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epa05628275 Crew members with the refugee initiative 'Sea Eye' take part in a rescue drill on the Danube river in Regensburg, Germany, 12 November 2016. The organization reports that the German rescue ship 'Sea-Eye' saved more than 5,500 refugees from the Mediterranean Sea this year.  EPA/ARMIN WEIGEL

Die Crew der Sea-Eye bei einer Rettungs-Übung in Regensburg. Bild: EPA/DPA

Auch Sea-Eye setzt Rettungsmissionen im Mittelmeer aus



Nach Ärzte ohne Grenzen setzt auch die Organisation Sea-Eye ihre Rettungsmission im Mittelmeer aus. Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer sagte am Sonntag, die Fortsetzung der Rettungsaktionen vor der libyschen Küste sei unter den aktuellen Umständen «nicht möglich».

Sie sei zudem gegenüber den Crews nicht mehr zu verantworten. Die libysche Marine hatte am Donnerstag erklärt, ausländische Schiffe dürften die Küste des Landes ohne eine spezielle Erlaubnis der libyschen Behörden nicht mehr ansteuern.

«Wir hinterlassen eine tödliche Lücke im Mittelmeer»

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer.

Die Entscheidung zur Aussetzung der Rettungsmission sei «schweren Herzens» getroffen worden, erklärte die private deutsche Hilfsorganisation. Jedoch habe die libysche Regierung eine «unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt» und dies mit einer «expliziten Drohung» an private Hilfsorganisationen verknüpft. Nun müsse die Organisation «die veränderte Sicherheitslage sorgfältig analysieren» und über das weitere Vorgehen beraten.

12'000 gerettete Menschen seit April 2016

«Wir hinterlassen eine tödliche Lücke im Mittelmeer», erklärte Buschheuer. Er appelliere an die italienische Regierung und die EU-Einsatzkräfte der Mission «Sophia», «jetzt endlich alles zu unternehmen, um das sinnlose Sterben der Flüchtenden zu beenden».

Er wies darauf hin, dass in Libyen hunderttausende Menschen «der Willkür von Banditen, Schleppern und regierungsnahen Milizen ausgesetzt» seien. Mit den Entscheidungen der libyschen Regierung werde den Flüchtlingen «auch die letzte Chance genommen, dieser Zwangslage zu entkommen».

Sea-Eye rettete nach eigenen Angaben seit Beginn ihrer Missionen im April 2016 rund 12'000 Menschen vor dem Ertrinken. Mehrere hundert ehrenamtliche Helfer waren auf den beiden Schiffen «Sea-Eye» und «Seefuchs» im Einsatz.

Umstrittener Kodex

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag erklärt, ihr Schiff «Prudence» werde vorläufig nicht mehr im Mittelmeer eingesetzt, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Auch dies wurde mit dem politischen Druck aus Libyen und Italien begründet.

Italien will erreichen, dass alle Flüchtlingshelfer einen neuen Kodex unterschreiben. Dieser sieht unter anderem bewaffnete Polizisten an Bord vor. Die Mehrheit der im Mittelmeer tätigen Organisationen sperrt sich dagegen und verweist auf das international geltende Seerecht. (viw/sda/afp)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mountaineer 13.08.2017 14:39
    Highlight Highlight Nun, wenn es wirklich um Rettung und nicht um Schlepperei ginge, dann könnten Sea-Eye & Co. ja einfach ausserhalb der libyschen Hoheitsgewässer patroullieren.

    Dass sie dies nicht tun, entlarvt schonungslos den wahren Zweck dieser "Rettungs"-Missionen.
    • äti 13.08.2017 15:15
      Highlight Highlight vielleicht Artikel ganz lesen?
    • mountaineer 13.08.2017 15:38
      Highlight Highlight @äti: Ich habe den ganzen Artikel gelesen.
      Worauf willst Du hinaus?

      Wenn es wirklich um Rettung ginge, könnten die NGOs weiterhin ausserhalb der neuen libyschen Zone aktiv bleiben. Dass sie gleich das Handtuch werfen, spricht Bände!

      Hier noch der Link zum von Angelo C. erwähnten Bericht der RAI über die neue 180km-Zone vor Libyen:
      http://www.rai.it/dl/RaiTV/programmi/media/ContentItem-c5da74bf-42e4-4a51-b2ea-531665de3308-tg1.html
      Benutzer Bild
    • kettcar #lina4weindoch 13.08.2017 16:06
      Highlight Highlight Vielleicht nochmal lesen. Ach, ich nehms dir ab:

      'Jedoch habe die libysche Regierung eine «unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt» und dies mit einer «expliziten Drohung» an private Hilfsorganisationen verknüpft.'
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 13.08.2017 13:09
    Highlight Highlight Das war zu erwarten, nachdem Libyen sein Hoheitsgebiet von ursprünglich 22km auf deren 180km nach oben schraubte, um die bis zum Tod Gaddafis geltende Vorschrift wieder in Kraft zu setzen.

    Wie ich schon vor zwei Tagen hier erwähnte:

    http://wat.is/qxcvIBAAzo:xUjjA

    Sowohl Italien wie auch Libyen (von der EU gar nicht erst zu reden) haben die Nase voll, dass teilweise auch Unversehrten in der 22km-Zone völlig unnötige Taxidienste angeboten wurden, was absolut unverantwortlich war.

    Man kann noch immer die im offenen Meer tatsächlich in Seenot Geratenen retten, was ja auch völlig i.O. ist.

    • Lumpirr01 13.08.2017 14:09
      Highlight Highlight Richtig, das Wort "Rettung" gilt in erster Linie für in Not geratene Menschen und nicht für in menschenunwürdigen Umständen lebende Afrikaner. Aber eben, für NGO's, welche in Sichtweite der Lybischen Küste Leute aufnehmen, definieren das Wort "Rettung" eben ganz anders. Wie wäre es, wenn man mit den Spendengeldern für diese NGO's den Leuten in Afrika mittels einem Projekt eine Perspektive geben würde, anstelle vom Betreiben von ausgemusterten Dreckschleudern mittels Matrosen mit einem starken Helfersyndrom und einer Handlungsweise, welche den Regeln der EU widerspricht?
    • Friction 13.08.2017 14:50
      Highlight Highlight Hm... verrecken werden jetzt einige Menschenleben mehr... Salzwasser drinkt in alle menschenmögliche Löcher. Darauf folgt ein Gurgeln und noch ein zwei Mal Husten... Hortorvorstellung.
      Aber sind ja selbst schuld...?!😵

      Hässliche ideologische Schlacht, die hier auf Kosten von Menschenleben geht.
      Danke allen Menschen, die sich für Menschen einsetzen!
    • mountaineer 13.08.2017 15:41
      Highlight Highlight Nein, Friction, im oben verlinkten Bericht der RAI wird auch erwähnt, dass Libyen gleichzeitig die eigenen Rettungsaktivitäten verstärkt und am Morgen des entsprechenden Tages bereits 500 Migranten gerettet und nach Libyen zurückgeführt hätte.
    Weitere Antworten anzeigen

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