International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
French National Front political party leader and candidate Marine Le Pen reacts as she delivers her speech after the announcement of the results during the first round of the regional elections in Henin-Beaumont, France, December 6, 2015.        REUTERS/Pascal Rossignol

Marine Le Pen: «Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht.»
Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

«Le choc» – Das sind die Reaktionen in Frankreich nach dem Triumph des Front National

Der rechtsextreme Front National hat die erste Runde der Regionalwahlen in Frankreich gewonnen. Marine Le Pen spricht von der «ersten Partei» des Landes. Französische Tageszeitungen titeln schlicht: «Der Schock».

07.12.15, 05:35 07.12.15, 08:21


Ein Artikel von

«Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht.» Mit diesen Worten hat Marine Le Pen auf das Ergebnis der französischen Regionalwahlen reagiert. Die 47-Jährige ist Parteichefin des rechtsextremen Front National (FN) – und der kam in der ersten Runde landesweit auf rund 28 Prozent.

Triumph des Front National

In der ersten Runde der Regionalwahlen in Frankreich ist die rechtsextreme Partei Front National (FN) mit etwa 28 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz gelandet. Wer in den Regionalparlamenten künftig die Mehrheit hat, wird aber erst in der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag entschieden. Sozialisten und Konservative könnten nun theoretisch gemeinsam versuchen, der FN in der zweiten Runde den Weg zu verbauen. Beide Parteien müssten dazu ihre Listen zusammenlegen – oder eine Partei müsste zugunsten der anderen ihre Liste zurückziehen. Die konservativen Republikaner lehnten ein solches Vorgehen aber noch am Wahlabend ab. 

sda/afp

Le Pen und ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen holten in ihren Regionen im Norden und im Südosten des Landes sogar jeweils mehr als 40 Prozent der Stimmen. Marine Le Pen nannte den FN die «erste Partei Frankreichs».

AVIGNON, FRANCE - DECEMBER 06: Marion Marechal Le Pen, vice-president of the French far-right Front National (FN) party and candidate for the regional elections in the Provence-Alpes-Cote d'Azur (PACA) region, speaks to supporters after the annoucement of the results on December 6, 2015 in Avignon, France. Marion Marechal Le Pen has won the first round of the regional election with a reported 40,2 percent of the vote. (Photo by Patrick Aventurier/Getty Images)

Le Pens Nichte Marion Maréchal-Le Pen.
Bild: Getty Images Europe

Doch nicht jeder freut sich so sehr über das Ergebnis wie die Parteichefin. Im sozialen Netzwerk Twitter machen derzeit Bilder von Titelseiten französischer Tageszeitungen die Runde. So haben sich beispielsweise «L'Humanité» und «Le Figaro» in ihren Montagsausgaben für dieselbe Schlagzeile entschieden: «Le choc», «Der Schock».

«Die braunen Schatten der Regionalwahlen 2015», schreibt «L'Humanité» dazu:

Auch die Zeitung «Libération» hob Marine Le Pen auf die Titelseite ihrer Montagsausgabe, dazu die Schlagzeile: «Es wird immer enger.»

Mit einem recht guten Abschneiden des Front National war nach der Terrorserie in Paris gerechnet worden. Bei der Attacke am 13. November starben 130 Menschen, die Terrormiliz IS hat sich dazu bekannt. Die rechtsextreme Partei machte im Wahlkampf gegen Europa und Ausländer Stimmung, forderte die Schliessung der Grenzen und mehr innere Sicherheit. Am Sonntagabend erreichte sie nun ein historisches Wahlergebnis.

Schon kurz vor der Abstimmung hatte die Zeitung «Libération» geschrieben, der FN spiele «mit den Ängsten der Menschen und der Ablehnung von Aussenstehenden». «Le Monde» bezeichnete die Partei als «eine grosse Gefahr für Frankreich» und sein internationales Ansehen.

Am kommenden Sonntag findet der zweite Wahlgang statt. Es ist die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017.

Eine gewaltige Anschlagsserie erschüttert Paris

(aar/dpa)

Abonniere unseren Daily Newsletter

17
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • felixJongleur 07.12.2015 11:23
    Highlight Man tut den Franzosen wohl unrecht das erstarken des FN den Anschlägen zuzuschreiben. Die aktuelle Regierung hat ja in Umfragen sogar zugelegt nach diesen. Die Leute sind doch schlichtweg extrem unzufrieden mit den Verhältnissen der letzten Jahre. Siehe bpsw. die Bauern die massivst gegen Brüssel protestieren, die haben sicher auch alle FN gewählt. Zudem, ein Land in dem grosse Teile der Bevölkerung in den Banlieues ohne Perspektive bleiben und ein Verhalten wie von DSK fast schon akzeptiert wird von den Eliten, da liegt ganz grundsätzlich was im Argen. Aber jo, nicht direkt unser Bier.
    7 1 Melden
    • OrionOli 07.12.2015 12:38
      Highlight Zustimmung.
      Aber lassen sich diese Probleme durch den Front National lösen?

      Die Antwort lautet nein, sie werden nur noch mehr verschlimmert.
      Es muss doch andere Wege geben, sich bemerkbar zu machen ohne diese Rechtsextremen zu wählen..
      1 1 Melden
  • pedrinho 07.12.2015 11:01
    Highlight Ich unterlasse eine bewertung der franz. waehler und politiker.

    Doch was will/kann ein buerger noch tun wenn er ein zeichen setzen will ? Geht er nicht zur wahl, wursteln die bisherigen weiter wie gehabt.

    Veraenderungen sind noetig, in vielen laendern und echte alternativen stehen nie (nicht wirklich) zur verfuegung also -
    je nach geschmack der so genannte linke oder rechte rand.

    Es bleibt zu hoffen, dass sich nach "extremen" ausschlaegen gelegentlich wieder eine mitte finden laesst.

    5 1 Melden
  • ferox77 07.12.2015 10:02
    Highlight Frankreichs Bevölkerung ist durch Einwanderung, speziell in den 50er und 60er Jahren, geprägt. Von einer gelungenen Integration kann man aber kaum sprechen. Solche extremen Ereignisse wie die Anschläge in Paris tun ihr übriges. Aber auch die Alltagserfahrungen mit brennenden Autos in den Banlieues beunruhigen viele Franzosen.
    Vielleicht benötigt man gar keine seitenlangen Erklärungen und Analysen. Vielleicht sind viele Franzosen schlicht der Meinung, dass man nach so vielen Jahrzehnten des Versuchs einer Integration langsam die Frage stellen sollte, ob diese Einwanderung nicht ein Fehler war.
    21 4 Melden
    • ferox77 07.12.2015 10:40
      Highlight 2)
      Eines lässt sich mit dem Ergebnis aber jetzt schon festhalten. Deutschland kann bei seinem Kurs in Sachen Flüchtlinge nun nicht mehr auf Frankreich zählen. Ausser F. Hollande will direkt politischen Selbstmord begehen.
      16 3 Melden
  • Elkomentarias 07.12.2015 08:56
    Highlight Und täglich grüßt das Murmeltier.
    2 7 Melden
  • saukaibli 07.12.2015 08:46
    Highlight Wieso wird eigentlich der Front National als rechtsextrem bezeichnet und die SVP als rechtskonservativ, obwohl die Parteien so ziemlich genau gleich politisieren? OK, der FN will Sozialleistungen nicht so krass kürzen wie die SVP, aber in Ausländerfragen sind sie sich doch sehr ähnlich.
    20 16 Melden
    • Duweisches 07.12.2015 10:51
      Highlight Deine Blitzli stimmen mich traurig...
      9 5 Melden
    • DerWeise 07.12.2015 10:54
      Highlight FN sind weder Nazis noch ist die SVP rechtsextrem, noch sind es die Mehrheit deren Wähler.

      Die SVP ist so breit aufgestellt von Wirtschaftsgrössen, Bauern, ect...

      PNOS ist rechtsextrem. Die heutigen Republikaner in Amerika sind rechtsextrem...

      11 7 Melden
    • DerWeise 07.12.2015 13:54
      Highlight ....schön dann bin ich halt ein Komnunist(?)
      Hauptsache man hat andersdenkende in eine gewisse Schublade geschmissen ;)
      1 0 Melden
  • Furax 07.12.2015 08:44
    Highlight "...der FN spiele «mit den Ängsten der Menschen und der Ablehnung von Aussenstehenden»" ah ja, die Medien machen das ja nicht...
    14 3 Melden
  • TschGadEis 07.12.2015 08:08
    Highlight Wieso wird der FN als "rechtsextrem" bezeichnet und die SVP nicht? Gab doch mal eine Untersuchung, die aufzeigte, dass die SVP weit rechter politisiert als der FN. Will nicht sagen, dass der FN nicht "rechtsextrem" ist, mir fällt dies nur jedes Mal auf...
    13 17 Melden
    • Duweisches 07.12.2015 10:52
      Highlight Du siehst an deinen Herzli/Blitzli warum das die Medien nicht machen...
      4 3 Melden
    • TschGadEis 07.12.2015 11:02
      Highlight @Duweisches: Allerdings...

      Soll mir doch jemand der Blitzli-Geber aufzeigen, in welchen Punkten die SVP "linker" agiert als der FN..?
      9 2 Melden
    • Duweisches 07.12.2015 11:37
      Highlight Diese Punkte gibt es nicht... Aber das ist der Vorteil im Internet für solche Leute: Anonymität. Im echten Leben würde sich kaum einer auf eine Diskussion einlassen...
      6 0 Melden
  • Kronrod 07.12.2015 06:45
    Highlight Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist wohl auch, dass der FN Kreide gefressen hat und nicht mehr so weit rechts politisiert wie unter Marine's Vater.
    39 6 Melden
  • tomdance 07.12.2015 05:47
    Highlight Aufgabe: Ersetze im folgenden Text die Namen der Partei, des Landes und der Zeitungen durch die Namen heimischer Presseerzeugnisse und einer Schweizer Partei und prüfe den Text sorgfältig auf seine Plausibilität.

    "Schon kurz vor der Abstimmung hatte die Zeitung «Libération» geschrieben, der FN spiele «mit den Ängsten der Menschen und der Ablehnung von Aussenstehenden». «Le Monde» bezeichnete die Partei als «eine grosse Gefahr für Frankreich» und sein internationales Ansehen."
    40 25 Melden

SP-Nationalrat wollte in der Türkei Prozess beobachten und musste Flucht ergreifen

Um sich ein Bild vor Ort zu machen, bereiste der SP-Nationalrat Fabian Molina die Osttürkei. Sein Versuch als Beobachter an einem Gerichtsprozess teilzunehmen, scheiterte.

Gemeinsam mit dem emeritierten Soziologie-Professor Ueli Mäder und dem Präsidenten des Schweizerischen Friedensrats Ruedi Tobler bereiste der SP-Nationalrat Fabian Molina anfangs Oktober die Osttürkei. Fünf Tage war die kleine Reisegruppe unterwegs. Zurückgekommen ist sie mit einem Strauss voller intensiver Erfahrungen. 

Die Mission sei gewesen, sich ein Bild der aktuellen Situation in der Türkei und speziell von derjenigen der ethnischen Minderheiten zu verschaffen. Seit seinem …

Artikel lesen