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epa07108748 Landmine shrapnel damage on a wall as people stand line outside a polling center in Kabul, Afghanistan, 21 October 2018, where an explosion killed four people and injured 12 others a day earlier. According to IEC (Independent Election Commission) extension decision, due to security and technical reasons at least 45 polling centers could not operate in the first day of election, those effected polling centers will be reopen for the voters in the second day of Afghanistan parliamentary election.  EPA/JAWAD JALALI

Menschen in Kabul warten vor einem Wahlbüro. Bild: EPA/EPA

Gewalt und Chaos überschatten Parlamentswahl in Afghanistan



Anschläge und Chaos haben die Parlamentswahl in Afghanistan überschattet. Bei Angriffen auf Wahllokale wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP am Samstag fast 300 Menschen getötet oder verletzt. Das Innenministerium nannte am Sonntag niedrigere Zahlen.

Viele Wähler konnten ihre Stimme nicht abgeben, weil Wahllokale verspätet oder gar nicht öffneten. 250 Wahllokale öffneten daher am Sonntag erneut. Ergebnisse sollen erst im November verkündet werden.

Die radikalislamischen Taliban hatten zum Boykott der Abstimmung aufgefordert und mit Angriffen gedroht. In der Hauptstadt Kabul sprengte sich am Samstag ein Selbstmordattentäter in einem Wahllokal in die Luft und riss mindestens 15 Menschen mit in den Tod. In mehreren Provinzen gab es Bombenexplosionen und Raketenangriffe.

Das afghanische Innenministerium teilte am Sonntag mit, bei 193 Angriffen seien am Samstag 17 Menschen getötet und 54 weitere verletzt worden. Die AFP-Korrespondenten kamen dagegen auf 65 Tote und 225 Verletzte.

Viele Wahllokale blieben am Samstag zudem wegen organisatorischer Probleme geschlossen oder öffneten erst mit mehrstündiger Verspätung. Vielerorts fehlten Wahlhelfer, Wählerlisten waren unvollständig und es gab Probleme mit den Geräten zur biometrischen Wählererfassung, die zum ersten Mal genutzt wurden.

Viele Probleme

Am Sonntag sollte die Abstimmung daher in rund 400 Wahllokalen fortgesetzt werden. Geöffnet wurden letztlich aber nur 250 Wahllokale, wie die Unabhängige Wahlkommission einräumte. Und auch dort gab es Probleme: Wieder gab es Verzögerungen, technische Probleme und auch die Wählerlisten waren vielerorts «unvollständig oder nicht vorhanden», wie der Sprecher der Wahlbeschwerdekommission, Ali Resa Rohani, mitteilte. 148 Wahllokale blieben nach Angaben der Wahlkommission aus Sicherheitsgründen ganz geschlossen.

Bereits im Wahlkampf war es zu mehreren tödlichen Angriffen gekommen, mindestens zehn der mehr als 2500 Kandidaten wurden dabei getötet. Am Donnerstag war Kandahars Polizeichef Abdul Rasik bei einem Taliban-Anschlag getötet worden. Die Abstimmung in der südlichen Provinz wurde daher auf den 27. Oktober verschoben.

Test für Präsidentschaftswahl

Insgesamt waren rund 8.9 Millionen registrierte Wähler dazu aufgerufen, das Parlament neu zu wählen. Nach offiziellen Angaben gingen am Samstag rund drei Millionen Menschen zur Wahl. Die Parlamentswahl, die seit 2015 immer wieder verschoben wurde, galt auch als Test für die Präsidentschaftswahl, die im kommenden April stattfinden soll.

Experten werteten die massiven organisatorischen Probleme als schlechtes Vorzeichen. Die Unabhängige Wahlkommission sei offensichtlich nicht in der Lage, korrekte und transparente Wahlen zu organisieren, sagte der Experte Thomas Ruttig vom Afghanistan Analysts Network. Ein westlicher Diplomat, der die monatelange Vorbereitung der Wahl beobachtet hatte, sagte, er habe «überhaupt kein» Vertrauen mehr in die Wahlkommission.

Auch Wähler und Kandidaten kritisierten den Ablauf den Urnengangs scharf. Die Wahlkommission solle sich «schämen», schrieb Hosai Mangal auf deren Facebook-Seite. Überall habe völlige Unordnung geherrscht, in seinem Wahllokal habe sein Name nicht im Wählerverzeichnis gestanden. Ein anderer Wähler schrieb, die Abstimmung sei die bisher «schlimmste Wahl» in Afghanistan gewesen. (sda/afp)

Drogenernte in Afghanistan

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Video: srf/SDA SRF

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Warum Trump jetzt Syrien um die Ohren fliegt

Jared Kushner und Mohammed bin Salman hätten es für den US-Präsidenten im Nahen Osten richten sollen – eine katastrophale Fehleinschätzung.

Präsident Donald Trump muss sich derzeit nicht nur mit einem Impeachment-Verfahren abmühen. Er schaut auch in den Abgrund eines aussenpolitischen Desasters. Sein spontaner Entschluss, die amerikanischen Truppen aus Nordsyrien abzuziehen, erweist sich als sein bisher grösster Fehler.

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