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Anschlag in Kenia: Muslime retten Christen das Leben

Solidarität über Religionsgrenzen hinweg: Bei einer Terrorattacke auf einen Bus in Kenia wollten die Angreifer christliche Passagiere von muslimischen trennen. Doch die Muslime stellten sich quer.



Ein Artikel von

Spiegel Online

In Kenia haben somalische Islamisten einen Reisebus angegriffen. Laut einem örtlichen Medienbericht forderten die Angreifer muslimische Passagiere auf, dabei zu helfen, christliche Mitreisende zu identifizieren. Die Passagiere folgten der Aufforderung allerdings nicht. Dies berichtet die Zeitung «Daily Nation» unter Berufung auf Augenzeugen und den örtlichen Gouverneur.

A woman looks out into the street from a bus in Baraka, Nairobi, Kenya, June 16, 2015. Around 2 million people live in the shantytowns packed in around Kenya's capital. Crime is high amid chronic unemployment levels, while basic services and sanitation are scarce. Residents try to make the best of things, eking out a living and picking up work where they can. REUTERS/Siegfried Modola PICTURE 23 OF 34 FOR WIDER IMAGE STORY

Einn Bus in Kenia (Symbolbild).
Bild: SIEGFRIED MODOLA/REUTERS

Die Kämpfer hatten den Bus zunächst von aussen beschossen. Dabei sollen zwei Menschen ums Leben gekommen sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Abdi Mohamud Abdi, ein Muslim der sich unter den Reisenden befand, erzählte, dass mehr als zehn Mitglieder der radikalislamischen Schabab-Miliz den Bus gestürmt hätten. Sie sollen den muslimischen Passagieren des Busses befohlen haben, sich von christlichen Mitreisenden wegzusetzen. Die Angesprochenen weigerten sich jedoch und retteten den Christen im Bus so das Leben.

«Die Angreifer drohten uns zu erschiessen, doch wir blieben trotzdem sitzen und schützten unsere Brüder und Schwestern. Schliesslich gaben die Islamisten auf und verschwanden», sagte Abdi.

Das Grenzgebiet von Kenia zu Somalia gilt als hochgefährlich, immer wieder kommt es in der Region zu Terroranschlägen. Bereits im November 2014 hatten Kämpfer der radikal-islamischen Schabab-Miliz im Bezirk Mandera einen Bus überfallen. Bei dem Angriff sind 28 Menschen getötet worden.

asc/Reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Humbolt 22.12.2015 11:44
    Highlight Highlight Baba: Wie in Jugoslawien unter Tito, bis dann mal jemand wieder grössenwahnsinnig wurde.
    Das Buch hat ein Mensch verfasst, wohl kaum ein Tier. Ich finde nur schon die Tatsache, dass wir Glauben in Schrift und Wort definiert haben zeigt, dass wir diesen Glauben für uns gepachtet haben. Keines der anderen Geschöpfe kann was mit einem Buch anfangen.
    An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich kein fanatischer und esoterischer Tierfreund bin, aber ein anderes Beispiel fiel mir nicht ein. Ausserirdische haben wir ja noch keine gefunden.
    Btw: hätten die dann einen anderen Gott? Fragen über Fragen...
    0 1 Melden
  • Humbolt 22.12.2015 08:15
    Highlight Highlight Menschen retten anderen Menschen das Leben. So sollte der Titel heissen. Ich denke auch dieser, durchaus gutgemeinte, Artikel fördert nur die Trennung zwischen den Gemeinschaften. Am Ende sind doch alle gleich ideologisch.
    Ich finde es frech von der Menscheit Gott nur für sich beanspruchen zu wollen. Als ob eine übersinnliche Kreatur Interesse an unseren perfiden Machenschaften hätte. Was ist mit den Billionen von restlichen Lebewesen? Sind die es weniger wert Gotteskinder zu sein? Die Leben im Einklang mit sich und ihren Ressourcen und haben ein Gleichgewicht von dem wir nur Träumen.
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    • ket4mon 22.12.2015 10:00
      Highlight Highlight Ich kann dir im Punkt Gott und dem beanspruchen der Welt (Der USA gehört ja der Weltraum...)nur zustimmen. Wir sind auf diesem Planeten geboren und haben uns dank unserem Körper und seinen Möglichkeiten zu einer dominierenden Rasse entwickelt. Trotzdem können wir nicht einfach sagen, das gehört uns. Zudem verändern wir unsere Umwelt und nehmen so den Tieren oftmals ihre Lebensgrundlage weg.
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    • Baba 22.12.2015 11:07
      Highlight Highlight Humboldt, wenn Sie die Schöpfungsgeschichte lesen, werden Sie feststellen, dass sie genau aussagt, dass ALLE Lebewesen Gottes Geschöpfe sind - nicht nur der Mensch :-).

      Zurück zum Bericht: Er zeigt auf, was in Kenia tagtäglich gelebt wird. Menschen verschiedener Glaubensrichtungen leben solidarisch und friedlich zusammen. Ich kenne eine christliche Schule, in der muslimische Mädchen mit dem Kopftuch zur Schule gehen - überhaupt kein Problem, für keine Seite. Leider wird dieser Frieden aber seit einigen Jahren immer wieder von den Al-Shabaab Halunken aus Somalia unterminiert :*(
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