International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Demonstrators carry an injuried man during a high school protest in Paris, Thursday, April 14, 2016. Protesters across France are again marching to voice their anger at labor reforms being championed by the country's Socialist government. (AP Photo/Christophe Ena)

Tränengas in Paris: Demonstranten verziehen sich aus dem Nebel. Hauptsache die Zigi nicht loslassen. Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Frankreich rechnet mit François Hollande ab: Erneut heftige Ausschreitungen in Paris



Am Rande der Proteste der Bewegung «Nuit debout» in Paris ist es am Donnerstagabend erneut zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Dies berichtete die Pariser Polizei.

Rund 20 Menschen seien festgenommen worden. Am Place de la République selbst, dem eigentlichen Ort der Proteste, schleuderten Aktivisten Wurfgeschosse auf Polizisten. Die Polizei setzte dort Tränengas ein. Laut Polizeiangaben wurden vier Demonstranten verletzt.

Bereits seit zwei Wochen treffen sich jeden Abend unter dem Motto «Nuit debout» («Nacht im Stehen» oder «Die Nacht über wach»') hunderte Demonstranten auf dem Place de la République, um gegen eine geplante Reform des Arbeitsrechts und für mehr soziale Gerechtigkeit zu protestieren. 

Er werde die umstrittene Arbeitsrechtsreform jedoch nicht zurücknehmen, sagte Hollande am Abend in einem Fernsehinterview. Im Zuge des parlamentarischen Verfahrens könne es aber «Korrekturen» geben.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Proteste vor allem junger Franzosen. «Auch ich war 20 Jahre alt und habe mich einer Bewegung angeschlossen, weil es Ungerechtigkeiten gab», sagte er. Es sei «legitim», dass sich die Jugendlichen zu Wort meldeten.

Riot police officers take position during a high school protest in Paris, Thursday, April 14, 2016. Protesters across France are again marching to voice their anger at labor reforms being championed by the country's Socialist government. (AP Photo/Christophe Ena)

Place de la République: Polizei in Vollmontur. Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

Rekordarbeitslosigkeit: Hollande in der Bredouille 

Der französische Präsident hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob er sich zur Wiederwahl stellt. Er wolle am Jahresende beschliessen, ob er im nächsten Jahr ein neues Mandat anstreben werde, sagte er dem TV-Sender France 2 am Donnerstag.

«Meine Politik bringt Ergebnisse hervor und wird noch mehr hervorbringen», fügte er hinzu. Der Sozialist hatte zuletzt verkündet, er wolle 2017 nicht mehr bei den Präsidentschaftswahlen antreten, falls Erfolge im Kampf gegen die hohe Erwerbslosigkeit ausblieben. 

«Ja, es geht besser: es gibt mehr Wachstum, ein niedrigeres Defizit, weniger Steuern, höhere Margen für die Unternehmen, mehr Kaufkraft für die Arbeitnehmer. Deshalb werde ich bis zum Schluss weitermachen», sagte Hollande.

epa05259159 Participants of the social media-born movement dubbed 'La Nuit Debout' ('The Night awake' or 'The night standing up') watch a projected live-feed of French president Francois Hollande as he intervenes on national television channel France 2 in a panel-show facing a selected group of French citizens, on Place de la Republique, to protest against the labor law reform bill in Paris, France, 14 April 2016. The Nuit Debout movement, which began on 31 March 2016, is reminiscent of the Spanish 'Podemos' movement and the global '#Occupy' movement - with daily general assemblies organised at sun-down.  EPA/IAN LANGSDON

«Nuit debout» in Paris: Protestierende verfolgen Hollandes Fernsehansprache. Bild: IAN LANGSDON/EPA/KEYSTONE

Der Sozialist ist angesichts von schwachem Wirtschaftswachstum und Rekordarbeitslosigkeit so unbeliebt wie kein anderer Präsident vor ihm in Frankreichs jüngerer Geschichte. Hollande wird in erster Linie an der Entwicklung der Arbeitslosigkeit gemessen. Seit seinem Amtsantritt 2012 ist die Zahl der Arbeitslosen um fast 650'000 gestiegen und hat den historischen Höchstwert von knapp 3,6 Millionen erreicht.

Drei Viertel der Franzosen wollen, dass Hollande auf eine Kandidatur im nächsten Frühjahr verzichtet, wie eine in der Tageszeitung «Le Parisien» veröffentlichte Umfrage ergab. In einer anderen Umfrage für den TV-Sender BFMTV bescheinigen 87 Prozent der Befragten Hollande eine schlechte Bilanz. (cma/sda/reu/spon)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Der Bundesrat beschliesst neue Corona-Massnahmen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zu viele Frauen in Führungsposten – doch keine Strafe für Paris

Die Stadt Paris muss eine Geldstrafe wegen zu vieler Frauen in Führungspositionen nun doch nicht zahlen. Sie habe Bürgermeisterin Anne Hidalgo eingeladen, um ihr mitzuteilen, dass das Bussgeld nicht fällig werde, schrieb die Ministerin für den Öffentlichen Dienst, Amélie de Montchalin, am Mittwoch auf Twitter.

Die Stadt war zuvor dazu verdonnert worden, 90 000 Euro zu zahlen, weil 69 Prozent der Führungsposten im Jahr 2018 mit Frauen besetzt worden waren. Hidalgo hatte die Strafe damals als …

Artikel lesen
Link zum Artikel