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Macron nennt Nazi-Kollaborateur Pétain einen «grossen Soldaten»



FILE - This  Oct. 24, 1940 file photo shows German Chancellor Adolf Hitler, right, shaking hands with Head of State of Vichy France Marshall Philippe Petain, in occupied France. Behind centre is Paul Schmidt an interpreter and right is German Minister of Foreign Affairs Joachim Von Ribbentrop. France is opening police and legal archives from the collaborationist Vichy regime, allowing free access to previously classified documents from World War II. The order, signed Dec. 24 and effective Monday, allows anyone access to the archives that, among other things, show the extra-legal prosecution of members of the French Resistance, as well as proceedings against French Jews. (AP Photo, File)

Philippe Pétain, links, mit Rommel und Hitler. Bild: AP/AP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Nazi-Kollaborateur Philippe Pétain als «grossen Soldaten» des Ersten Weltkriegs bezeichnet. «Ich erkenne die Rolle an, die unsere Marschälle und unsere Armee gespielt haben», sagte Macron am Mittwoch im ostfranzösischen Charleville-Mézières.

«Wir verdanken ihr den Sieg.» Im Zweiten Weltkrieg habe Pétain zwar «unheilvolle Entscheidungen getroffen», betonte Macron. Dies ändere aber nichts an seinen Verdiensten für Frankreich.

Der französische Staatschef verteidigte damit eine Ehrung für Pétain und sieben andere Marschälle am Samstag im Pariser Invalidendom anlässlich des Waffenstillstands vor hundert Jahren.

Der 1856 geborene General Pétain wurde lange als «Held von Verdun» gefeiert, weil er die Stadt 1916 in einer monatelangen Schlacht gegen die Deutschen verteidigte. Danach wurde er zum Kommandanten der französischen Nordarmee ernannt und fügte den Deutschen zusammen mit Marschall Ferdinand Foch 1918 die entscheidende Niederlage zu.

FILE - This June 9, 1941file photo shows France's Marshal Philippe Petain pointing as he ordered our photographer from the room during the sell-out meeting of the Council of Ministers in Vichy, central France. French President Emmanuel Macron waded onto controversial ground Wednesday Nov.7, 2018 by praising a World War I general who subsequently collaborated with the Nazis in World War II.(AP Photo, File)

Philippe Pétain. Bild: AP/AP

Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich 1940 arbeitete Pétain mit den Nazis zusammen und wurde Regierungschef im unbesetzten Teil Frankreichs. Er war Kopf des sogenannten Vichy-Regimes, das bis 1944 mit den Nazis kollaborierte.

Pétain war massgeblich für die Deportation der französischen Juden mit verantwortlich. Er wurde nach Kriegsende 1945 wegen Hochverrats in Frankreich zum Tode verurteilt, das Urteil wurde jedoch in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Pétain starb 1951 im Alter von 95 Jahren.

Macron sagte mit Blick auf das Vichy-Regime: «Ich verschleiere kein Kapitel der Geschichte.» Aber die politische und menschliche Wirklichkeit sei «manchmal komplexer als man glauben mag». (aeg/sda/afp)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Astrogator 08.11.2018 07:50
    Highlight Highlight Pétain ist kein grosser Soldat sondern ein charakterlosen Opportunist. Hätte er im 1. Weltkrieg Verdun nicht halten können wäte Paris wohl innert Tagen gefallen und der Feigling hätte bereits da den Feind mit offenen Armen empfangen.
    • Liselote Meier 08.11.2018 11:15
      Highlight Highlight Nein Verdun liegt 200 km von Paris entfernt.
      Zu der Zeit war Grabenkrieg, da waren 200 km eine gewaltige Distanz.

      Du verwechselt wohl die Schlacht bei Verdun mit der Schlacht an der Marne (1914), wäre diese Schlacht verloren gegangen wäre Paris gefallen.
    • Alfadas 08.11.2018 13:46
      Highlight Highlight Zu Beginn der Schlacht gelang mehreren Deutschen Truppenteilen um Verdun beinahe der Durchbruch. Wäre dieser gelungen und die Achsenmächte hätte entsprechende Truppen nachgezogen, wäre tatsächlich kaum noch Widerstand bis Paris vorhanden gewesen und Paris wäre gefallen.
      In diesem Frontabschnitt war tatsächlich Verdun "Die schützende Festung von Paris".

      Gruss ;)
    • Liselote Meier 08.11.2018 15:07
      Highlight Highlight Ziemlich unwahrscheinlich wenn man sich die Karte anschaut und die Brusilov Offensive und die Schlacht an der Somme mit einbezieht. Waren überall gebunden, woher hätten sie Truppen nachziehen sollen und dies ziemlich schnell? Der Frontbogen wäre verloren gegangen mehr nicht.
      Benutzer Bild
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  • swisskiss 07.11.2018 23:19
    Highlight Highlight Macron in Umfragen hinter Le Pen....mmhhh, da muss wohl auf der Weide gaanz weit hinten rechts noch ein wenig abgegrast werden.
  • Linus Luchs 07.11.2018 18:10
    Highlight Highlight Es braucht keine Ehrungen für Kriegsherren. Es genügt vollkommen, sie in ihrer geschichtlichen Rolle zu verstehen und einzuordnen. Wenn schon Ehrungen, dann für Menschen, die sich gegen die totalitäre, Tod bringende Macht gestellt haben, wie zum Beispiel Jean Moulin in Frankreich oder die Geschwister Scholl in Deutschland. Es gäbe noch viele weitere Menschen, die ihr Leben riskiert oder gar verloren haben, um die Leben der Verfolgten zu retten. Ihnen gebührt die Ehre! An die Motive ihres Handelns soll erinnert werden. Das brächte die Menschenheit weiter als die Ehrung von Generälen.
    • Amateurschreiber 07.11.2018 18:55
      Highlight Highlight Leider haben aber Kriegsherren mehr Einfluss, als einzelne "moralische Helden". Ein Feldmarschall Montgomery besiegte die Nazis in Afrika und hatte dadurch einen entscheidenden Einfluss auf den Niedergang des Dritten Reichs. Der Einfluss der Geschwister Scholl dagegen war wohl praktisch null. Im Gegenteil: Ihre Hinrichtung wirkte eher abschreckend. Erst im Nachhinein wurden sie zu Märtyrern. Wobei "Feigenblätter" imho zutreffender ist!
    • sslider 07.11.2018 22:34
      Highlight Highlight Sehr guter Kommentar,Respekt!
    • pamayer 08.11.2018 05:36
      Highlight Highlight Definitiv.
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  • leu84 07.11.2018 17:56
    Highlight Highlight Petain ist ein Feigling aufgrund des zweiten Weltkriegs
  • Fabio74 07.11.2018 17:35
    Highlight Highlight Wie eklig ist das denn?
    • Neemoo 07.11.2018 18:07
      Highlight Highlight Leider funktioniert diese Welt im Moment so.
  • walsi 07.11.2018 17:25
    Highlight Highlight Der französische Präsident ist ein Simpel. Nur weil jemand mal was Gutes getan hat rechtfertigt das spätere Taten nicht.
    • ujay 07.11.2018 17:34
      Highlight Highlight @Walsi. Apropos simpel, um Rechtfertigung geht es gar nicht. Thema nicht verstanden.
    • El Vals del Obrero (ex Meine Senf) 07.11.2018 17:49
      Highlight Highlight Selbstverständlich nicht. Aber etwas Schlechtes, dass man später getan hat, löscht trotzdem nicht das was man zuvor getan hat einfach aus.
    • rueuni11 07.11.2018 20:11
      Highlight Highlight Nein tut es auch nicht, da bin ich ganz deiner Meinung, das hat Macron ja aber auch nicht gesagt.
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  • LukasBrunner 07.11.2018 17:05
    Highlight Highlight Bei diesen Anlässen ging es um den Ersten Weltkrieg. Wie im Artikel erwähnt war Pétain 1916 in Verdun um GEGEN die Deutschen zu kämpfen. Und Macron hat ganz klar seine Taten im Zweiten Weltkrieg denuziert. Sehe hier kein Problem.
    • Randy Orton 07.11.2018 17:32
      Highlight Highlight Soll man Hitler also auch für seine Taten im 1. Weltkrieg abfeiern? Ich denke wenn Merkel solche Aussagen tätigen würde, wäre der Aufschrei ungleich grösser.
    • fuegy 07.11.2018 18:33
      Highlight Highlight Randy Orton
      Pétain mit Hitler vergleichen, mol, das passt... nicht! Pétain war ein Offizier im 1. Weltkrieg, Hitler ein Meldegänger. Das Hitler im 1. WK etwas geleistet hat als Soldat, ist ein Mythos. Und was Hitler im 2. WK alles befohlen hat, ist in keiner Weise vergleichbar mit der aufgezwungenen Kolaboration von Pétain.
    • MaskedGaijin 07.11.2018 19:25
      Highlight Highlight Hitler hat aber auch nicht den ersten Weltkrieg, für Frankreich, gewonnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • jubeln 07.11.2018 17:05
    Highlight Highlight In der Mitte auf dem Foto steht nicht Rommel sondern Paul-Otto Schmidt
    • sslider 07.11.2018 17:59
      Highlight Highlight Du hast Recht,er war Dolmetscher(Wiki)
  • chorax 07.11.2018 16:41
    Highlight Highlight Das war nicht geschickt von Macron, ausser er wollte Zwietracht sähen in seinem Land.
    • TheRealSnakePlissken 07.11.2018 23:55
      Highlight Highlight Macron veranstaltet immer mehr Hektik, schwafelt sich um Kopf und Kragen, wahrscheinlich, weil seine Zustimmungswerte unterirdisch sind. Erinnert langsam an den Oberhektiker Sarkozy, seinen Vorvorgänger. Wie bei ihm und dem Langweiler Holländern wird es wohl bei einer Amtszeit bleiben. Sagte mal jemand: „Die Franzosen lieben das Neue, aber sie hassen die Veränderung.“
  • inmi 07.11.2018 16:30
    Highlight Highlight Ich habe ja die Vermutung, dass Journalisten in den nächsten Monaten weniger anhimmelnde Macron-Porträts schreiben werden.

    Dann noch die Sache mit der EU-Armee zur Verteidigung gegen (!) die USA. Wobei, einige werden das gut finden...

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