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Nach über einem Jahr Pause – Kosovo und Serbien verhandeln wieder

12.07.2020, 15:4512.07.2020, 17:19

Zu Beginn der wiederaufgenommenen Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo hat der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell Kompromissbereitschaft angemahnt. «Diese Gespräche werden politischen Mut von beiden Seiten erfordern», sagte der Spanier am Sonntag zu Beginn einer Videokonferenz mit Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, Kosovos Ministerpräsidenten Avdullah Hoti sowie dem EU-Sonderbeauftragten für den Balkan, Miroslav Lajcak. Beide Seiten müssten kompromissbereit und pragmatisch sein. Ein Abkommen sei entscheidend für die Zukunft der Menschen im Kosovo und in Serbien.

Josep Borrell.
Josep Borrell.
Bild: keystone

Serbien verweigert dem heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnten Kosovo die Anerkennung, seitdem sich dieses mit Nato-Hilfe 1999 losgelöst und 2008 für unabhängig erklärt hatte. 2011 begann ein von der EU vermittelter Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Er soll zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern führen, liegt aber seit November 2018 auf Eis.

Am Sonntag wurden die Gespräche unter EU-Vermittlung nach der mehr als eineinhalbjährigen Pause wieder aufgenommen. Das Ausbleiben einer Lösung erschwere die Entwicklung beider Seiten, sagte Borrell. Zugleich erkannte er an, dass dies kein einfacher Prozess sei. «Es ist nie einfach gewesen, Lösungen für Probleme zu finden, die so lange anhielten und so schmerzhaft waren.» Es müsse ein umfassendes, endgültiges und rechtlich bindendes Abkommen für die Normalisierung der Beziehungen gefunden werden, das alle offenen Punkte angehe. Dies sei auch im Interesse der EU.

Bereits am Freitag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Huti und Vucic per Videoschalte beraten. Dabei vereinbarten sie die Gespräche zwischen Huti, Vucic, Borrell und Lajjcak an diesem Sonntag sowie ein persönliches Folgetreffen am Donnerstag in Brüssel. Die Äusserungen Hutis und Vucics nach dem Treffen am Freitag machten jedoch deutlich, wie weit beide Seiten auseinanderliegen. (sda/dpa)

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