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«Inakzeptabel und abscheulich» – Fake News führten zu Gewalt gegen Roma



epa07148128 French government spokesperson Benjamin Griveaux delivers a speech and answers questions from the press after a cabinet meeting at the prefecture in Charleville-Mezieres, northeastern France, 07 November 2018, as part of a World War One commemoration tour. French President Macron started a week of commemorations for the 100th anniversary of the end of World War One, which is set to mix remembrance of the past and warnings about the present surge in nationalism around the globe.  EPA/ETIENNE LAURENT / POOL

Regierungssprecher Benjamin Griveaux bezeichnete die Vorfälle als inakzeptabel und abscheulich. Bild: EPA/EPA POOL

Nach Übergriffen auf Roma in Pariser Vororten hat Frankreichs Regierungssprecher die Gewalt scharf verurteilt. Die Vorfälle seien inakzeptabel und abscheulich, sagte Benjamin Griveaux am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Paris.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch der Kampf gegen Fake News, denn Gerüchte in sozialen Netzwerken hatten die Übergriffe ausgelöst. Im Netz wurde der Roma-Gemeinschaft unterstellt, Kinder im Zusammenhang mit Organhandel und Prostitution in Lieferwagen zu entführen.

«Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte in sozialen Netzwerken über Kindesentführungen (...) Es gab keine Entführungen oder versuchte Entführungen von Kindern im Département»

Daraufhin kam es am Montagabend vor allem in den Vororten im Département Seine-Saint-Denis im Nordosten der französischen Hauptstadt zu Übergriffen auf Roma. «Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte in sozialen Netzwerken über Kindesentführungen (...) Es gab keine Entführungen oder versuchte Entführungen von Kindern im Département», schrieb die Präfektur am Mittwoch auf Twitter.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bobigny befanden sich am Dienstagabend 19 Menschen unter anderem wegen vorsätzlicher Gewalttaten in Polizeigewahrsam.

«Die Verbreitung falscher Informationen hat in den vergangenen Tagen (...) zu einer Reihe von Gewaltakten gegen Mitglieder der Roma-Gemeinschaft und zu Vergeltungsmassnahmen durch diese geführt», hiess es in einer Mitteilung. Entführungen oder entsprechende Versuche seien nicht bei der Polizei gemeldet worden, man prüfe aber Berichte über verdächtige Verhaltensweisen.

Nach Angaben des Senders France Info versammelten sich am Montagabend in mehreren Vororten Dutzende Menschen bewaffnet mit Messern und Stöcken vor Unterkünften von Roma. Autos wurden in Brand gesetzt, es kam zu Schlägereien. Bereits am 16. März sollen Jugendliche einen Lieferwagen attackiert haben, die beiden Insassen seien leicht verletzt entkommen. (sda/dpa)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sama 27.03.2019 22:28
    Highlight Highlight Wer erinnert sich noch an Maria? Das blonde griechische Mädchen das bei Roma aufwuchs und nichts anderes, als entführt sein konnte. Ein Sturm der Entrüstung fegte über Europa und durch die sozialen Medien.
    Es stellte sich zwar raus, dass es tatsächlich nicht die leibliche Tochter war: sie wurde von der leiblichen bulgarischen Mutter - ebenfalls einer Romni - den Leuten schon als Säugling überlassen und ist ein Albino. Darüber wurde jedoch nur wenig berichtet - in Erinnerung geblieben ist das unglaublich schnelle Aufflammen der alten Mär an ein durch Zigeuner gestohlenes Kind.
  • Sherlock_Holmes 27.03.2019 14:51
    Highlight Highlight Das hatten wir alles schon – Unterstellungen von Ritualmorden und Brunnenvergiftungen, mit verheerenden Folgen für die Juden, welche durch sich wiederholende Pogrome vertrieben und umgebracht wurden.

    Mit dem Unterschied, dass sich heute Diffamierungen durch die sozialen Netzwerke noch viel schneller und effizienter verbreiten.

    Ob Juden, Roma oder Afrikaner, die Dynamik ist genauso erschreckend wie abscheulich und wird durch die rechtspolitischen Parteien weiterhin befeuert – zusätzlich verstärkt durch religiöse Gegensätze und Konflikte.

    Darum gibt nur eines:
    Der entschiedene Widerstand!
    • Sherlock_Holmes 27.03.2019 16:55
      Highlight Highlight Wobei hinzugefügt werden muss, dass – abgesehen vom jüdisch-arabischen Konflikt – zum Teil auch linksgerichtete Gruppierungen Gefahr laufen, nicht genügend trennscharf zwischen dem israelisch-palästinensischen Konflikt und den divergierenden Strömungen innerhalb des jüdischen Selbstverständnisses zu unterscheiden.
      Gegenüber den Roma, wie auch den afrikanischen Bevölkerungsgruppen ist diese Schlagseite weniger ausgeprägt.

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