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Sie wurde «kleine, dreckige Bitch» genannt – und muss jetzt 7000 Euro Strafe zahlen 

11.10.18, 09:31 12.10.18, 06:01

Felix Huesmann / watson.de



Stell dir vor, du bekommst widerliche, obszöne und sexistische Nachrichten geschickt. Du veröffentlichst sowohl die Nachrichten als auch die Identität des mutmasslichen Absenders. Und dann wirst du dafür verklagt und wegen übler Nachrede verurteilt. Dem mutmasslichen Absender musst du 4000 Euro Entschädigung zahlen und zusätzlich wird dir noch eine Geldstrafe von 3000 Euro aufgehalst.

Klingt absurd? Willkommen in Österreich.

Dort ist genau das der ehemaligen Grünen-Abgeordneten Sigi Maurer in Wien passiert. Sie wurde am Dienstag wegen übler Nachrede verurteilt. Dagegen will sie weiter juristisch vorgehen. Ausserdem hofft sie, dass der Fall dazu beiträgt, Gesetze in Österreich zu ändern.

Wir haben mit Sigi Maurer gesprochen.

Aber von vorne:

Am 29. Mai geht Sigi Maurer von der Arbeit nach Hause. Der Weg führt sie wie jeden Tag an einem Craftbeer-Geschäft im 8. Wiener Gemeindebezirk vorbei. Der Besitzer des Geschäfts stehe häufiger mit seinen Freunden auf dem Gehsteig und trinke Bier, so Maurer. Auch an diesem Tag muss sie zwischen Herr L. und seinen Freunden hindurch – «eine Situation, die sie genutzt haben, um mich deppert anzureden», wie Maurer am nächsten Morgen in einem folgenreichen Facebook-Post schreibt. Eine halbe Stunde später bekommt Sigi Maurer dann eine Facebook-Nachricht. Der Absender: der Account des Besitzers. 

Die Nachricht im Wortlaut, Teil I:

Hallo Du bist heute bei mir beim Geschäft vorbei gegangen und hast auf meinen Schwanz geguckt als wolltest du ihn essen ,

15.26 Uhr

Die Nachricht im Wortlaut, Teil II:

Bitte wenn Du nächstes Mal vorbei kommst darfst Ihn ohne Worte in deinen Mund nehmen und ihm bis zum letzten Tropfen aussagen,zahle auch 3 Euro mehr, wenn du nix verschwendest !!! Dein fetter Arsch turned mich ab aber da Du prominent bist,  ficke ich Dich gerne in deinen fetten Arsch , damit dir einer abgeht du kleine dreckige Bitch !!!!

In ihrem Facebook-Post ist jedoch nicht nur der Screenshot der Nachricht zu sehen, sondern auch der ganze Name und die Geschäftsadresse.

Auf den prasselt anschliessend ein Shitstorm ein – sowohl offline als auch vor Ort in seinem Bier-Geschäft.

Und so kommt es schliesslich zu einer juristischen Auseinandersetzung. Allerdings nicht, weil Sigi Maurer Anzeige erstattet. Tatsächlich ist es der Besitzer des Craftbeer-Ladens, der Klage einreicht. Die Vorwürfe: üble Nachrede und Kreditschädigung. Schon nach Maurers Post behauptet L., die Nachricht gar nicht verfasst zu haben. Auf seinen Computer hätten mehrere Leute im Geschäft Zugriff. Mit dieser Argumentation zieht er auch vor Gericht – und gewinnt zumindest in der ersten Instanz.

Sigi Maurer sagt:

«Ich bin nicht nur überrascht, sondern erschüttert über dieses Urteil.»

Sie habe nicht damit gerechnet, dass das Gericht zu diesem Schluss kommt.

Denn sogar der Richter ist davon überzeugt, dass L. lügt und die Nachricht verschickt hat – zweifelsfrei nachweisen lässt sich das jedoch nicht. Deshalb wird die ehemalige Grünen-Abgeordnete am Dienstag zumindest der üblen Nachrede schuldig gesprochen (Der Standard).

Die Nachricht an Sigi Maurer: nicht strafbar

Der Besitzer des Craftbeer-Ladens müsste sich hingegen nicht mal dann Sorgen um eine Verurteilung machen, wenn man ihm nachweisen könnte, dass er die Nachricht geschrieben und abgeschickt hat. «In Österreich haben wir im Gegensatz zu Deutschland eine Gesetzeslücke», sagt Sigi Maurer.

In §115 des österreichischen Strafgesetzbuchs heisst es nämlich:

«Wer öffentlich oder vor mehreren Leuten einen anderen beschimpft, verspottet, am Körper misshandelt oder mit einer körperlichen Misshandlung bedroht, ist, wenn er deswegen nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen.»

Eine Privatnachricht ist, anders als etwa ein Facebook-Post, nicht öffentlich. Der Verfasser der Nachricht an Sigi Maurer kann sich also – juristisch gesehen – entspannt zurücklehnen. In Deutschland hingegen kann auch eine privat verschickte Beleidigung strafbar sein. 

«Es muss eine Gesetzesänderung her, die ermöglicht, dass man sich rechtlich dagegen wehren kann», sagt Maurer. Das Urteil gegen sie empört viele Österreicher. Sigi Maurer hofft, dass diese Empörung jetzt dazu beiträgt, dass die Gesetzeslage verändert wird.

Sie sagt:

«Grundsätzlich gibt es, glaube ich, schon ein grosses Problembewusstsein.»

Die Frauenministerin und der Justizminister hätten bereits verkündet, dass sie sich diesem Thema in einer Arbeitsgruppe widmen wollen.

Und auch in ihrem Fall will Sigi Maurer nicht klein beigeben. Sie legt Berufung gegen das Urteil ein und sagt: 

«Wir gehen weiter, wenn es sein muss bis nach Strassburg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.»

Denn das Urteil, sagt sie, sei «natürlich ein Freibrief». Wenn es ausreiche, zu sagen «ich war es nicht», dann ermuntere das die «Hater» geradezu.

So geht Sigi Maurer künftig mit Hassnachrichten um:

Drohungen und Beleidigungen bekommt die ehemalige Abgeordnete bereits seit Jahren zugeschickt.

Sigi Maurer sagt:

«Vergewaltigungs- und Morddrohungen hat es immer schon gegeben. Aber es hat nach der Silvesternacht in Köln einen deutlichen Bruch gegeben. Seitdem bekomme ich viele Hasspostings und Nachrichten, in denen so etwas drinsteht wie: Du sollst von 20 Afghanen vergewaltigt werden. Das hat zugenommen.»

Und auch nach dem Urteil vom Dienstag hört dieser Strom an Hassnachrichten nicht auf. Wie reagiert Maurer also künftig auf solche Botschaften? Zuerst einmal stellt sie klar: 

«Ich bereue nicht, was ich gemacht habe.»

In derselben Form würde sie es trotzdem wahrscheinlich nicht wieder tun. «Ich würde es entweder anonymisieren, oder nur schreiben, dass es von dem Account kommt», sagt sie.

Genau dies tut Maurer seit Dienstag bereits – und macht dabei die Absurdität des Gerichtsurteils deutlich. Auf Twitter hat sie mehrere Screenshots von Hassnachrichten veröffentlicht. Jeweils mit dabei: Sigi Maurers Antwort. Darin bittet sie die Verfasser um einen Identitätsnachweis und eine Bestätigung, dass sie die Nachricht tatsächlich selbst verschickt haben – um ihrer «journalistischen Sorgfaltspflicht nachzukommen».

Bei Twitter wurden diese Screenshots seit Dienstag bereits mehr als 1500 Mal geteilt.

Das rät Sigi Maurer den Betroffenen solcher sexistischen Hassnachrichten:

Durch ihre politische Tätigkeit ist Maurer – wie viele andere Frauen im Internet – gezwungenermassen zu einer Art Expertin für den Umgang mit sexistischem Hass geworden. Sie rät:

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Video: srf/SDA SR

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79
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    Alle Leser-Kommentare
  • Jolanda Spiess-Hegglin 12.10.2018 10:14
    Highlight Liebe Redaktion. Habt ihr den Artikel aus Deutschland übernommen? In der Schweiz gäbs sonst #NetzCourage, als einzige Anlaufstelle, bislang noch in Volonteerarbeit. Aber wir wissen schon ziemlich Bescheid.
    0 0 Melden
    • Leo Helfenberger 12.10.2018 19:21
      Highlight Ja, den Text haben wir übernommen. Der Artikel stammt von der watson.de-Redaktion in Berlin.
      0 0 Melden
  • Nelson Muntz 12.10.2018 07:35
    Highlight Herr L. hat wohl ein ziemlich gestörtes Verhältnis zur eigenen Sexualität. Zudem ist er wohl nicht das hellste Sternchen am Himmel (resp. hellste IPA im Keller, um beim Thema seines Geschäfts zu bleiben).
    1 0 Melden
  • Gummibär 11.10.2018 20:53
    Highlight In den Kommentaren wird verschiedentlich "Selbstjustiz" und "Pranger" erwähnt.
    Inwiefern hat der Verfasser einer obszönen oder mit Gewalt drohender facebook-Nachricht ein Recht darauf, dass diese vertraulich behandelt wird ?
    Hier ein öffentlich zugängliches Zitat von https://wwwdirekt.unzensuriert.at :
    " Albert Lastufka, Inhaber des „Craft-Beer-Shops“ in Wien-Josefstadt, hatte die Grüne geklagt, weil Maurer ihn via öffentlichem Posting im Internet beschuldigt hatte, ihr obszöne Nachrichten geschrieben zu haben"

    1 5 Melden
  • honesty_is_the_key 11.10.2018 20:29
    Highlight Mir ist ehrlich gesagt egal was juristisch gültig ist etc.
    Die Nachrichten von Herrn L. an Sigi Maurer sind unterste Schublade. Dass sie sich dagegen wert kann ich nur begrüssen.

    Dass sie nun dafür gebüsst wird, und somit das Opfer als Täterin verurteilt wird - ja, das befremdet mich sehr. Es geht mir dabei nicht um die Geldstrafe, sondern über die Message die so verbreitet wird. Einfach nur traurig.
    52 14 Melden
    • Roterriese 11.10.2018 21:46
      Highlight Sie ist eben zwar ein Opfer, aber auch eine Täterin. Wenn mir jemand was klaut und ich klau ihm auch irgendwas, werden beide bestraft.
      7 8 Melden
  • Ruffy 11.10.2018 18:15
    Highlight Ja gut, gesetze gelten halt für alle. Wenn jemand bei dir einbricht und du ihm mit der bratpfanne eins über die rübe ziehst wirst du je nach dem auch ein grösseres problem haben.
    23 12 Melden
    • Belzebuub 12.10.2018 07:49
      Highlight Dann müsste man still zu Hause sitzen und zusehen wie der Einbrecher dein Zeugs mitnimmt.
      3 2 Melden
  • Roterriese 11.10.2018 18:12
    Highlight "Klingt absurd?" Nein, tut es nicht. Oder steht Watson nun auch für Selbstjustiz?
    41 34 Melden
  • walsi 11.10.2018 18:07
    Highlight Vielleicht sollte Watson noch Zitieren was die Frau wirklich geschrieben hat.

    Zitat: ""Ich dachte mir, in einer Stadt voller Hipster schadet es ja nicht, darüber zu informieren, bei welchem frauenverachtenden Arschloch man potenziell sein (craft) Bier kauft"

    Ich glaube auch bei uns würde man verurteilt wenn man so etwas öffentlich über jemand anderen sagt.

    https://www.sueddeutsche.de/panorama/strafe-fuer-politikerin-ich-bin-erschuettert-1.4163508
    41 18 Melden
  • In vino veritas 11.10.2018 14:59
    Highlight Also ich finde diese Strafe in Ordnung. Gerade heute kann jeder Account gehackt werden und was ist wenn er die Nachricht wirklichen nicht geschrieben hat? Wenn ein wütender Mitarbeiter/Kunde die Nachricht am PC verfasst hat? Oder die Konkurrenz? Es gilt auch in Österreich die Unschuldsvermutung. Natürlich müssen private Beleidigungen unbedingt unter Strafe gestellt werden, damit sie sich zivilisiert wehren kann.
    23 33 Melden
    • Belzebuub 12.10.2018 07:52
      Highlight Jeder Aacount gehackt? Schon möglich. Meistens betriffts aber Accounts mit Passwörtern wie BierIstGeil123 oder so. Ausserdem hat er dafür zu sorgen, dass niemand Zugriff auf seinen Account hat (läuft ja unter seinem Namen), sprich er soll sich abmelden, wenn er es nicht mehr braucht.
      0 2 Melden
    • In vino veritas 12.10.2018 08:16
      Highlight Aha. Den Likes nach ist die Unschuldsvermutung nicht relevant? Ehrlich gesagt könnten diese Kommentare auch im Blick stehen. Dort fordern gewisse Personen auch immer, dass Selbstjutiz legalisiert wird. Ob das der Wahrheitsfindung nun dienlich ist?
      2 0 Melden
  • Narzyss 11.10.2018 14:04
    Highlight Das der Rechtsstaat keine Selbstjustiz wie Internetpranger duldet finde ich richtig. Egal aus welchem Grund, auch wenn ich ihr Verhalten verstehe und der Typ das in meinen Augen völlig verdient hat. Zuerst so eine grosse Klappe und dann sagen er war es nicht, erbärmlich. Das sein Verhalten nicht Strafbar ist, überrascht mich sehr und gehört umbedingt geändert.

    Die Strafe für sie ist hart aber leider korrekt. Wir dürfen nicht zulassen das Personen sich mittels Internetpranger für irgendwas rächen. Egal ob wir finden das der oder die es verdient hat.
    104 33 Melden
    • Redly 11.10.2018 18:11
      Highlight Sie hat nur seine Aussagen 1 zu 1 zitiert. Da ist nichts ‚Pranger‘. Wer so primitive Beleidigungen macht, soll damit rechnen müssen, dass das nicht privat und anonym bleibt.
      Team Sigi Maurer!
      35 28 Melden
    • Roterriese 11.10.2018 19:44
      Highlight @Redly hat sie? Nein hat sie eben nicht.

      "Ich dachte mir, in einer Stadt voller Hipster schadet es ja nicht, darüber zu informieren, bei welchem frauenverachtenden Arschloch man potenziell sein (craft) Bier kauft"
      https://www.sueddeutsche.de/panorama/strafe-fuer-politikerin-ich-bin-erschuettert-1.4163508
      20 16 Melden
    • Redly 11.10.2018 22:13
      Highlight @Roterriese: OK, da hast du wohl recht. Das ist mehr als Zitat.
      Allerdings scheint mir, sie hat damit auch recht.
      2 1 Melden
  • Gehirnistonline 11.10.2018 12:56
    Highlight Weiss jamand ob sie Anzeige wegen sexueller Belästigung oder was ähnlichem erstatten könnte?
    20 22 Melden
    • Karl33 11.10.2018 14:56
      Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
  • Bobby_B 11.10.2018 12:37
    Highlight Das klang für mich gar nicht so absurd. Oder sollen wir den öffentlichen Pranger oder Ächtung wieder einführen?
    War halt von ihr kein geschicktes vorgehen.
    73 36 Melden
  • Magenta 11.10.2018 11:40
    Highlight Der Typ ist einfach nur widerlich. Dennoch gibt dies Sigi Maurer kein Recht, den Urheber der privat versendeten Mail öffentlich zu machen.

    Ich bin nicht für Täterschutz, absolut nicht! Aber der öffentliche Pranger ist auch nicht das Mittel der Wahl. Sie hätte ihn ganz einfach anzeigen können. Dass der Widerling dann davongekommen wäre, weil in Österreich privat geäusserte Beleidigungen nicht unter Strafe gestellt sind, ist dann wieder eine andere Sache...
    103 52 Melden
    • aglio e olio 11.10.2018 12:22
      Highlight Da gebe ich dir Recht. Ein Gutes hat die Vorgehensweise jedoch. Jetzt wird über die rechtliche Situation gesprochen. Sonst würde sicher nichts passieren...
      97 10 Melden
    • Schmirinskis 11.10.2018 13:32
      Highlight Sie hätte ihn ja eben nicht anklagen können, da es in Österreich nicht Strafbar ist. Ob der Pranger dann die richtige Lösung ist sei dahingestellt.
      46 6 Melden
    • Magenta 11.10.2018 13:45
      Highlight @Schmirinskis, zwischen anklagen und anzeigen gibt's einen kleinen Unterschied. 😉 Und ja, ich habe ja in meinem Kommentar hoffentlich klar gemacht, dass ich das für eine Gesetzeslücke halte.
      11 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • kafifertig 11.10.2018 11:32
    Highlight Ein Unrecht rechtfertigt nie ein anderes.
    Das Urteil ist gerecht, wenn auch eher zu mild.
    52 128 Melden
    • äti 11.10.2018 12:50
      Highlight ... kannst du mir das erklären?
      33 16 Melden
    • kafifertig 11.10.2018 14:14
      Highlight Er hat vielleicht und nur vielleicht sie sexuell belästigt und ihre Ehre verletzt.
      Das wäre eine Unrecht, aber in vorliegendem Fall lässt sich nicht nachweisen, wer's war, weil Dritte Zugang zum Account hatten.
      Sie hat ihn eines unbewiesenen Unrechts bezichtig. Das ist das andere Unrecht namens Verleumdung.
      Nur weil sie von ihm beleidigt wurde, hat sie noch lange kein Recht, ihn zu verleumden. Doch genau das tat sie, weil unbewiesen ist, wer ihr das schrieb.
      Einzig das Gericht ist befugt, eine Strafe zu verhängen. Selbstjustiz ist nie statthaft.
      13 13 Melden
    • äti 11.10.2018 19:53
      Highlight Oha, dann darf ich jedermann anpöbeln, aufs Übelste anschwärzen und dann sagen, da hat jemand anders meine Mail, meinen Account, mein Briefpapier, mein Telefon benutzt? Echt jetzt?
      9 10 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ohniznachtisbett 11.10.2018 11:18
    Highlight Nach der Logik dieser Dame und auch dieses Artikels ist also Selbstjustiz ok. Oder wo ist die Grenze: Wer mir etwas klaut, den beklaue ich auch? Bei Körperverletzung? Bei Mord? Die Dame hätte einfach den Mann anzeigen können, Beweise hatte sie ja genug. Dann wäre er wohl auch verurteilt worden. Nicht wegen Beileidigung - wie im Artikel ausgeführt -, aber Drohungen und sexuelle Belästigung sind auch in AT strafbar... gehe ich schwer davon aus. Ihn öffentlich an den Pranger zu ist Selbstjustiz und die gehört logischerweise verboten. So mind. mein Verständnis vom Rechtsstaat.
    103 94 Melden
    • Steckenpferd 11.10.2018 11:38
      Highlight @Ohniznachtisbett
      Wenn er sie nun anklagt wegen 'übler Nachrede' und 'Kreditschädigung', dann zeigt das für mich nur auf, dass er genau weiss, dass er etwas falsches getan hat & dass er nun Angst hat vor den Konsequenzen. Ganz ehrlich, habe ich kein Mitleid..
      75 51 Melden
    • Gähn 11.10.2018 11:42
      Highlight Wer solchen Mist schreibt, muss sich nicht wundern, wenn man dann öffentlich zeigt was er geschrieben hat.
      Das ist einfach wieder die bequeme Opferrolle gewisser Gesinnungsgenossen der Rechten.
      89 57 Melden
    • Dubio 11.10.2018 11:43
      Highlight Teile diese Ansicht vollkommen, da logisch und in sich schlüssig. Laut schreien, allgemeine Entrüstung und Mob-Verhalten ist allerdings viel populärer....
      48 15 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • vescovo 11.10.2018 11:11
    Highlight "Ich war das nicht" gilt mMn nicht. Der Account lautet auf seinen Namen, dann hat er dafür zu sorgen, dass niemand anderes Zugriff darauf hat.
    Ich kann auch nicht mit meiner Kreditkarte einkaufen und anschliessend das Geld zurückfordern, weil "mehrere Personen Zugriff darauf hatten" .
    295 50 Melden
    • kafifertig 11.10.2018 11:37
      Highlight Nein, sie irren sich auf der ganzen Linie.
      Dass der Account auf einen Namen lautet, lässt für sich genommen keine Schlussfolgerung auf die Urheberschaft von Posts mit diesem Account zu.
      Genau gleich verhält es sich mit dem Unterschied zwischen Fahrzeuglenker und Fahrzeughalter, oder zwischen Eigentümer, Besitzer und Nutzer.
      42 32 Melden
    • Bruno S. 88 11.10.2018 12:54
      Highlight @Kafifertig
      Was sie behaupten stimmt nicht.
      Es wurden auch schon viele Facebook User aufgrund ihrer Beiträge verurteilt. Auch in der Schweiz. Es sei ein Hacker Angriff gewesen zieht nicht.
      24 6 Melden
    • Bruno S. 88 11.10.2018 12:55
      Highlight @Kafifertig
      Was sie behaupten stimmt nicht.
      Es wurden auch schon viele Facebook User aufgrund ihrer Beiträge verurteilt. Auch in der Schweiz. Es sei ein Hacker Angriff gewesen zieht nicht. Zumal in den FB AGB's klar steht, dass sich der Nutzer mit seinem echten Namen anmelden muss und sein Profil nicht von einer anderen Person benutzt werden darf.
      13 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 11.10.2018 10:59
    Highlight Ok, dann mach ich halt die Arbeit, die eigentlich der Journalist hätte machen müssen. In der Schweiz gilt:

    Jede Beleidigung ist immer strafbar. Beleidigen kann man durch Wort, Schrift oder Gebärde. Wird eine Beleidigung direkt durch eine Gegenbeleidigung oder Tätlichkeit erwidert, kann der Richter von einer Strafe absehen.

    Wer jemanden gegenüber einem Dritten eines unehrenhaften Verhaltens beschuldigt, ist strafbar, wenn er die Behauptung nicht beweisen kann. Zum Wahrheitsbeweis wird man (anders als in Österreich) nur dann zugelassen, wenn die Beschuldigung von öffentlichem Interesse war.
    35 4 Melden
    • Joe Smith 11.10.2018 12:26
      Highlight Ergänzung: Die Beweisfrage stellt sich natürlich unabhängig von der Rechtslage.
      7 1 Melden
  • Steckenpferd 11.10.2018 10:58
    Highlight Ich hoffe diesem Widerling bleibt die Kundschaft für immer weg! Wie kann man nur so etwas schreiben? Und danach diese 'Mimimi' Tour durchziehen.. Ekelhaft..
    67 23 Melden
    • Echo der Zeit 11.10.2018 13:09
      Highlight Die Opferhaltung der Rechten - nichts Neues.
      29 22 Melden
    • Redly 11.10.2018 18:19
      Highlight @Echo: du kennst ihn persönlich und seine politische Haltung?
      Schwarz-Weiss Weltbild ist, wenn man ganze Gruppen pauschalisiert.
      7 6 Melden
    • Echo der Zeit 11.10.2018 20:33
      Highlight So ist es weniger pauschalisierend -
      Die Opferhaltung der Rechten Wutbürger - nichts Neues.
      4 4 Melden
  • Nikolai G. 11.10.2018 10:50
    Highlight Ich finde es eher tragisch, dass dieser Typ durchkommt mit der Begründung sein Account sei öffentlich. Ich arbeite im IT Bereich und wir sagen nur selber Schuld. Versuchen sie zu beweisen, dass sie es nicht waren und das geschrieben haben. Wer seinen Account freigibt ist selber schuld wen in seinem Namen Falsche oder Beleidigende Nachrichten versendet werden. Den es wäre nichts anderes als Täterschutz.
    52 19 Melden
  • Denk nach 11.10.2018 10:49
    Highlight Im Recht sein und recht haben ist leider in der heutigen Welt selten das selbe...

    Aber dieses Juristenfutter schlägt schon auf den Magen...
    54 19 Melden
    • kafifertig 11.10.2018 11:38
      Highlight Sie hat nicht recht.
      28 61 Melden
    • äti 11.10.2018 13:00
      Highlight .. sie ist im Recht. (Verteidigungrecht, Notwehr)
      17 23 Melden
    • Roterriese 11.10.2018 18:09
      Highlight @äti nö falsch.

      "Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren."
      3 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • El diablo 11.10.2018 10:26
    Highlight Tja, wegen dem Urteil ist sie absolut selber Schuld. Das öffentlich zu posten ist genau diese Selbstjustiz, die es zu verhindern gilt. Sie hat nämlich bis auf die Nachricht keinen eindeutigen Beweis, dass er es war. Anklagen und warten ist die Devise, weil man muss immer beweisen, bevor man bestraft.
    44 35 Melden
    • El diablo 11.10.2018 12:16
      Highlight Ergänzung: Die Tat des Mannes ist natürlich deutlich schwerer zu wiegen und nicht zu rechtfertigen. Absolut wiederlich. Aber dies war der falsche Weg von ihr.
      14 6 Melden
  • ändu aus B (weder Bärn noch Basel) 11.10.2018 10:24
    Highlight Ich schäme mich für meine Geschlechtsgenossen!

    Wobei es auch Frauen gibt, die sich nicht zu benehmen wissen.
    Warum sind wir Menschen so?
    20 27 Melden
  • leu84 11.10.2018 10:19
    Highlight Dann muss sie vor ein Zivilgericht und nicht öffentlich die ganze Dokumentation auf eine Plattform posten. Seine Art war moralisch gesehen widerlich.
    184 71 Melden
    • Bruno S. 88 11.10.2018 11:04
      Highlight So wie es Jolanda Spiess-Hegglin tut?
      Dann wirft man dieser Person wiederum vor, die Gerichte mit solchem "Unsinn" unnötig zu überlasten und finanziell aufgrund der Genugtuungen profitieren zu wollen.
      Also lass doch diese besserwissenden Kommentare...
      Sie hat absolut richtig reagiert! Wer solche Nachrichten verschickt, soll sich nicht hinter der Anonymität verstecken, sondern gefälligst dazu stehen oder es ganz sein lassen!
      60 32 Melden
  • FancyFish 11.10.2018 10:19
    Highlight Könnte die Redaktion vielleicht den Artikel für die Schweiz updaten?

    Wie sieht‘s Gesetzesmässig bei uns aus? Was kann man hier tun, wenn einem so etwas wie Frau Maurer passiert?
    20 0 Melden
  • SemperFi 11.10.2018 10:19
    Highlight Ich finde es gut, Artikel von Agenturen oder Portalen aus dem Ausland zu übernehmen. aber gerade bei so einem brisanten Thema wäre ein Infokasten mit dem Verweis auf die rechtliche Situation in der Schweiz und allfällige Anlaufstellen für Betroffen hilfreich.
    491 11 Melden
    • Pafeld 11.10.2018 10:45
      Highlight Bei jeder Form von Onlinemobbing ist #Netzcourage eigentlich eine seriöse Anlaufstelle.
      24 7 Melden
    • Nadia Kuhn 11.10.2018 11:12
      Highlight Netzcourage ist ein gemeinnütziger Verein, der Betroffenen von Hass im Netz unentgeldlich hilft. :)
      19 7 Melden
    • kafifertig 11.10.2018 11:46
      Highlight In der Schweiz wäre es wohl kaum anders herausgekommen, trotzdem die Ehrverletzung in Oesterreich die Oeffentlichkeit der ehrverletzenden Aussage bedarf und in der Schweiz nicht.
      Es scheitert hier daran, dass der Urheber der ehrverletzenden Aussage nicht ermittelt werden kann und jeder als unschuldig gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Man sagt dem auch Rechtsstaat.
      Darum darf sie ihn nicht der sexuellen Belästigung beschuldigen und schon gar nicht öffentlich. Das ist auch in der Schweiz eine strafbare Handlung (Ehrverletzung, Verleumdung, bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe)
      17 18 Melden
  • Juan95 11.10.2018 10:18
    Highlight Hoffen wir wenigstens, dass nie jemals auch nur eine Person einen Fuss in seinen Bierladen setzt.
    42 9 Melden
  • reaper54 11.10.2018 09:51
    Highlight Die gute Frau wurde zurecht verurteilt. In Europa ist Selbstjustiz die falsche Entscheidung. Egal wer diese aus welchen Gründen ausführt!
    28 42 Melden
  • Salvador Al Daliente 11.10.2018 09:42
    Highlight Herr L. ist die allergrösste Flachpfeife weit und breit und sollte sich in Grund und Boden schämen.
    61 8 Melden
    • Lukas Hässig 11.10.2018 14:53
      Highlight Ich mag deinen Namen sehr fest.
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SP-Nationalrat wollte in der Türkei Prozess beobachten und musste Flucht ergreifen

Um sich ein Bild vor Ort zu machen, bereiste der SP-Nationalrat Fabian Molina die Osttürkei. Sein Versuch als Beobachter an einem Gerichtsprozess teilzunehmen, scheiterte.

Gemeinsam mit dem emeritierten Soziologie-Professor Ueli Mäder und dem Präsidenten des Schweizerischen Friedensrats Ruedi Tobler bereiste der SP-Nationalrat Fabian Molina anfangs Oktober die Osttürkei. Fünf Tage war die kleine Reisegruppe unterwegs. Zurückgekommen ist sie mit einem Strauss voller intensiver Erfahrungen. 

Die Mission sei gewesen, sich ein Bild der aktuellen Situation in der Türkei und speziell von derjenigen der ethnischen Minderheiten zu verschaffen. Seit seinem …

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