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epa07627824 Danish opposition leader Mette Frederiksen of The Social Democrats arrives to deliver a speech on the Danish Day of the Constitution, which coincides with the Danish general elections, in Ollerup, Denmark, 05 June 2019. Denmark is heading to the polls to elect a new parliament, the Folketing.  EPA/Tim K. Jensen  DENMARK OUT

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, hat Grund zur Freude: die Prognosen sehen ihre Partei vorne. Bild: EPA/RITZAU SCANPIX

Parlamentswahl in Dänemark - Sozialdemokraten als Topfavoriten



Nur zehn Tage nach der Europawahl sind Millionen Dänen ein weiteres Mal an die Wahlurne getreten. Bei der dänischen Parlamentswahl konnten sie am Mittwoch noch bis zum Abend (20.00 Uhr MESZ) ihre Stimme abgeben.

Im Anschluss wurden erste Prognosen dänischer Medien erwartet, in der Nacht zum Donnerstag sollte ein vorläufiges Ergebnis feststehen.

Bewahrheiten sich die Umfragen, stand Dänemark ein Regierungswechsel ins Haus: Den Sozialdemokraten wurde ein klarer Wahlsieg vorhergesagt, womit ihre Parteichefin Mette Frederiksen Nachfolgerin des bisherigen liberalen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen werden könnte.

Nach Helle Thorning-Schmidt wäre sie die zweite Ministerpräsidentin in der Geschichte Dänemarks. Mit 41 Jahren wäre sie zudem so jung wie kein Regierungschef vor ihr.

Unmittelbar vor der Wahl hatte Amtsinhaber Løkke für eine Regierungskoalition zwischen seiner Partei Venstre und Frederiksens Sozialdemokraten geworben. «Wenn die Dänen mir und Venstre Vertrauen erweisen, will ich alles dafür tun, eine Regierung zu bilden, die eine Brücke über die Mitte baut», sagte er am Wahltag.

Frederiksen wies diese Möglichkeit zurück. «Ich halte es für etwas unseriös, während des Wahlkampfes drei, vier unterschiedliche Vorschläge für eine Regierung vorzulegen», sagte sie bei der Stimmabgabe in Værløse.

Rechtspopulisten vor schweren Verlusten

Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei steht dagegen wie schon bei der EU-Wahl vor schweren Verlusten. Von ihren 21.1 Prozent bei der Parlamentswahl 2015 könnte sie rund die Hälfte einbüssen.

Zum einen konnte die Partei beim wichtigsten Wahlkampfthema - Klima und Umwelt - keine Antworten liefern, zum anderen kauften ihr die Sozialdemokraten mit einer strengen Linie ausgerechnet beim Thema Einwanderung den Schneid ab. Darüber hinaus muss sie sich gegen Angriffe kleinerer Parteien von Rechtsaussen erwehren.

Bereits am Nachmittag zeichnete sich wie schon bei der Europawahl eine höhere Wahlbeteiligung unter den Dänen ab. Bis um 14.00 Uhr hatten schätzungsweise mehr als 51 Prozent der rund 4.2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie Stichproben der Nachrichtenagentur Ritzau zeigten.

2015 hatten zu dem Zeitpunkt etwas mehr als 38 Prozent der Wähler abgestimmt, am Ende waren es 85.9 Prozent gewesen. An der Europawahl vor zehn Tagen hatten sich mit 66 Prozent so viele Dänen wie noch nie beteiligt.

Das dänische Parlament hat 179 Sitze, von denen je zwei für Politiker aus Grönland und von den Färöer-Inseln vorgesehen sind. Frederiksen zielt darauf ab, eine Minderheitsregierung zu bilden. Sie will bei den meisten Themen mit linksgerichteten Parteien zusammenarbeiten, bei der Einwanderung aber mit dem bürgerlich-liberalen Lager. (sda/dpa/mim)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 05.06.2019 21:55
    Highlight Highlight Ein durchaus interessanters politisches Projekt diese dänischen Sozialdemokraten.
    Kombinieren eine linke Wirtschafts- und Sozialpolitik mit einer restriktiven Migrationspolitik. Das hat schon Wagenknecht in D probiert, dort hat es nicht wirklich geklappt.
    Die PiS kombiniert ja auch eine restriktive Migrationspolitik und Gesellschaftspolitik mit einer interventionistischen Wirtschafts- und einer grosszügigen Sozialpolitik.
    Wird spannend zu schauen, ob dieser Weg der dänischen Sozialdemokraten funktioniert oder nicht...
  • atomschlaf 05.06.2019 17:42
    Highlight Highlight BIn gespannt, ob die Prognosen eintreffen werden.
    Würde einmal mehr bestätigen, dass Rechtspopulisten keine Chance haben, wenn die anderen Parteien eine vernünftige, sprich restriktive Asyl- und Migrationspolitik machen.

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