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Fake-Foto in der Kronen Zeitung – Was hat Österreichs Kanzler Kurz damit zu tun?

09.05.2019, 19:19
Krone.at am 27.6.2017.
Krone.at am 27.6.2017.Bild: Screenshot/diepresse.com

Ein Wiener SPÖ-Gemeinderat namens Omar Al-Rawi hat einem ORF-Bericht zufolge eine Klage vor dem Handelsgericht gegen die Kronen Zeitung gewonnen. Es ging dabei um Foto, die das Medium im Juni 2017 veröffentlicht hat. Darauf zu sehen: junge Mädchen mit Kopftuch. Laut Kronen Zeitung zeigten die Fotos einen islamischen Kindergarten. Das entsprach laut Al-Rawi, der in dem Bericht ebenfalls erwähnt wurde, aber nicht den Tatsachen. Tatsächlich, so Al-Rawi, stammten die Bilder aus dem Islamischen Zentrum Wien.

Der Bericht unterstellte Al-Rawi ausserdem, den radikalen Islam unterstützen und Fakten zu negieren. Der Gemeinderat verklagte deshalb die Kronen Zeitung und deren Online-Chefredakteur Richard Schmitt auf Unterlassung und Widerruf der Behauptungen.

Gericht entscheidet zu Al-Rawis Gunsten

Das Gericht hat jetzt entschieden und Al-Rawi recht gegeben. In der Verhandlung sei aber laut ORF noch ein pikantes Detail ans Licht gekommen: Chefredakteur Schmitt habe sich mit der Begründung verteidigt, er habe die Bilder von einem Sprecher des Integrationsministeriums erhalten.

Kam das Foto aus Kurz' Ministerium?

Der Chef dieses Sprechers war damals Österreichs heutiger Bundeskanzler Sebastian Kurz in seinem Amt als Bundesminister für Europa, Integration und Äusseres. Und es wird noch besser: Der heutige österreichische Bundeskanzler reagierte kurz nach Veröffentlichung auf Facebook auf den Artikel, indem er ankündigte, mit diesen «Zuständen» aufräumen zu wollen. Kurz forderte im Juni 2017, also im selben Monat, in dem das Foto veröffentlicht wurde, islamische Kindergärten generell zu schliessen, weil sie sich sprachlich und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft abgeschottet hätten. Eine Studie zum Thema stand damals unter Verdacht, vom Ausseministerium gefälscht worden zu sein.

Omar Al-Rawi unterstellt dem Kanzler nun auch in der Kronen Zeitung «eine Selbstinszenierung, die offenbar von langer Hand geplant war».

(tam)

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