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NATO stationiert weitere Truppen in Osteuropa und rüstet sich gegen Cyberkrieg



Die NATO verlegt erstmals im grossen Stil Truppen nach Osteuropa. Das beschlossen die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsländer am Freitag in Warschau. Die Massnahme gilt als klares Signal an Russland, das der Ukraine vor zwei Jahren die Krim entrissen hat.

epa05415712 A general view on the NATO and Georgia Foreign Ministers Commission at the NATO Summit at the National Stadium in Warsaw, Poland, 08 July 2016. The NATO Warsaw Summit which is expected to decide about military reinforcements on NATO territory in Central-East Europe takes place on 08 and 09 July. About 2,000 delegates, including 18 state heads, 21 prime ministers, 41 foreign ministers and 39 defence ministers will take part in the Summit.  EPA/PAWEL SUPERNAK POLAND OUT

Nicht nur Russland war Thema am Kongress: Neu will sich die NATO auch vor Angriffen aus dem Internet schützen. Bild: EPA/PAP

Geplant ist die Stationierung von jeweils einem Bataillon mit etwa 1000 Soldaten in Polen, Litauen, Lettland und Estland. In Polen übernehmen die USA die Führung des NATO-Bataillons, in Litauen Deutschland, in Lettland die kanadischen Streitkräfte und in Estland Grossbritannien.

Die Präsenz der westlichen Soldaten an der Ostflanke der NATO soll Russland davon abhalten, die Bündnispartner dort anzugreifen oder mit Hilfe russischer Minderheiten Aufstände anzuzetteln. Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte zunächst nicht öffentlich auf die Pläne.

Unmittelbar vor dem Gipfel telefonierte er aber mit der deutschen Kanzlerin Angel Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande und sprach mit ihnen über den Minsker Friedensprozess für die Ukraine. Dabei waren die drei nach Angaben des Kanzleramtes in Berlin einig, dass schnelle Schritte nötig seien, um die Sicherheitslage in der Ostukraine dauerhaft zu stabilisieren und Kommunalwahlen im Donbass zu ermöglichen.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte, dass das westliche Militärbündnis keine Konfrontation mit Russland wolle. Der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, nannte den Vorwurf absurd, sein Land stelle eine Bedrohung dar. «Wir sind nicht diejenigen, die an die NATO-Grenze heranrücken.»

Obama für weiteren Druck

US-Präsident Barack Obama mahnte die Allianz, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Dies gelte auch nach dem Votum der Briten für den Austritt aus der EU. Die NATO dürfe sich dadurch nicht schwächen lassen. «Ich habe keinen Zweifel, dass Grossbritannien eines der stärksten NATO-Mitglieder bleiben wird», schrieb Obama.

Der wegen der Niederlage im Brexit-Streit scheidende britische Premierminister David Cameron betonte, sein Land bleibe der Verteidigung Europas verpflichtet.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind seit der russischen Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 schwer angeschlagen. Die Regierung in Moskau sieht ihrerseits den geplanten Raketenschild der NATO für Europa als Bedrohung.

Auf dem Gipfel in Warschau wurde eine erste Einsatzbereitschaft dieses Systems festgestellt, das bisher aus vier Schiffen, einer Radarstation in der Türkei und einer Raketenabschussbasis in Rumänien besteht.

Schutz vor Attacken im Internet

Die NATO will sich auch besser gegen Angriffe aus dem Internet rüsten. Auf dem Gipfel wurde das Netz zu einem zusätzlichen militärischen Operationsgebiet neben Boden, See und Luft erklärt. Damit ist auch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für den Schutz vor Hacker-Attacken verbunden.

Nach dem Gipfel in Warschau soll dann wieder mit Russland geredet werden. Für Mittwoch ist ein Treffen des NATO-Russland-Rats geplant. Es ist erst das zweite nach zweieinhalb Jahren Funkstille wegen der Ukraine-Krise. Vor dem Zerwürfnis 2014 traf sich das Gremium regelmässig, und die NATO und Russland hielten sogar gemeinsam Manöver ab. (sda/dpa/afp/reu)

Diese Satellitenbilder der Ukraine zeigen Russlands Artillerie

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zarzis 10.07.2016 20:56
    Highlight Highlight Errinert mich an die Situation vor 102 Jahren!
    Jeder Rüstet auf und jeder sieht der Grund die Bedrohung der Anderen seite!
    Am schluss knallts, was eigendlich keiner will, aber keiner will oder kann es stoppen. Den wen er Stoppt, nimmt er an die anderen sehen das als Schwäche und greifen gleich an!
    Wäre schön die Welt würde aus der Geschichte was lernen!
  • smoking gun 09.07.2016 11:31
    Highlight Highlight Deutsche Truppen an der russischen Grenze. Doch, doch, Deutschland findet wieder zu alter Grösse ...
    • Fabio74 10.07.2016 20:53
      Highlight Highlight Geschmacklos
    • smoking gun 10.07.2016 22:33
      Highlight Highlight Finde ich auch ...
  • DerGrund 09.07.2016 00:09
    Highlight Highlight Das Lachen über André Blattmann und seine Mineralwasser- und Nahrungsmittelvorräte bleibt mir langsam aber sicher im Hals stecken. Ich spiele sogar selbst langsam mit dem Gedanken...
  • Sir John 08.07.2016 23:52
    Highlight Highlight "Die Bundesregierung leistet damit keinen Beitrag zu mehr Sicherheit für Europa, auch nicht für Deutschland, sondern trägt zur weiteren Destabilisierung der ohnehin angespannten Lage bei. Und die Entsendung deutscher Soldaten an die russische Grenze - 75 Jahre nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion - zeugt von fortgeschrittener Geschichtsignoranz der Bundesregierung. Wenn Europa zu Sicherheit und Stabilität zurückfinden will, müssen alle beteiligten Regierungen endlich deeskalieren." - Gregor Gysi
    • Fabio74 10.07.2016 20:54
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