International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07325421 Protesters hold a banner reading 'Stop the Violence' as thousands of 'Foulards Rouges' (Red Scarfs) demonstrators march in support of the government policy in Paris, France, 27 January 2019. This march is organized to support the government and denunciate the so-called 'gilets jaunes' (yellow vests), a grassroots protest movement with supporters from a wide span of the political spectrum, that originally started with protest across the nation in late 2018 against high fuel prices. The movement in the meantime also protests the French government's tax reforms, the increasing costs of living and some even call for the resignation of French President Emmanuel Macron.  EPA/ETIENNE LAURENT

Die «Rotschals» haben genug von der Gewalt.  Bild: EPA/EPA

«Nein zur Revolution»: In Frankreich wurde wieder demonstriert – gegen die «Gelbwesten»



In Paris haben am Sonntag mehrere Tausend «Rotschals» gegen die Protestbewegung der «Gelbwesten» demonstriert. Die Kundgebung setzte sich am Nachmittag bei Regenwetter von der Place de la Nation aus in Bewegung. Die Teilnehmer, von denen viele rote Schals trugen, gingen nach eigenen Angaben gegen die Gewalt am Rande der «Gelbwesten»-Proteste und für die Institutionen der Republik auf die Strasse.

Am Samstag hatten die «Gelbwesten» («Gilets Jaunes») landesweit 69'000 Menschen mobilisiert, es kam erneut zu Ausschreitungen.

Die Teilnehmerzahl bei der Demonstration der «Rotschals» («Foulards Rouges») blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Organisatoren hatten am Vormittag mit mindestens 10'000 Teilnehmern gerechnet – so viele hatten zuvor über das Online-Netzwerk Facebook ihre Teilnahme an dem «Republikanischen Marsch der Freiheiten» in der französischen Hauptstadt zugesagt.

An der Spitze des Demonstrationszugs skandierten die Aktivisten «Ja zur Demokratie, nein zur Revolution». Zu sehen waren mehrere Frankreich-Fahnen und eine Handvoll Europa-Fahnen. Einige Teilnehmer trugen T-Shirts mit Aufschriften wie «Ich liebe meine Republik» oder «Stoppt die Gewalt».

Präsidentenfreundliche «Rotschals»

Der Initiator der «Rotschals», Laurent Soulié, steht der Partei Die Republik in Bewegung (La République en Marche) von Präsident Emmanuel Macron nahe. Der Ingenieur aus Toulouse hatte die Idee zu der Demonstration Mitte Dezember bei Facebook lanciert. Das Kennzeichen der roten Schals geht auf eine Protestgruppe zurück, die seit Ende November gegen die Strassenblockaden der «Gelbwesten» demonstrierte.

epa07325844 Laurent Soulie (C), at the initiative of the movement, takes part of a protest with thousands of 'Foulards Rouges' (Red Scarfs) demonstrators march to support of the government policy in Paris, France, 27 January 2019. This march is organized to support the government and denunciate the so-called 'gilets jaunes' (yellow vests), a grassroots protest movement with supporters from a wide span of the political spectrum, that originally started with protest across the nation in late 2018 against high fuel prices. The movement in the meantime also protests the French government's tax reforms, the increasing costs of living and some even call for the resignation of French President Emmanuel Macron.  EPA/ETIENNE LAURENT

Laurent Soulié (Mitte) Bild: EPA/EPA

Diese hatten am elften Protest-Samstag in Folge 69'000 Franzosen auf die Strasse gebracht, wie das Innenministerium mitteilte. In Paris demonstrierten demnach rund 4000 «Gelbwesten» gegen den Reformkurs von Präsident Macron.

Im Vergleich zum vorherigen Samstag gingen die Teilnehmerzahlen leicht zurück. Am vergangenen Wochenende hatten sich landesweit 84'000 Menschen beteiligt, in Paris waren es 7000 gewesen.

Die «Gelbwesten»-Proteste richten sich gegen die Reformpolitik der Regierung. Ein weiteres Konfliktthema ist die als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Einige «Gelbwesten» fordern auch den Rücktritt von Staatspräsident Macron. Der 41-Jährige ist mit der bislang schwersten Krise seiner Amtszeit konfrontiert, die im Mai 2017 begonnen hatte.

Zur Entschärfung des Konfliktes hatte Macron im Dezember mit milliardenschweren Sozialmassnahmen reagiert. Ausserdem rief er eine «Bürgerdebatte» ins Leben, bei der Bürger bis Mitte März in ihren Gemeinden Vorschläge machen können. Macron nahm in der zurückliegenden Woche selbst an einem solchen Gespräch in Süden des Landes teil.

Die Forderungen der Gelbwesten:

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Zusammenstösse an Place de la Bastille

In Paris kam es am Samstag an der Place de la Bastille zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die Wurfgeschosse auf Polizisten warfen. Nach Angaben der Präfektur wurden dabei 22 Menschen festgenommen.

epa07324619 (FILE) - Activist Jerome Rodriguez, leader of the Yellow Vest movement, films a march during the 'Acte VIII' demonstration (the 8th consecutive national protest on a Saturday)  in Paris, France, 05 January 2019 (issued 27 January 2019). According to media reports, Rodrigues was wounded by an alleged shot in the eye during clashes with riot police at the Place de la Bastille in Paris on 26 January 2019. The police was said to have launched an investigation into the incident, media added.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Jérôme Rodrigues Bild: EPA/EPA

Jérôme Rodrigues, eines der Sprachrohre der «Gelbwesten», wurde schwer am Auge verletzt. Er sei von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden, sagte sein Anwalt Philippe de Veulle am Sonntag dem Fernsehsender BFM. «Er wird sein Leben lang behindert sein.» Das Projektil sei von anderen Demonstranten als Beweisstück eingesammelt worden.

Der Einsatz von Gummigeschossen ist umstritten. Innenminister Christophe Castaner hatte angekündigt, die Sicherheitskräfte mit Körperkameras auszustatten, um die Einsätze besser zu dokumentieren. Der linke Oppositionspolitiker Jean-Luc Mélenchon forderte nach der Verletzung von Rodrigues den Rücktritt Castaners.

epa07276997 French Interior Minister Christophe Castaner (C) at the scene of an explosion at a bakery near Rue de Trevise in Paris, France, 12 January 2019. According to police, a suspected gas leak has lead to an explosion of a bakery in Paris, injuring several people and damaging surrounding buildings.  EPA/IAN LANGSDON

Christophe Castaner (Mitte) Bild: EPA/EPA

Zusammenstösse gab es auch in den «Gelbwesten»-Hochburgen Toulouse und Bordeaux im Südwesten Frankreichs sowie im Süden in Montpellier und Avignon, ausserdem in mehreren westfranzösischen Städten.

Aufruf zu neuen «Nuits debout»

Erstmals hatten Aktivisten am Pariser Bastille-Platz zudem zu einer «gelben Nacht» aufgerufen. Vorbild war die Sozialbewegung «Nuit debout», die 2016 gegen die Arbeitsrechtsreform der sozialistischen Vorgängerregierung protestierte. Die Versammlung wurde nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP jedoch schnell beendet. (sda/afp/dpa)

Gelbe Westen – Gilets Jaunes – Proteste in Frankreich

Was wollen die «gilets jaunes»? Wir haben sie in Paris gefragt

Link zum Artikel

«Die Franzosen wollen Revolutionen, verhalten sich dann aber konservativ»

Link zum Artikel

Die gelbe Wut: Das passiert gerade in Paris

Link zum Artikel

Macron und Frankreichs Regierung beraten über Krise – «Gelbwesten» machen weiter

Link zum Artikel

Massenproteste in Frankreich eskalieren – darum sind die Franzosen wütend auf Macron

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Massenproteste in Frankreich eskalieren:

Das könnte dich auch interessieren:

Mehr als 70 Tote nach Zyklon «Idai» 

Link zum Artikel

Boeing 737 Max 8: Diese europäischen Airlines setzen ebenfalls auf die Unglücksmaschine

Link zum Artikel

«Er hatte keine Zeit für mich» – Streit zwischen Federer und Djokovic eskaliert

Link zum Artikel

Mein Abstieg in die Finsternis – Wie ich zur Katzenfrau wurde

Link zum Artikel

So ticken die Putinversteher

Link zum Artikel

Es lebe die Superheldin! Steckt euch euren «Feminismusscheiss» sonstwohin

Link zum Artikel

5 Elektroauto-Gerüchte im Check: Ein paar sind richtig, ein paar aber kreuzfalsch

Link zum Artikel

Hat das Parlament gerade unser Internet gerettet? – Es soll kein Zwei-Klassen-Netz geben

Link zum Artikel

Kevin Schläpfer – Oltens verpasste «Jahrhundert-Chance» und Langenthals «Anti-Anliker»

Link zum Artikel

«Vielleicht sind die Regeln einfach falsch» – VAR-Penalty sorgt für hitzige Diskussionen

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

Man liebt den Verrat, aber selten die Verräterin – nein, Galladé verdient Lob

Link zum Artikel

Der EHC Kloten, die Hockey-Titanic – so viel Talent, so miserabel trainiert und gecoacht

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz! Heute mit einer Premiere!

Link zum Artikel

«Rape Day»: Gaming-Plattform bringt Vergewaltigungsgame raus – und löst Shitstorm aus

Link zum Artikel

Schär ist der beste Verteidiger in England – nach dem Supertor dreht sogar Shearer durch

Link zum Artikel

Warum die FDP (vielleicht) gerade unsere Beziehung zu Europa gerettet hat

Link zum Artikel

Erleuchtung für 190 Franken: Ist diese 17-Jährige die neue Uriella?

Link zum Artikel

10 Schauspieler, die ihre grössten Rollen nicht mehr leiden können

Link zum Artikel

Papst Franziskus – der Reformer, der keiner ist

Link zum Artikel

Stellt das Popcorn bereit: Trumps Anwalt Michael Cohen will auspacken

Link zum Artikel

Samsung hat das Galaxy Fold enthüllt, das unsere Smartphones für immer verändern könnte

Link zum Artikel

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

Link zum Artikel

Warum der Schweizer Klubfussball auf dem absteigenden Ast ist

Link zum Artikel

5 Promi-Seitensprünge und ihre Ausgänge (und was diese Dame damit zu tun hat)

Link zum Artikel

9 Grafiken rund um das Elektroauto in der Schweiz

Link zum Artikel

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • no-Name 28.01.2019 11:21
    Highlight Highlight Gelbwesten!
    Rotschals?

    Gab auch schon die Sansculottes...

    Die habens mit der Kleidung! 🤷🏽‍♂️

  • Skeptischer Optimist 28.01.2019 10:29
    Highlight Highlight "Die Teilnehmerzahl bei der Demonstration der «Rotschals» («Foulards Rouges») blieb hinter den Erwartungen zurück."

    Also ein Rohrkrepierer.
  • Lörrlee 28.01.2019 08:43
    Highlight Highlight Als nächstes kommen dann die "Blaukondome"
  • rodolofo 28.01.2019 06:57
    Highlight Highlight Wir beobachten eine "Thailandisierung" der französischen Politik!
    In Thailand rivalisieren "Gelb-Leibchen" mit "Rot-Leibchen".
    Die Partei-Programme bestehen im wesentlich aus "via Staatsmacht abkassieren und die eingetriebenen Schutzgelder unter den eigenen Mitgliedern verteilen" (Staats-Mafia).
    Das ist doch schon fast rührend kindlich und direkt!
    Was heisst eigentlich "Rotschal" auf Französisch?
    Gemäss google Übersetzer: "Foulard Rouge".
    Wieder was gelernt!
  • Nelson Muntz 28.01.2019 06:30
    Highlight Highlight Nach den Gelbwesten und Rotschals gehen als nächstes wohl die Tigertangas auf die Strasse.
  • skofmel79 28.01.2019 06:30
    Highlight Highlight Regenbogen-Frankreich: Gelbwesten gegen Macron, Rotschals gegen Gelbwesten, Grünmützen für weniger rot in Schals, Blaustiefel für tiefere Alkoholsteuer. Am Ende müssen alle einsehen, dass ohne arbeiten gehen niemand den anderen finanzieren kann✌
    • Lörrlee 28.01.2019 11:04
      Highlight Highlight Die Modebranche in Paris freut's
  • Rumbel the Sumbel 28.01.2019 05:42
    Highlight Highlight So, gibt es doch noch Gegensteuer.
  • elco 28.01.2019 05:26
    Highlight Highlight Danke Foulard Rouges. Für Freiheit und Demokratie!
    • rodolofo 28.01.2019 06:57
      Highlight Highlight Diese Schals hinterlassen einen schalen Nachgeschmack...
  • Rhabarber 28.01.2019 01:26
    Highlight Highlight Die Bezeichnungen "Linke" und "Rechte" kamen ja aus Frankreich. Vielleicht haben wir hier den Anfang von "Gelben" und "Roten"? Gelbe für sich, Rote für alle?
    • rodolofo 28.01.2019 06:58
      Highlight Highlight Nein.
      Gelb symbolisiert China.
      Rot symbolisiert Venezuela.
    • Rhabarber 28.01.2019 15:12
      Highlight Highlight Farben symbolisieren vieles und sind nicht für bestimmte Nationen reserviert. Aber ich weiss, was du meinst. War ja nur so eine Idee, weil eben das Rechts und Links auch aus Frankreich kam. Ich hab nur zu viel Fantasie :D
  • Sir Konterbier 28.01.2019 00:54
    Highlight Highlight Man darf die 8 Gelbwesten welche in Genf demonstriert haben nicht vergessen!
  • Gurgelhals 28.01.2019 00:09
    Highlight Highlight Die spinnen, die Gallier...
    Benutzer Bild

Containerschiff sinkt vor Atlantikküste – es droht eine Umweltkatastrophe

Nach dem Untergang des Containerschiffs «Grande America» vor der französischen Atlantikküste hat sich ein kilometerlanger Ölteppich auf dem Meer gebildet. Ein Spezialschiff zur Bekämpfung von Meeresverschmutzung werde am Donnerstagmorgen erwartet.

Dies teilte die zuständige Meerespräfektur am Mittwochabend in Brest mit. Auch die Europäische Agentur für die See-Sicherheit wurde im Kampf gegen die Verschmutzung eingeschaltet.

Der Ölteppich sei etwa zehn Kilometer lang und etwas einen Kilometer …

Artikel lesen
Link zum Artikel