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«Eine Serie über das Töten von Veganern?»: Diese E-Mail kostet Gastro-Kritiker den Job



Bis vor kurzem war William Sitwell Chefredaktor des britischen Magazins «Waitrose Food». Doch dann unterbreitete ihm eine freischaffende vegane Autorin einen Vorschlag. Für eine Artikelserie über pflanzliche Ernährung.

William Sitwell

Bild: www.instagram.com/williamsitwell/

Das geriet dem angesehenen «Chefkoch-Kritiker», der selber Bücher schreibt, im Fernsehen auftritt und eine eigene Radio-Show hat, ganz offensichtlich in den falschen Hals.

Per E-Mail antwortete er:

«Hi Selene. Danke dafür. Wie wäre es mit einer Serie über das Töten von Veganern, einen nach dem anderen. Wege, sie einzufangen? Wie kann man sie richtig verhören? Ihre Heuchelei aufdecken? Sie mit Fleisch zwangsernähren? Sie dazu bringen, Steak zu essen und Rotwein zu trinken?»

Es kam, wie es kommen musste: Die E-Mail landete bei Buzzfeed ... und daraus entwickelte sich ein Shitstorm, man könnte auch sagen: eine Schlachtplatte.

Schliesslich sah sich Sitwell genötigt, zurückzutreten. Und er entschuldigte sich via Instagram bei allen Veganern, «die das Essen und das Leben lieben». Für «einen schlechten Witz» in «einer privaten E-Mail».

Königlich ...

Nun muss man wissen, dass Waitrose & Partners, die Herausgeberin des Food-Magazins, nicht irgendeine Supermarkt-Kette ist, sondern königlich-britischer Hoflieferant, mit einem Jahresumsatz in Milliardenhöhe.

Hätte der gefallene Gastro-Kritiker doch besser darauf geachtet, was sein Brötchengeber erst kürzlich kommunizierte:

Da die Zahl der Konsumenten, «die sich für eine vegane, vegetarische und flexitäre Ernährung entscheiden», weiter steige, sei «der Umsatz mit veganen und vegetarischen Produkten im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent gestiegen», teilte die Supermarkt-Kette mit. Titel der Medienmitteilung: «The Rise Of Vegan & Veggie».

«And the Haters», müsste man anfügen.

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(dsc, via The Guardian)

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41
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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Garret 01.11.2018 09:52
    Highlight Highlight Ich finde es vor allem krass wegen was heutzutage Leute zurücktreten müssen. Eine Falsche Aussage auf Twitter genügt um aus der Partei ausgeschlossen zu werden. Ein Fehler genügt. Das ist so unglaublich häuchlerisch...
  • blueberry muffin 01.11.2018 09:51
    Highlight Highlight Als Veganer würd ich jetzt auch sagen dass das nur ein Witz war. Schliesslich ist Rotwein Vegan.
    • m. benedetti 01.11.2018 11:50
      Highlight Highlight Rotwein ist mitnichten vegan. Zitat aus dem Stern “Was viele nicht wissen: Winzer setzen tierische Klärmittel ein, um Weine von Trübstoffen zu befreien und sie zu filtrieren. Etwa mit Gelatine aus Schweineschwarten oder aus Knochen, Knorpeln und Sehnen vom Rind. Oder mit der Hausenblase aus der getrockneten Schwimmblase von Stören oder Welsen.“ Zitatende
    • Alex_Steiner 01.11.2018 14:04
      Highlight Highlight @m. benedetti: Ja, und es gibt auch Vegane Weine. Weil eben keine Tierprodukte nötig sind.

      Es gibt auch Vegane Autoreifen, Zahnpasta, Kondome, ... usw.
    • Alexander Stebler 01.11.2018 15:01
      Highlight Highlight Es gibt inzwischen eine sehr grosse Auswahl von veganen Weinen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nik G. 01.11.2018 09:44
    Highlight Highlight Töten ist schon übertrieben. Den Rest finde ich relativ lustig. Man kann dies auch mit den Fleischesser machen.
    "Wie kann man sie richtig verhören? Ihre Heuchelei aufdecken? Sie mit Tofu zwangsernähren? Sie dazu bringen, Quorn zu essen und Reismilch zu trinken?»
  • Siebenstein 01.11.2018 09:36
    Highlight Highlight Ich mag diesen Humor 😁
    Andere leider nicht und wir leben nun mal in den hysterischen Zeiten des Internets...
    • hesorry 01.11.2018 11:05
      Highlight Highlight Willkommen in der Zeit, inder man zur Verantwortung gezogen wird für was man sagt/tut. Willkommen in der Zeit in der man nicht öffentlich eins auf Saubermann machen kann, und sich im Privaten im Schlamm suhlt, Willkommen in der Zeit des Internets.
      Ich freu mich auf diese Zeit:)
    • Siebenstein 01.11.2018 13:04
      Highlight Highlight Im direkten Dialog würde es eher selten zu solchen Stilblüten der Kommunikation kommen, aber schön wenn es Dir gefällt 🤗
  • So en Ueli 01.11.2018 09:22
    Highlight Highlight Wie hinterhältig muss man sein um so etwas einem Medium zuzuspielen? Muss sich toll anfühlen, wenn man jemandes Leben zerstört.
    • Alexander Stebler 01.11.2018 15:03
      Highlight Highlight Wer sowas schreibt, zerstört sich selbst. So intelligent sollte man schon sein.
  • Milan Blöchlinger 01.11.2018 09:17
    Highlight Highlight Es wird zeit dass man aufhört sich über veganer lustig zu machen. Klar sie können einem auf die Nerven gehen, aber ihre Lebenseinstellung ist enorm Wertvoll wenn man mal die Fleischindustrie betrachtet. Wir alle sollten weniger Fleisch konsumieren und wenn dann lokal produziertes.
    • Neunauge 01.11.2018 10:06
      Highlight Highlight Paperla!

      Sich darf man sich über Veganer lustig machen. Selbst dann wenn man wie ich denkt, dass ihre Lebenseinstellung wertvoll ist.

      Dasselbe gilt auch für Karnivore, Veggies, etc. Niemand wird vegan oder fleischgeniessend geboren. Es ist eine Entscheidung und selbst wenn es eine gute Entscheidung ist, dürfen sich andere jederzeit darüber lustig machen.
    • Siebenstein 01.11.2018 10:08
      Highlight Highlight Ich habe da eine eigene Ansicht: Dankbarkeit halte ich für unangebracht, ein Veganer hat genau den gleichen Anteil an einer, theoretischen, positiven Entwicklung in der Fleischindustrie wie ein Supermodel für sein Aussehen, nämlich genau keinen!
      Kennst Du einen Veganer, der darüber klagt, dass er nicht einmal ein saftiges Steak essen darf? 😉
    • Milan Blöchlinger 01.11.2018 12:41
      Highlight Highlight Klar sollte man sich über alles lustig machen dürfen, aber bis zu einem gewissen Grad. Ich habe das Gefühl dass viele Leute solche "Witze" ernstnehmen und dann schlecht über Veganer reden.

      @Siebenstein dein Kommentar macht meiner Meinung nach nicht gerade viel Sinn, es sei denn ich habe mich verlesen. Aber mehr Veganer, heisst weniger Nachfrage nach Fleisch, bedeutet weniger Angebot. Ich sage nicht, dass vegan die perfekte Lebensweise ist, aber wir alle sollten unbedingt versuchen, den Fleischkonsum so niedrig wie möglich zu halten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Influenzer 01.11.2018 09:10
    Highlight Highlight Auch wenn die veröffentlichte Email im Tonfall total daneben ist, wollen wir eine solche Lynchjustiz? Die "Geschädigte" hätte sich ja auch vertraulich an seinen Arbeitgeber wenden können, dann wäre der Typ jetzt vermutlich handzahm und sie Redaktorin für veganes Essen.
  • derEchteElch 01.11.2018 08:35
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass es für die Veganerin zivilrechtliche Konsequenzen hat. Schliesslich veröffentlicht sie ohne seine Zustimmung private Korrespodenz.

    Rufschädigung wäre sicher auch vorhanden, weil sie mit vorsatz die Antwort postete in der Absicht, ihm zu schaden.
    • boexu 01.11.2018 09:30
      Highlight Highlight Also nur so als Beispiel... wenn Sie mir eine Morddrohung schicken und ich diese veröffentliche, dann würde ich mich - gemäss Ihrer Aussage - wegen Rufschädigung strafbar machen?
      Wenn Sitwell doch nur Sie als Rechtsbeistand gehabt hätte, dann wäre er jetzt sicher noch im Amt!
    • Neunauge 01.11.2018 10:12
      Highlight Highlight Was Sitwell geschrieben hat, mag man als geschmacklos empfinden, aber es war definitiv keine Morddrohung.

      Und ja, ich finde es gibt einen Unterschied zwischen privater Korrespondenz, die in der Absicht einen Shitstorm auszulösen veröffentlicht wird und Beiträgen in sozialen Medien, die einen solchen auslösen.

      Und nein, ich meine damit nicht, dass man unter keine Umständen das Recht hat, private Korrespondenz zu veröffentlichen. Aber ich glaube nicht, dass hier genug Anlass dazu bestanden hat.
    • boexu 01.11.2018 10:37
      Highlight Highlight @Neunauge: Ich habe nur ein Beispiel gemacht, um die Absurdität der Anschuldigung der Rufschädigung im Zusammenhang mit diesem Artikel zu veranschaulichen. Natürlich hat Sitwell keine Morddrohung ausgesprochen. Deshalb beginnt meine Aussage auch mit "Also nur so als Beispiel...".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bynaus @final-frontier.ch 01.11.2018 08:31
    Highlight Highlight Es ist relevant weil es symptomatisch ist für solche Diskussionen. Ich verstehe einfach nicht richtig, woher dieser Hass kommt, der aus der E-Mail spricht. Lasst die Menschen doch essen, was sie wollen. Und das gilt jetzt explizit für beide Seiten, Veganer und Karnivore.
    • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 01.11.2018 10:41
      Highlight Highlight Es geht glaub ich nicht um den „hass“ gegen anders essende, sondern um die bevormundende art von Vegetariern und veganern, und wenn diese kritisiert werden, reagieren sie dünnhäutig (war selber mal vegi und sehe beide seiten). Allerdings reagieren auch karnivoren dünnhäutig, sobald sie sich angegriffen fühlen... es ist wohl ein thema, wo beide seiten keinen spass verstehen....
    • Alexander Stebler 01.11.2018 14:56
      Highlight Highlight Essen ist heute keine Privatsache mehr. Wer sich damit auseinandersetzt erkennt, dass uns wegen unserer Konsumgewohnheiten gerade die Biosphäre kaputt geht. Es geht hier nicht "nur" um unsägliches Tierleid, es geht auch um den Erhalt dessen, was uns am Leben erhält. Wenn wir nicht umdenken, führt der Wahnsinn Massentierhaltung - und 98% des weltweit konsumierten Fleischers stammen von dort - direkt in den Kollaps. Go vegan!
  • Bijouxly 01.11.2018 08:09
    Highlight Highlight Ein bisschen übertrieben. Sind wir wirklich schon so dünnhäutig, dass wir alles auf Social media bringen müssen, mit dem wir nicht einverstanden sind?
    • Bruno S.1988 01.11.2018 08:23
      Highlight Highlight Und die Antwort war nicht übertrieben? Warum kein einfaches "Nein"? Ist dieser Vegan-Hater so dünnhäutig dass er gleich den Tod aller Veganer vorschlägt wegen einem Pitch für eine Sendung?!
    • Fragonard 02.11.2018 08:59
      Highlight Highlight Dünnhäutig? Vielleicht. Aber definitiv damit rechnen muss man. Vor allem, da es hier weniger um "nicht einverstanden" sein geht - das hätte der Gastrokritiker mit einem "nö, mach ich lieber nicht" erledigen können - sondern um genau diese Art Äusserungen mit denen man Shitstorms füttert. Email und Social Media sind eben n i c h t der Stammtisch.
    • Hecate 02.11.2018 20:23
      Highlight Highlight Wenn jemand auf ein ganz normales E-mail mit einer ganzen Hasstirade antwortet, detailliert über ermorden und foltern von irgendeiner Gruppe fantasiert und das alles nachher nur als ein schlechten Witz abtun wird, dann ja, es soll bekannt werden. Als Veganerin möchte ich gerne wissen, wem nur die Gedanke an meine Ernährung in solche Rage und Mordsfantasien versetzt, bevor ich dieser Person begegne, den unsere blosse (schweigende) Anwesenheit macht die Leute manchmal sehr aggressiv, und es kann beängstigend sein...
  • Janis Joplin 01.11.2018 08:04
    Highlight Highlight Ich hab mich kaputtgelacht, wie ich es las.
    Klar, messerscharf an der Grenze des guten Geschmacks, aber besser als in veganen Restaurants oder Läden die Scheiben einzuschmeissen.
    • Lamino 420 01.11.2018 08:26
      Highlight Highlight Und wovon fühlt ihr euch angegriffen?
    • Lamino 420 01.11.2018 09:54
      Highlight Highlight Der Verfasser des Witzes und Janis Joplin.
    • Regula Sterchi 01.11.2018 10:31
      Highlight Highlight Messerscharf an der Grenze?
      Dreh es mal um: würde ein Vegi sagen, man solle Carnivore so schlachten, wie diese es sonst mit Tieren tun (und darüber eine Serie veröffentlichen) - was wäre DANN die Reaktion?
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