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Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlag in Kabul



Der sogenannte Islamische Staat (IS) hat sich zum Anschlag in Kabul bekannt, bei dem am Freitag über 30 Menschen getötet wurden. Der Angriff sei von zwei Kämpfern mit Maschinengewehren und Granaten verübt worden, hiess es in der Erklärung der religiösen Fanatiker.

Bei dem Anschlag wurden nach neuen Angaben des afghanischen Gesundheitsministeriums 32 Menschen getötet und 58 weitere verletzt.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden die Teilnehmer einer Kundgebung im Westen Kabuls von einer nahegelegenen Baustelle aus angegriffen. Unter den Teilnehmern waren auch Regierungschef Abdullah Abdullah und weitere hochrangige Politiker. Sie blieben den Angaben zufolge unverletzt.

Bei der Kundgebung handelte es sich um eine jährliche Gedenkveranstaltung für den vor 25 Jahren verstorbenen schiitischen Milizenführer Abdul Ali Masari. Auf genau diese Zeremonie hatte der sunnitische IS bereits vor einem Jahr einen Anschlag verübt, damals wurden elf Menschen getötet.

Afghans look from the window of a shop after an attack in Kabul, Afghanistan, Friday, March 6, 2020. Gunmen in Kabul attacked a remembrance ceremony for a minority Shiite leader on Friday, wounding more than a dozen of people, officials said.(AP Photo/Tamana Sarwary)

32 Menschen kamen beim Anschlag ums Leben. Bild: AP

Der Anschlag vom Freitag war der schwerste in Afghanistan seit der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban, das den Weg für den Rückzug der US-Truppen vom Hindukusch ebnen soll.

Ein Sprecher der militant-islamistischen Taliban hatte auf Twitter umgehend dementiert, für den Angriff verantwortlich zu sein. Die IS-Terrormiliz hat seit ihrem Auftauchen in Afghanistan zahlreiche Anschläge vor allem auf schiitische Moscheen, Stadtbezirke und Versammlungen verübt. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Terrormiliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige.

Der Angriff vom Freitag erfolgte im mehrheitlich schiitischen Stadtteil Dascht-e Barchi im Westen Kabuls. «Der Angriff ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen die nationale Einheit Afghanistans», twitterte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 07.03.2020 04:20
    Highlight Highlight Ob die US-Truppen nun da sind oder nicht, spielt gar keine grosse Rolle. Der ständige Kampf zwischen Schiiten und Sunniten wird die muslimische, bzw. islamische Welt nie zum Frieden führen.

    Wir erinnern uns in Europa auch an die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Dank der Aufklärung sowie der Franz. Revolution konnten diese Differenzen jedoch beigelegt werden.

    So haben wir vor rund 170 Jahren die Relevanz einer religiösen Ausrichtung gegen eine gesellschaftliche, politische und ökonomische Entwicklung getauscht.

    Warum ist das andernorts nicht auch möglich.?!
    • borael 07.03.2020 07:03
      Highlight Highlight Taliban und Daesh sind gegen alle und alles das nicht ihren Vorstellungen entspricht, egal ob Sunniten oder Schiiten. Die gewöhnliche Bevölkerung hat nämlich kein Problem damit.
      Doch müssen sie sogar Angst vor der eigenen und er US-Armee haben, weil es diese immer wieder zivile Opfer in Kauf nehmen.

    • Magnum 07.03.2020 11:33
      Highlight Highlight In Afghanisten ist der Graben zwischen Sunniten und Schiiten auch ein ethnischer: Die Sunniten (Taleban UND IS gehören zu selbigen) sind Paschtunen, die Schiiten gehören der Minderheiten-Ethnie der Hazara an.

      Ich sehe hinter diesem Anschlag daher eher eine makabere Art von Positionierung zu Werbezwecken: Sobald die Taleban sich mit den USA einigen und so etwas wie Mässigung zeigen, kommt der IS und richtet ein Blutbad an.

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