International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen in Berg-Karabach



A man walks in rubbles of the Ghazanchetsots (Holy Saviour) Cathedral in the city of Shusha, some 15 kilometers from the Nagorno-Karabakh province's capital Stepanakert, Thursday, Oct. 8, 2020, after shelling by Azerbaijani artillery. Armenia accused Azerbaijan of firing missiles into the capital of the separatist territory of Nagorno-Karabakh, while Azerbaijan said several of its towns and its second-largest city were attacked. (Vahram Baghdasaryan/Photolure via AP)

Während des Konfliktes wurde eine Kathedrale angegriffen. Mehrere Menschen sind verletzt. Bild: keystone

Bei neuen schweren Kämpfen in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus hat es am Donnerstag wieder Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums wurde auch die Kathedrale der Stadt Schuscha beschossen. Dabei seien zwei russische Journalisten schwer verletzt worden. Der Zustand von einem der beiden sei kritisch. Die Armee veröffentlichte Bilder von grösseren Schäden an dem Gotteshaus.

Zudem sei die Hauptstadt Stepanakert mehrfach mit Raketen beschossen worden, teilte Armenien weiter mit. Tausende Menschen sind auf der Flucht. Auch im Süden der Region an der Grenze zum Iran gab es neue Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Ländern.

Nach armenischen Angaben wurden von Mittwoch auf Donnerstag 30 weitere Soldaten getötet. Damit sei die Zahl der Toten auf 350 gestiegen. Aserbaidschan hat bislang keine Angaben zu Verlusten in den eigenen Reihen gemacht. Seit Beginn der neuen Auseinandersetzung vor mehr als eineinhalb Wochen seien aber mindestens 31 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Behörden der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach sprachen von bislang 22 zivilen Opfern.

In der umkämpften Region Berg-Karabach im Süden des Kaukasus leben rund 145'000 Menschen. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe.

Russland, die USA und Frankreich vermitteln in dem Konflikt mit der sogenannten Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Aserbaidschans Aussenminister Jeyhun Bayramov wollte sich dazu am Donnerstag in Genf mit OSZE-Vertretern treffen und Bakus Sicht erklären.

Österreich bot sich indes als «Ort des Dialogs» an. Das Aussenministerium Russlands teilte der Staatsagentur Tass zufolge mit, dass derzeit über ein Treffen auf Ebene der Aussenminister zwischen Armenien und Aserbaidschan mit den OSZE-Vermittlern verhandelt werde. Die Gespräche könnten dann in Moskau sein. (cki/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Knochenjob – Kinderarbeit in Bangladesch

Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan: Darum geht's

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Hagia Sophia wird zur Moschee: Erdogan erntet Shitstorm biblischen Ausmasses

Die Hagia Sophia steht für viele für das erfolgreiche Zusammenleben der christlichen und muslimischen Kultur. Der türkische Präsident Erdogan hat das Museum nun aber zum Gotteshaus erklärt. Dafür gibt's von allen Seiten Kritik.

Rund 90 Jahre nach der Umwandlung des Istanbuler Wahrzeichens Hagia Sophia in ein Museum durch Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk wird das Gebäude wieder eine Moschee. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete am Freitag die Öffnung zum islamischen Gebet an. Mit dem Beschluss übergab Erdogan die Leitung der «Hagia-Sophia-Moschee» zudem an die Religionsbehörde Diyanet.

Nach dem Willen Erdogans soll die Hagia Sophia bereits in zwei Wochen als Moschee genutzt werden können. «Wir …

Artikel lesen
Link zum Artikel