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Tausende protestieren in Barcelona gegen Festnahme Puigdemonts – über 50 Verletzte



Aus Protest gegen die Festnahme des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont in Deutschland sind am Sonntagabend tausende Demonstranten in Barcelona und anderen Städten auf die Strasse gegangen.

epa06629445 Thousands of people attend a march called for by Catalan National Assembly (ANC) to protest against the imprisonment of former Catalan leader Carles Puigdemont in Barcelona, Catalonia, north eastern Spain, 25 March 2018. According to reports, German police on 25 March 2018 allegedly detained former Catalan leader Puigdemont after he crossed into Germany from Denmark. Puigdemont is sought by Spain who issued an European arrest warrant against the former leader who is living in exile in Belgium.  EPA/MARTA PEREZ

«Politische Gefangene befreien». Bild: EPA/EFE

«Wir fordern Deutschland auf, Präsident Puigdemont nicht für Verbrechen (an Spanien) auszuliefern, die aus einem politischen Grund erfunden wurden», erklärte die einflussreiche Separatistenorganisation ANC, die zu der Kundgebung aufgerufen hatte.

Mit Parolen wie «Politische Gefangene befreien», die auf grossen Transparenten zu lesen waren, zogen die Demonstranten von der Vertretung der Europäischen Kommission zum deutschen Konsulat in Barcelona. Andere trugen Unabhängigkeitsflaggen und Puigdemont-Masken als Zeichen der Unterstützung.

Polizei gab offenbar Warnschüsse ab

Am Rande der Demonstration von mehr als 50'000 Menschen gaben Polizeibeamte auch Warnschüsse in die Luft ab. Dies bestätigte ein Polizeisprecher am Sonntagabend auf Nachfrage der Nachrichtenagentur DPA. Bei Zusammenstössen mit der Polizei, die auch Schlagstöcke einsetzte, wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden mehr als 50 Menschen verletzt. Es gab zudem mindestens vier Festnahmen.Auf Fotos und Videos war zu sehen, dass Demonstranten die Polizei mit Gegenständen bewarfen. Auch mindestens acht Beamte erlitten Verletzungen.Eine ehemalige Abgeordnete der radikalsten separatistischen Partei CUP, Mireia Boya, schrieb: «Jetzt werden wir sehen, ob die Europäische Union die Verletzung der Grundrechte durch den spanischen Staat unterstützt.»

Heftige Reaktionen im Internet

Auch im Internet sorgte die Nachricht von der Festnahme Puigdemonts für Aufruhr. «Spanien sorgt nicht für einen fairen Prozess, sondern nur für Rache und Unterdrückung», twitterte Elsa Artadi, Sprecherin von JxCat (Gemeinsam für Katalonien), der Liste, der auch Puigdemont angehört. Sie schloss sich auch dem Protestmarsch in Barcelona an.

Eine ehemalige Abgeordnete der radikalsten separatistischen Partei CUP, Mireia Boya, schrieb: «Jetzt werden wir sehen, ob die Europäische Union die Verletzung der Grundrechte durch den spanischen Staat unterstützt.»

Catalan Mossos d'Esquadra regional police officers block the way to pro-independence supporters trying to reach the Spanish government office in Barcelona, Spain, Sunday, March 25, 2018. Grassroots groups both for and against Catalan secession called for protests Sunday in Barcelona after Carles Puigdemont, the fugitive ex-leader of Catalonia and ardent separatist, was arrested Sunday by German police on an international warrant. (AP Photo/Emilio_Morenatti)

Demonstration gegen die Festnahme Puigdemonts. Bild: AP/AP

«Die Flucht des Putschisten Puidgemont ist beendet», twitterte hingegen Albert Rivera, Vorsitzender der Anti-Unabhängigkeitspartei Ciudadanos. Der Versuch, eine europäische Demokratie zu zerstören, demokratische Gesetze zu brechen, das Zusammenleben zu stören oder öffentliche Gelder zu veruntreuen, könne nicht ungestraft bleiben.

Die liberale Ciudadanos war aus den Regionalparlamentswahlen im Dezember als stärkste Partei hervorgegangen, die drei separatistischen Parteien vereinigen aber zusammen mehr Stimmen auf sich.

Puigdemont war Sonntagmittag bei der Einreise aus Dänemark auf einer Autobahnraststätte bei Schleswig gestoppt und auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Der katalanische Separatist befand sich auf dem Weg nach Belgien, wo er im Exil lebt. (sda/dpa)

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