meisten Oscars (4) erhalten hat. Gefolgt von «Dunkirk» (3), «Three Billboards» (2), «Darkest Hour» (2) und «Blade Runner 2049» (2).

4 Uhr bis 5 Uhr

Okay, was ist jetzt das für ein Bullshit? Kimmel geht mit Margot Robbie, Gal Gadot und anderen in ein ganz normales Kino, wo ganz normale Leute ganz überrascht tun müssen. «Finden die das jetzt lustig?», fragt Anna. Irgendwer? Vielleicht? Wie viel muss man eigentlich essen, um eine Oscarnacht durchzustehen? Zuviel! Ich sag nur: Müesli um Mitternacht, Nachos mit Guacamole um 2 Uhr, Thai-Curry um 4 Uhr. Oje.

Jep. Oje.
Jep. Oje.
bild: watson

Wow, James Ivory musste 89 werden, um seinen ersten Oscar zu gewinnen. Als Drehbuchautor für die Sommerromanze unter italienischer Sonne «Call Me by Your Name». Verrückt. Dabei macht er schon so lange Filme.

Jordan Peele dagegen ist 50 Jahre jünger als Ivory, macht also noch nicht so lange Filme, gewinnt aber trotzdem auch. Anna jubelt. «Get Out» ist der einzige Oscarfilm, den sie gesehen hat. Glück gehabt! Niemand im SRF-Studio mag «Get Out». Leute, jetzt haben wir für euch diesen NoBillag-Mist aus der Welt geschafft, jetzt macht euch ein bisschen locker und mögt unseren Lieblingsfilm!

Nun, Dave Chapelle sagt auf der Bühne, dass wir den Feministinnen ein «Monument» bauen wolle. Well, well, bis 5 Uhr früh nahmen 28 Herren, aber erst 4 Damen Oscars entgegen.
Miley Cyrus für Zwischendurch. Mit ihrem Freund, Liam Hemsworth, auch für Zwischendurch.
Miley Cyrus für Zwischendurch. Mit ihrem Freund, Liam Hemsworth, auch für Zwischendurch.
Bild: Willy Sanjuan/Invision/AP/Invision

3 Uhr bis 4 Uhr

Anna fragt: «Gell, das geht bis 4?» Dream on, you Dreamer you. Mindestens bis 6! Jetzt ist auch noch Kätzchen Hader eingeschlafen! Ehrlich! Sind Katzen keine Nachttiere? Und ist das Gael García Bernal, der da «Remember Me» aus «Coco» singt? Sollte er besser nicht. Egal. 

Ein singender Bernal.
Ein singender Bernal.
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision
Alles ist so egal. Gerade auch der Schweizer Film im Zusammenhang mit den Oscars. Regisseur und Academy-Mitglied Timo von Gunten sagt im SRF-Studio, er habe in Hollywood rumgefragt: «What Swiss movie do you know?» Natürlich ist niemandem was eingefallen.

Hader, als sie noch wach war

Sie hatte da schon mässig Lust.
Sie hatte da schon mässig Lust.
bild: watson

Nacht, dazu gemacht, zu schlafen. Oder zu tanzen. Zu lieben. Nicht, um Oscars zu schauen. Gleich kommt die Kategorie Nebendarstellerin. Die penislose Statue muss an Allison Janney gehen, please! Die crappy White-Trash-Mutter von Tony Harding in «I, Tonya». Die Pressesprecherin des Weissen Hauses in «Westwing». Und der Oscar geh an – AJ! Geil! Ich will ihr Collier!

Ooohh, Sufjan Stevens singt seinen nominierten Song «Mystery of Love» aus «Call Me by Your Name». So, so schön. Und ist es denn die Möglichkeit? Steht da etwa die traumhafte St. Vincent mit auf der Bühne? «Call Me»-Beau Timothée Chalamet ist verzückt. Wir sind's auch. Hach!

Der Sufjan und die St. Vincent. Sie ist es tatsächlich.
Der Sufjan und die St. Vincent. Sie ist es tatsächlich.
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Mit der Kategorie Schnitt geht der dritte Oscar an «Dunkirk».

2 Uhr bis 3 Uhr

Jimmy Kimmel weist darauf hin, dass die Oscarstatue keinen Penis hat. Und dass Weinsteins Rausschmiss auf Hollywood «überfällig» war.

«Oscar is a very respected man in Hollywood, just look at him, he keeps his hands where he can see them, no penis.»

«Oscar ist ein sehr respektierter Mann in Hollywood, schaut ihn euch nur an, er behält seine Hände da, wo man sie sehen kann, kein Penis.»
«Oscar ist ein sehr respektierter Mann in Hollywood, schaut ihn euch nur an, er behält seine Hände da, wo man sie sehen kann, kein Penis.»
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Wer die kürzeste Dankesrede halte, werde einen Jet Ski im Wert von 17,99 Dollar gewinnen. Helen Mirren präsentiert den Jet Ski mit anschmiegsamer Gestik. Hä? Whatever. Sam Rockwell gewinnt als bester Nebendarsteller den ersten Oscar für «Three Billboards».

Das verstehe, wer wolle, sieht aber gut aus, weil: Helen Mirren!

Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

2.45 Uhr. Okay, wir sind jetzt eigentlich am Ende. Mary J. Blidge singt, wie sie eben singt. Sehr dramatisch. Auf Twitter sind die Menschen von Jimmy Kimmel begeistert. Haben wir was verpasst? Anna öffnet jetzt mal alle Fenster, das tut gut. Sie greift zu Red Bull. Kätzchen Hader versucht, aus einem Weinglas zu trinken. Es gelingt zum Glück nicht. Melanie Winiger im SRF-Studio, sagt, Mary J. Blidge habe auch nicht nur immer Glück gehabt im Leben. Deshalb singt sie, wie sie singt. Mit dem Dokfilm «Icarus» gewinnt Netflix einen Oscar.

3 Uhr: «Dunkirk» hat bis jetzt als einziger Film schon zwei Oscars erhalten.

1 Uhr bis 2 Uhr

Achtung, hier kommt das grosse Geständnis von Oscar-Tickerin Anna Rothenfluh: «Eigentlich habe ich nichts geschaut. Ausser ‹Get Out›. Deshalb möchte ich, dass ‹Get Out› überall gewinnt.»

Simone hat ebenfalls «Get Out» (super), aber auch noch «Phantom Thread» (Hitchcocksches Meisterwerk!), «Call Me By Your Name» (langweiligster Film der Saison, Hauptdarsteller schrecklich), «The Shape of Water» (irre naiv, wieso müssen sich immer nur Frauen in Monster verlieben?), «I, Tonya» (sehr, sehr lustig), «The Post» (Wohlfühlfilm für alle Medienschaffenden, hübsch) und «Three Billboards» (okay, wenn Hollywood denkt, Trump-Wähler verstehen zu müssen, wird's echt problematisch. Selbstjustiz als Lösung für die Probleme der Abgehängten, echt?) gesehen. Simone ist sich klar, dass fast niemand ihre Meinung teilt. Egal.

Netztrouvaillen liegen am Wegesrand ... Hier zum Beispiel die Zusammenfassung der österreichischen Facebookerin und Schriftstellerin Stefanie Sprengnagel aka Sargnagel von «Call Me by Your Name». Sehr, sehr treffend!

Unsere Tiere haben die Gewinner bereits jetzt fest im Griff. Ganz ohne Bestechung natürlich.

Die Gewinner-Prognosen unserer Redaktionstiere

Video: Angelina Graf

Hader's Choice

Lucy's Choice

Vicky und Alex geben Lucy ein Zuhause. Sie haben mehr Oscar-Filme gesehen als Anna und Simone (siehe unten). Nämlich alle.

bild: viktoria weber

Und hier sind wir: Die Anna, die Simone, die Hader.

Hier noch mit dem TV-Screen in der unbearbeiteten Fassung.

Alle Oscar-Gewinner im Überblick

  • Bester Film: «The Shape of Water».
  • Beste Hauptdarstellerin: Frances McDormand für «Three Billboards Outside Ebbing Missouri».
  • Bester Hauptdarsteller: Gary Oldman in «Darkest Hour».
  • Regie: Guillermo del Toro für «The Shape of Water».
  • Song: «Remember Me» von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez aus «Coco».
  • Soundtrack: Alexandre Desplat für «The Shape of Water».
  • Kamera: Roger Deakins für «Blade Runner 2049».
  • Originaldrehbuch: Jordan Peel für «Get Out».
  • Adaptiertes Drehbuch: James Ivory für «Call Me by Your Name».
  • Kurzfilm: Rachel Shelnon und Chris Overton für «The Silent Child».
  • Dokumentarfilm, kurz: Frank Stiefel für «Heaven Is a Traffic Jam on the 405».
  • Schnitt: Lee Smith für «Dunkirk».
  • Visual Effects: John Nelson, Richard Hoover, Gerf Nefzer und Paul Lambert für «Blade Runner 2049».
  • Animationsfilm: Lee Unkrich und Darla K. Anderson für «Coco».
  • Kurzfilm, animiert: Kobe Bryant und Glen Keane für «Dear Basketball».
  • Beste Nebendarstellerin: Allison Janney in «I, Tonya».
  • Foreign Language Film: «A Fantastic Woman» von Sebastián Lelio aus Chile.
  • Ausstattung: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau und Jeffrey A. Melvin für «The Shape of Water».
  • Sound Editing: Richard King und Alex Gibson für «Dunkirk».
  • Sound Mixing: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo und Mark Weingarten für «Dunkirk».
  • Dokumentarfilm: «Icarus» von Bryan Fogel.
  • Costume Design: Mark Bridges für «Phantom Thread».
  • Makeup and Hairstyling: Kazuhiro Tsuji, David Malinowski and Lucy Sibbick für «Darkest Hour».
  • Bester Nebendarsteller: Sam Rockwell, «Three Billboards Outside Ebbing Missouri».

Zeit für ein neues Hollywood

Video: watson

Das waren die Oscars 2017

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Oscars 2017 – Willkommen zur Red-Carpet-Show
quelle: jordan strauss/invision/ap/invision / jordan strauss
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