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Tränengas in Paris: Demonstranten verziehen sich aus dem Nebel. <strike>Hauptsache die Zigi nicht loslassen.</strike>
Tränengas in Paris: Demonstranten verziehen sich aus dem Nebel. Hauptsache die Zigi nicht loslassen.Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Frankreich rechnet mit François Hollande ab: Erneut heftige Ausschreitungen in Paris

15.04.2016, 02:2715.04.2016, 09:07

Am Rande der Proteste der Bewegung «Nuit debout» in Paris ist es am Donnerstagabend erneut zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Dies berichtete die Pariser Polizei.

Rund 20 Menschen seien festgenommen worden. Am Place de la République selbst, dem eigentlichen Ort der Proteste, schleuderten Aktivisten Wurfgeschosse auf Polizisten. Die Polizei setzte dort Tränengas ein. Laut Polizeiangaben wurden vier Demonstranten verletzt.

Bereits seit zwei Wochen treffen sich jeden Abend unter dem Motto «Nuit debout» («Nacht im Stehen» oder «Die Nacht über wach»') hunderte Demonstranten auf dem Place de la République, um gegen eine geplante Reform des Arbeitsrechts und für mehr soziale Gerechtigkeit zu protestieren. 

Er werde die umstrittene Arbeitsrechtsreform jedoch nicht zurücknehmen, sagte Hollande am Abend in einem Fernsehinterview. Im Zuge des parlamentarischen Verfahrens könne es aber «Korrekturen» geben.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Proteste vor allem junger Franzosen. «Auch ich war 20 Jahre alt und habe mich einer Bewegung angeschlossen, weil es Ungerechtigkeiten gab», sagte er. Es sei «legitim», dass sich die Jugendlichen zu Wort meldeten.

Place de la République:&nbsp;Polizei in Vollmontur.
Place de la République: Polizei in Vollmontur.Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

Rekordarbeitslosigkeit: Hollande in der Bredouille 

Der französische Präsident hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob er sich zur Wiederwahl stellt. Er wolle am Jahresende beschliessen, ob er im nächsten Jahr ein neues Mandat anstreben werde, sagte er dem TV-Sender France 2 am Donnerstag.

«Meine Politik bringt Ergebnisse hervor und wird noch mehr hervorbringen», fügte er hinzu. Der Sozialist hatte zuletzt verkündet, er wolle 2017 nicht mehr bei den Präsidentschaftswahlen antreten, falls Erfolge im Kampf gegen die hohe Erwerbslosigkeit ausblieben. 

«Ja, es geht besser: es gibt mehr Wachstum, ein niedrigeres Defizit, weniger Steuern, höhere Margen für die Unternehmen, mehr Kaufkraft für die Arbeitnehmer. Deshalb werde ich bis zum Schluss weitermachen», sagte Hollande.

«Nuit debout» in Paris: Protestierende verfolgen Hollandes Fernsehansprache.
«Nuit debout» in Paris: Protestierende verfolgen Hollandes Fernsehansprache.Bild: IAN LANGSDON/EPA/KEYSTONE

Der Sozialist ist angesichts von schwachem Wirtschaftswachstum und Rekordarbeitslosigkeit so unbeliebt wie kein anderer Präsident vor ihm in Frankreichs jüngerer Geschichte. Hollande wird in erster Linie an der Entwicklung der Arbeitslosigkeit gemessen. Seit seinem Amtsantritt 2012 ist die Zahl der Arbeitslosen um fast 650'000 gestiegen und hat den historischen Höchstwert von knapp 3,6 Millionen erreicht.

Drei Viertel der Franzosen wollen, dass Hollande auf eine Kandidatur im nächsten Frühjahr verzichtet, wie eine in der Tageszeitung «Le Parisien» veröffentlichte Umfrage ergab. In einer anderen Umfrage für den TV-Sender BFMTV bescheinigen 87 Prozent der Befragten Hollande eine schlechte Bilanz. (cma/sda/reu/spon)

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