International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In a Nov. 25, 2019, file photo, a demonstrator chants slogans while holding up an Iranian national flag during a pro-government rally in Tehran, Iran, denouncing violent protests over a government-imposed fuel price hike. Even among hard-liners in Iran, there seems to be an acknowledgment of one fact after widespread protests, violence and a security force crackdown following government-set gasoline prices spiking: This will not be the last time demonstrators come out on the street. (AP Photo/Ebrahim Noroozi, File)

Bild: AP

Amnesty: Über 300 Tote bei Unruhen im Iran



Bei den schweren Unruhen im Iran im November sind nach neuesten Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) 304 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Tausend Menschen seien zudem verletzt worden, als Sicherheitskräfte landesweite Proteste «mit tödlicher Gewalt zerschlugen».

So heisst es in einem am Montag veröffentlichten Bericht von Amnesty. Im Anschluss an die Proteste habe es zudem nach «erschütternden Berichten» von Augenzeugen ein breit angelegtes «bösartiges Vorgehen» der Behörden gegeben, um die Menschen daran zu hindern, über die Ereignisse zu sprechen.

Im Iran waren Mitte November landesweite Proteste gegen eine Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung von Kraftstoff ausgebrochen, gegen die iranische Sicherheitskräfte gewaltsam vorgingen. Nach offiziell unbestätigten Angaben gab es zudem mehr als 1000 Festnahmen – unter ihnen 180 «Rädelsführer», denen die Todesstrafe droht. Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran damals dafür, dass kaum Informationen, Bilder und Videos der Proteste verbreitet werden konnten.

Weitere Festnahmen

Der Iran hat bereits Anfang Dezember die ausserhalb des Landes veröffentlichten Opferzahlen kategorisch dementiert und als «absolut falsch» bezeichnet. Die iranischen Behörden haben bisher nur fünf Todesopfer bestätigt, unter denen vier Mitglieder der Sicherheitskräfte gewesen sein sollen.

Amnesty sammelte nach eigenen Angaben «erschütternde Zeugenberichte» darüber, dass die Behörden Demonstranten massakriert hätten. Anschliessend hätten die Behörden mittels rigoroser Massnahmen die hohe Zahl der Todesopfer zu vertuschen versucht, heisst es in dem neuen Bericht. Laut Informationen aus unabhängigen Quellen gingen noch einen Monat nach den Protesten im ganzen Land die Razzien der Sicherheitskräfte weiter, erklärte Amnesty. Menschen würden in ihren Wohnungen oder an ihren Arbeitsplätzen festgenommen. (sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Reisereportage Iran

Omar Mohammed war Augenzeuge brutaler Gewalt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Snowy 16.12.2019 13:46
    Highlight Highlight 😢
  • Fischra 16.12.2019 11:22
    Highlight Highlight Fragt sich wie lange das Volk dies noch duldet. Iran war mal ein sehr offenes Land. Es wäre schön wenn es wieder so wäre.
    • Snowy 16.12.2019 14:14
      Highlight Highlight Viele Iraner sind im Kern noch immer weltoffen (geblieben).
    • Fischra 16.12.2019 18:03
      Highlight Highlight Ich sage nichts anderes.
    • Snowy 16.12.2019 18:45
      Highlight Highlight Ich weiss! 😊👍

Iran erlässt Haftbefehl gegen Trump

Der Iran hat laut Medienberichten einen Haftbefehl gegen US-Präsident Trump und weitere Personen ausgestellt. Insgesamt soll es um 36 Personen aus den USA und anderen Ländern gehen. Staatsanwalt Ali Alkassimehr sagte am Montag laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna, Trump und den anderen Personen werde «Mord und Terrorverbrechen» vorgeworfen. Die iranischen Behörden hätten Interpol um Hilfe bei der Festnahme gebeten. Die internationale Polizeibehörde, die ihren Sitz in …

Artikel lesen
Link zum Artikel