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A migrant child eats a banana as hot drinks are distributed moments after the arrival of a rubber dinghy packed with refugees and migrants on a beach on the Greek island of Lesbos, January 29, 2016. REUTERS/Darrin Zammit Lupi MALTA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN MALTA

Kinder auf der Flucht – hier in Lesbos: Nicht selten verliert sich die Spur von Flüchtlings-Kindern in Europa.
Bild: DARRIN ZAMMIT LUPI/REUTERS

Flüchtlingskinder ohne Begleitung: Tausende werden vermisst

Tausende minderjährige Asylsuchende sind in Europa unauffindbar, warnt Europol. Viele dürften bei Verwandten untergekommen sein. Doch auch Kriminelle hätten die Kinder und Jugendlichen im Visier.

31.01.16, 17:17


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Die Europol-Zahlen klingen beunruhigend. Laut der europäischen Polizeibehörde sollen sich Tausende minderjährige Flüchtlinge in Europa aufhalten, deren Aufenthaltsort den jeweiligen Regierungen nicht bekannt ist. Diese Zahl nannte Europol-Vertreter Brian Donald dem britischen «Observer». Die Befürchtung der Sicherheitskräfte: Manche ihnen könnten kriminellen Banden in die Hände gefallen sein.

«Die Zahl 10'000 erscheint uns durchaus realistisch. Natürlich sind nicht alle von ihnen tatsächlich in Gefahr. Viele werden bei Angehörigen gelandet sein. Aber wir wissen weder, wo sind und was sie machen, noch mit wem», so Donald. Es gebe inzwischen kriminelle Organisationen, die mit der Ausbeutung der jungen Menschen Geld machen wollten.

5000 Kinder in Italien unauffindbar

Konkret erklärte der Europol-Mitarbeiter, dass allein in Italien rund 5000 Flüchtlinge unter 18 Jahren zwar registriert, aber seitdem unauffindbar seien. In Schweden liege die Zahl bei etwa tausend Personen.

«Die Zahl 10'000 erscheint uns durchaus realistisch. Natürlich sind nicht alle von ihnen tatsächlich in Gefahr. Viele werden bei Angehörigen gelandet sein. Aber wir wissen weder, wo sind und was sie machen, noch mit wem.»

Europol-Vertreter Brian Donald

Auch in Deutschland halten sich Zehntausende unbegleitete Kinder und Jugendliche auf. Im November 2015 waren es laut Angaben der Bundesländer etwa 58'000 Menschen.

Erstaufnahmelager bleiben Kinder meistens erspart

Sie werden über eine Quotenregel bundesweit verteilt wie erwachsene Flüchtlinge, aber sie geniessen besonderen Schutz. Die Jugendämter sind verpflichtet, unbegleitete Minderjährige in ihre Obhut zu nehmen und unterzubringen. Das geschieht oft in Wohngruppen oder Gastfamilien. Erstaufnahmelager bleiben den Jugendlichen in der Regel erspart.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) warnt vor einem wachsenden Problem. Unbegleitete Kinder und Jugendliche aus Konfliktgebieten seien die «mit Abstand am meisten gefährdete Gruppe», so OSZE-Vertreterin Mariyana Berket. (jok)

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