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Sarkozy, Juppé oder Fillon: Frankreichs Konservative wählen Präsidentschafts-Kandidaten



From L-R : Former French prime minister Francois Fillon, former French prime minister and Bordeaux's mayor Alain Juppe, and former French president and head of the conservative Les Republicains political party Nicolas Sarkozy attend the summer university camp held by Loire-Atlantique Republicans Party in La Baule, France, September 5, 2015. REUTERS/Stephane Mahe

Fillon, Juppé oder Sarkozy? Bild: STEPHANE MAHE/REUTERS

Fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl wählen Frankreichs Konservative ihren Spitzenkandidaten an die Urnen gerufen. Favoriten sind Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und die früheren Premierminister Alain Juppé und François Fillon.

Insgesamt stellten sich zur ersten Runde der Abstimmung am Sonntag sieben Kandidaten der konservativen Republikaner zur Wahl. Ausser Sarkozy, Juppé und Fillon, der zuletzt überraschend aufgeholt hatte, wurden aber niemandem ernsthafte Chancen ausgerechnet. Die beiden Erstplatzierten der ersten Runde treten am Sonntag kommender Woche in einer Stichwahl gegeneinander an.

Video: watson.ch

Frankreichs Konservative bestimmen ihren Präsidentschaftskandidaten erstmals in ihrer Geschichte in einer Vorwahl. Teilnehmen dürfen alle wahlberechtigten Franzosen, die zwei Euro zahlen und eine Erklärung unterschreiben, dass sie «die republikanischen Werte der Rechten und des Zentrums» teilen.

Das Interesse an der Urwahl war riesig: In den ersten Stunden hatten bereits mehr als mehr als 1.1 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben, wie Organisationschef Thierry Solère dem Sender LCI sagte. Rund 10'000 Wahlbüros wurden eingerichtet, die bis 19.00 Uhr geöffnet haben sollten. Mit Ergebnissen wurde im Laufe des Sonntagabends gerechnet.

Vorgezogene Präsidentschaftswahl

Der Abstimmung kommt eine besondere Bedeutung zu: Die konservativen Republikaner haben beste Chancen, bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai 2017 den Sieg davonzutragen. Denn zum einen ist der sozialistische Amtsinhaber François Hollande so unbeliebt wie kein anderer Präsident in Frankreichs jüngerer Geschichte. Bei einer Kandidatur würde er Umfragen zufolge schon in der ersten Runde scheitern - wie jeder andere linke Kandidat auch.

Zum anderen dürfte Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Partei Front National, zwar in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl einziehen. Dort hätte sie aber Meinungsforschern zufolge so gut wie keine Chancen auf einen Erfolg. Die Vorwahl gilt daher als eine Art vorgezogene Präsidentschaftswahl.

Zunächst hatte es nach einem Rennen zwischen Sarkozy und Juppé ausgesehen - am Freitagabend jedoch wurde eine Umfrage veröffentlicht, in der überraschend Fillon knapp an die erste Stelle rückte. Er gab seine Stimme am Sonntag in Paris ab.

Das Medieninteresse war riesig, er gab aber keine Erklärung ab. Für 22.30 Uhr war eine Erklärung Fillons angesetzt. Juppé nahm in der westfranzösischen Stadt Bordeaux, deren Bürgermeister er ist, an der Abstimmung teil; Sarkozy gab seine Stimme in Paris ab.

Sarkozy fährt Rechtskurs

Die sieben konservativen Präsidentschaftsanwärter waren während des Wahlkampfes in drei TV-Debatten gegeneinander angetreten. Insbesondere in wirtschaftspolitischen Fragen ähneln sich die Programme der Kandidaten: Alle wollen die 35-Stunden-Woche weiter lockern, Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, die Staatsausgaben drastisch kürzen und dazu zahlreiche Beamtenstellen streichen.

Bei Fragen von Sicherheit, Einwanderung und Integration wurden dagegen Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich. So fährt Ex-Staatschef Sarkozy einen scharfen Rechtskurs, während sich Juppé und Fillon eher in der politischen Mitte verorten.

Entscheidend wird nun auch sein, wie viele Anhänger der Sozialisten an der Vorwahl teilnehmen, die sich eigentlich an bürgerlich-konservative Wähler richtet. Sie könnten mit ihrer Stimme vor allem einen bestimmten Präsidentschaftskandidaten der Konservativen verhindern wollen. (sda/afp/dpa)

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