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Bahrain hält nach Einigung mit Israel an Zwei-Staaten-Lösung fest



Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) will nach Angaben der US-Regierung auch das Königreich Bahrain diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. Das arabische Königreich hält nach der Einigung mit Israel über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen an einer Zwei-Staaten-Lösung für den Nahost-Konflikt fest.

König Hamad bin Isa al-Chalifa betonte am Freitagabend in einer Erklärung, es sei notwendig, zu einem «gerechten und umfassenden Frieden» zu gelangen. Er lobte zugleich die «beharrlichen Bemühungen», mit denen die USA den Friedensprozess vorangetrieben hätten.

«Ein weiterer historischer Durchbruch», schrieb US-Präsident Donald Trump am Freitag auf Twitter. «Unsere beiden grossartigen Freunde Israel und das Königreich Bahrain einigen sich auf ein Friedensabkommen.»

Die VAE und Isreal wollen am Dienstag kommender Woche im Weissen Haus ihr Abkommen zu der Mitte August angekündigten Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. Trump erwartet für den «historischen» Anlass am 15. September Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den Aussenminister der Emirate, Abdullah bin Sajid, in Washington. In einer gemeinsamen Mitteilung der USA, Bahrains und Israels hiess es am Freitag, Bahrains Aussenminister Abdullatif al-Sajani werde bei der der Zeremonie eine «Friedenserklärung» mit Netanjahu unterzeichnen.

Durch die Abkommen würden die VAE und Bahrain nach Ägypten und Jordanien das dritte beziehungsweise vierte arabische Land, das gegenwärtig diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Die Palästinenser haben die angekündigte Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und dem Königreich Bahrain am Freitagabend scharf kritisiert. Die Palästinenserführung in Ramallah drückte in einer Stellungnahme ihre «starke Ablehnung und Verurteilung» der Vereinbarung aus. Es handele sich um «Verrat an Jerusalem, der Al-Aksa-Moschee und der palästinensischen Sache». Ausserdem legitimiere sie «die abscheulichen Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht an unserem palästinensischen Volk».

Trump hatte sich für die Annäherung zwischen Israel und den VAE engagiert. Nach dem Durchbruch hat er wiederholt Hoffnungen auf weitere Fortschritte gemacht und sogar von einem möglichen «Frieden im Nahen Osten» gesprochen. Am Donnerstag hatte der Präsident im Weissen Haus gesagt, womöglich werde ein weiteres Land dem Beispiel der VAE folgen. «Und ich sage Ihnen, es stehen Länder Schlange, die sich daran anschliessen wollen.» Er sei auch im Gespräch mit dem saudischen König Salman.

Der amtierende US-Präsident gab sich am Donnerstag optimistisch, dass auch die Palästinenser wieder Gesprächsbereitschaft zeigen würden, wenn Länder, die sie unterstützten, dem Kurs der VAE folgten. Die Palästinenser boykottieren die US-Regierung, seit Trump Jerusalem Ende 2017 einseitig als Hauptstadt Israels anerkannt und im Mai 2018 die US-Botschaft von Tel Aviv aus dorthin verlegt hat. Sie werfen Trump eine einseitig pro-israelische Politik vor.

Trump wirbt im Wahlkampf mit seiner Israel-freundlichen Nahost-Politik, womit er besonders bei der für ihn wichtigen evangelikalen Wählerschaft punkten will. Sie ist Israel gegenüber traditionell positiv eingestellt. Zugleich wirbt der US-Präsident mit seinem harten Kurs gegen Israels Erzfeind Iran.

Der Präsident hatte sich am Donnerstag zuversichtlich gezeigt, dass der Iran im Falle seines Sieges bei der US-Präsidentschaftswahl im November binnen eines Monats bereit sein werde, ein neues Abkommen mit den USA zu unterzeichnen. «Ich denke, das wird geschehen.» Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht.

Bahrain in engem Austausch mit USA

Das Königreich Bahrain ist ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens und der Emirate. Die drei Länder hatten etwa 2017 gemeinsam die Blockade gegen ihren Golf-Nachbarn Katar verhänget. Bahrain gehörte zu den ersten Ländern, die den VAE zu ihrem historischen Vertrag mit Israel gratulierten. König Hamad bin Isa al-Chalifa nannte es einen «historischen Schritt des Friedens».

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten begrüssten das geplante Abkommen zwischen Israel und Bahrain und sprachen von einem «wichtigen Schritt». Dieser stärke die Sicherheit und den Aufschwung in der Region, teilten die VAE mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM meldete.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi twitterte, das Abkommen stärke den Frieden und die Stabilität im Nahen Osten. Ägypten ist mit Bahrain, Saudi-Arabien und den VAE verbündet. Das nordafrikanische Land hat ebenfalls diplomatische Beziehungen mit Israel.

Bahrain pflegt auch enge Beziehungen zu den USA. So ist dort etwa die 5. US-Flotte stationiert. Im vergangenen Jahr hatte der Golfstaat in seiner Hauptstadt Manama gemeinsam mit Washington eine umstrittene Wirtschaftskonferenz für die Palästinenser ausgerichtet.

Trump und der Friedensnobelpreis

Wegen Trumps Engagement für das Abkommen zwischen den VAE und Israel hatte der norwegische Parlamentsabgeordnete Christian Tybring-Gjedde von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei den US-Präsidenten in dieser Woche für den Friedensnobelpreis nominiert. Trump sagte am Donnerstagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Freeland im US-Bundesstaat Michigan vor jubelnden Anhängern: «Ich muss Euch sagen, dass das eine ziemlich grosse Sache ist.»

Trump hat wiederholt deutlich gemacht, dass er den Preis aus seiner Sicht verdient hätte. Für den diesjährigen Friedensnobelpreis, dessen Preisträger immer im Oktober bekanntgegeben wird, kommt die Nominierung aber zu spät. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • landre 12.09.2020 08:05
    Highlight Highlight Vereinfacht betrachtet: Israel mit den "Sunniten/ Araber" zusammenspannen um stärker gegen die "Schiiten/ Perser" vorgehen zu können(?)

    Friedenstauben die solch friedliche Virtuositäten generieren, verdienen unbedingt einen Nobelpreis.
    • Smeyers 12.09.2020 09:25
      Highlight Highlight @landre; sicherlich stabilisieren diese Friedensabkommen die Region mehr, als dies der Iran tut mit der Unterstützung von Milizen und Terroristen im Irak, Syrien und Libanon.

      Die Araber räumen vor Ihrer eigenen Haustüre auf und das ist gut so. Egal was Europa sagt.
    • De-Saint-Ex 12.09.2020 11:07
      Highlight Highlight Fragt sich, wie dann ein „nur“ noch sunnitisches „Arabien“ zu Israel stehen würde... wenn der einstige „gemeinsame“ Feind weg ist... genau genommen profitiert Israel vom Umstand, dass die 2 Seiten, sunnitisch und schiitisch, derart zerstritten und verfeindet sind.
  • Troxi 12.09.2020 06:20
    Highlight Highlight Diese Sache ist doch abgekartetes Spiel und soll dem armen Donald nur die Wiederwahl sichern um danach in den Normalzustand zurück zukehren. Nach den Olympischen Spielen in Südkorea, werde ich diesen Erfolg sicher nicht nochmals naiv abkaufen. Nordkorea hat es doch Vorgemacht. Für einen bestimmten Anlass X werden Veränderungen an den Tag gelegt um danach wieder in den Normalzustand zurück zu kehren. Sprich nach den Wahlen werden wir lesen dürfen. Diplomatische Beziehungen von XY zu Israel wurden abgebrochen. Aber und das halte ich fest, es wäre zu schön, wenn ich falsch liegen würde.
  • Smeyers 11.09.2020 22:22
    Highlight Highlight Der Frieden weitet sich aus! Gut für Israel, gut für die Region.

    Die arabische Liga emanzipiert sich von den Erpressungen der Palästinensern. Sie haben den Wunsch der Palästinenser abgelehnt den Frieden zwischen IL und VAE zu verurteilen. Die Palästinenser zeigen damit ihr wahres Gesicht: Niemals Frieden unter keinen Umständen.

    https://www.mena-watch.com/israel-vae-abkommen-arabische-liga-erteilt-palaestinensern-eine-absage/

  • Kruk 11.09.2020 21:48
    Highlight Highlight Der selbsternannte König meint also es sei notwendig, zu einem «gerechten und umfassenden Frieden» zu gelangen.

    Nun, damit hat er recht. Was er aber unter Gerechtigkeit verstehen mag kann ich mir bei ihm nicht vorstellen.
    • Kruk 11.09.2020 22:20
      Highlight Highlight Offenbar halten viele den selbsternannten König für einen gerechten, friedlichen Herrscher.
      Dabei ist es in etwa so als würde ein Veganer bessere Fleischgerichte in Restaurants fordern.
    • Smeyers 12.09.2020 09:29
      Highlight Highlight @kruk; ich finde deine Beschreibung zu Abbas passend. Ein Diktator der seit Jahrzehnten ohne Wahlen regiert und von Frieden spricht obwohl er Terroristen finanziell unterstützt.
  • maylander 11.09.2020 20:36
    Highlight Highlight Es fällt schwer es zu glauben aber Donald Trump hat wirklich viel erreicht mit seiner Nahostpolitik.
    • Imfall 12.09.2020 07:59
      Highlight Highlight Zuerst mal abwarten, was nach den Wahlen in den USA passiert.. Ich behaupte mal, das gar nichts mehr passiert... egal wer gewinnt

      Bei Nordkorea haben an Anfang auch alle von eine riesen Erfolg der Trump Regierung gesprochen... an Schluss war alles bestenfalls warme Luft und ein bisschen PR

      Aber ich würde mich freuen, wenn ich in diesem Fall unrecht hätte!
    • bokl 12.09.2020 09:45
      Highlight Highlight Indem er den Sunniten erklärt hat, dass im Kampf gegen die Schiiten jeder Verbündete hilfreich ist? "Der Feind meines Feindes ist mein Freund!" ist nichts neues. Und für alle gibts wohl noch schöne Rabatte auf US-Kriegsspielzeug.
  • Scott 11.09.2020 20:33
    Highlight Highlight Friedensnobelpreis ahoi!
    • Blocher Jo 12.09.2020 08:44
      Highlight Highlight @Scott😂😂😂
  • De-Saint-Ex 11.09.2020 20:06
    Highlight Highlight Ach ja unser lieber Trump... irgendwie tut er mir fast leid... die VAE „gedenken“ und Israel „gedenkt“ und er spricht schon davon, dass „viele“ andere Schlange stünden und ebenfalls „gedenkten“ und gar von Frieden im ganzen Nahen Osten schwärmt er schon, alles dank ihm natürlich... und was ist eigentlich mit Saudi Arabien und seinem Nuklearprogramm, das ja dank Trump Fahrt aufgenommen hat? Die Welt wird wohl einst so wie bei Israel der Fall, inoffiziell erfahren, dass Riad sie hat... wie durchsichtig sie doch ist, die US Interessenspolitik...
    • Normi 11.09.2020 21:14
      Highlight Highlight ach wie schön es sein muss, wenn man einfach alles anhand von den beteiligten Menschen beruteilen kann und sich erst gar nicht mit der eigentlichen Sache beschäftigen muss
    • De-Saint-Ex 12.09.2020 18:31
      Highlight Highlight Und... Normi, ist das alles?
  • Hitsch 11.09.2020 19:43
    Highlight Highlight Hat jemand die Palästinenser überhaupt gefragt ?😔?
    • maylander 11.09.2020 21:20
      Highlight Highlight Wieso sollte man die fragen?

      Das ist eine Sache zwischen Bahrain und Israel.
    • Kruk 11.09.2020 21:43
      Highlight Highlight Hat jemand überhaupt die Bahrainis gefragt?

      Nein, der König, der verlängerte Arm der Saudis und somit der USA entscheidet dies selber.
      Wahrscheinlich ist die Sache, wie im Falle der UAE, gekauft.

      Naja, spielt sowieso keine grosse Rolle in diesem Konflikt, diese Leute haben auch nichts für die Palästinenser gemacht.
    • Blocher Jo 12.09.2020 08:51
      Highlight Highlight @Hitsch. Klar hat es mit den Palästinensern zu, solange nur von 2 Staatenlösung geplaudert wird und Israels Regierung alles unternimmt, diese zu torpedieren. Das Ganze basiert auf einem Fantasiegebilde von Trump zwecks Wahlkampfhilfe; und viele Blauaugen fallen wieder darauf herein!
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