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Seung Hwa Chang in Luzern. bild: watson

Wie lebt es sich 50 km von Kim Jong-un entfernt? Eine Südkoreanerin erzählt

Die Streithähne Donald Trump und Kim Jong-un spielen derzeit mit der Sicherheit der Welt. Eskaliert die Situation, wäre Südkorea direkt betroffen. Seung Hwa Chang erzählt, wie die Menschen in ihrem Heimatland mit der Bedrohung umgehen.

12.08.17, 12:33 12.08.17, 14:12


«Das Problem ist, dass die Präsidenten beider Länder nicht ganz normal sind.» – Seung Hwa Chang sitzt im Wohnzimmer einer Zürcher Wohnung und erzählt hastig von der derzeitigen Situation in ihrer Heimat Südkorea. Denn während die 30-Jährige Ferien in der Schweiz macht, ist die Situation zwischen Nordkorea und den USA mehr als angespannt – und Südkorea wäre von einer Eskalation des Konflikts direkt betroffen. 

Südkoreaner schauen sich im Hauptbahnhof Seoul, nur 50 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt, Kim Jong-uns Reden an.  bild: cnn.com

Verbal ist die Situation zwischen den USA und Nordkorea bereits eskaliert. US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea «Feuer und Zorn» angekündigt, falls es den USA weiterhin drohe. Kim Jong-uns Antwort: Seine Streitkräfte planen gemäss eigener Angaben nun einen Angriff auf die US-Insel Guam im Pazifik.

Nordkorea droht USA mit «erbarmungslosem» Angriff

Video: reuters

«Pjöngjangs Propagandagepolter gegen die USA bekommen wir seit Jahren zu hören.»

Seung Hwa Chang

Dass das kommunistische Nachbarland mit Raketen droht, ist für die Südkoreaner nichts Neues. Seung Hwa: «Pjöngjangs Propagandagepolter gegen die USA bekommen wir seit Jahren zu hören.» Sie hätten gelernt, mit der Bedrohung aus dem Norden zu leben. Besonders, da Kim Jong-un schlussendlich immer zurückkrebse. 

Die Südkoreaner fürchteten sich eher vor Donald Trumps impulsiven Reaktionen. «Viele haben Angst, dass Trump Kim Jong-un weiter provoziert und sich die beiden gegenseitig aufstacheln, bis es kein Zurück mehr gibt.»

«Provisionseinkäufe macht niemand.»

Seung Hwa Chang

Dass Nordkorea dieses Mal mit Guam ein konkretes Angriffsziel nannte, gebe aber doch einigen Landsleuten zu denken. «Besonders ältere Menschen beschäftigt das Thema. Leute wie meine Grosseltern, die den Korea-Krieg mit seinen rund 3.5 Millionen Opfern hautnah miterlebt haben.» Doch auch sie stellten sich bisher nicht auf einen zweiten Korea-Krieg ein: «Hamsterkäufe macht niemand.»

Bei den jungen Leuten stünden der Alltag und innenpolitische Debatten im Vordergrund. So sei der Korruptionsskandal um Ex-Präsidentin Park Geun-hye, in den auch Elektronikriese Samsung verwickelt war, immer noch in aller Munde. Die Politikerin wurde im Mai dieses Jahres ihres Amtes enthoben. 

FILE - In this July 4, 2017, file photo, a U.S. missile defense system called Terminal High Altitude Area Defense, or THAAD, is seen at a golf course in Seongju, South Korea. North Korea claims it is in the final stages of preparing a plan to launch four intermediate-range ballistic missiles over Japan and into waters just off the island of Guam, where about 7,000 U.S. troops are based. The U.S. has pumped billions of dollars into its missile defense systems and sold hundreds of millions of dollars' worth to its allies, including the very controversial deployment of a state-of-the-art system known by its acronym, THAAD, in South Korea. (Kim Jun-beom/Yonhap via AP, File)

Teile des Raketenabwehrsystems THAAD im Juli in in Seongju, Südkorea. Bild: AP/Yonhap

Washington reagierte bereits im April mit dem Aufbau des Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea auf die Provokationen aus dem Norden. Das System soll im Ernstfall nordkoreanische Raketen abfangen, wurde aber noch nicht in Betrieb genommen. 

Kim Jong Uns Gefolgsleute machen Notizen

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