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Noch nie war ein Stabschef so kurz im Amt: Trump feuert Reince Priebus



US-Präsident Donald Trump hat nach rund sechs Monaten im Amt seinen angeschlagenen Stabschef Reince Priebus entlassen. Nachfolger soll der bisherige Heimatschutzminister John Kelly werden, wie der Republikaner am Freitag auf Twitter erklärte.

Trump für härteres Vorgehen gegen Russland

US-Präsident Donald Trump will den Sanktionsbeschluss für schärfere Strafmassnahmen gegen Russland nach Angaben des Weissen Hauses unterzeichnen. Trump billige den Beschluss und beabsichtige, ihn zu unterschreiben, teilte Präsidentensprecherin Sarah Huckabee Sanders am Freitag (Ortszeit) mit. Der US-Senat hatte die neuen Sanktionen gegen Russland am Donnerstag mit grosser Mehrheit gebilligt und damit erzürnte Reaktionen in Moskau ausgelöst. (sda/afp/dpa)

Vertraute Trumps sagten, der US-Präsident habe mittlerweile Priebus' Fähigkeiten angezweifelt, weil trotz der republikanischen Mehrheit im Kongress mehrere Gesetzesinitiativen scheiterten. In Trumps Umkreis wurde Priebus zudem verdächtigt, interne Informationen an Medien durchgestochen und der Regierung dadurch geschadet zu haben.

epa06113604 White House Chief of Staff Reince Priebus attends a ceremony recognizing the first responders to the 14 June shooting involving Republican Congressman Steve Scalise, in the White House in Washington, DC, USA, 27 July 2017. On 26 July, White House Communications Director Anthony Scaramucci implied in a tweet that Preibus is responsible for some of the White House leaks.  EPA/JIM LO SCALZO

Reince Priebus: Kürzeste Amtsdauer als Stabschef der jüngeren Geschichte. Bild: EPA/EPA

Öffentlich lobte Trump allerdings seinen bisherigen Mitarbeiter. «Wir haben zusammen viel erreicht, und ich bin stolz auf ihn.» Auch Priebus erklärte, er werde weiter die Politik des Präsidenten unterstützen.

Trump steht unter Druck, weil die Reform der Krankenversicherung Obamacare im Kongress nach mehreren Anläufen wohl endgültig gescheitert ist. Auch kommen die Republikaner mit Trumps Steuerreform kaum voran. Zudem überschattet die Russland-Affäre die Präsidentschaft des früheren Immobilienmilliardärs schon seit dem Amtsantritt.

Zahlreiches Stühlerücken

Für Aufsehen sorgte Trump bereits in der vergangenen Woche, als er den früheren Wall-Street-Banker und Priebus-Gegner Anthony Scaramucci zu seinem neuen Kommunikationschef ernannte. Einem Medienbericht zufolge bezeichnete Scaramucci den Stabschef in einem Telefongespräch mit einem Reporter als «verdammten paranoiden Schizophrenen». Allerdings verlautete aus dem Weissen Haus, Trump habe Priebus schon vor zwei Wochen über die bevorstehende Abberufung informiert. Der Schritt hatte demnach nichts Scaramucci zu tun.

Der studierte Jurist Priebus war vor seiner Arbeit für Trump jahrelang einer der führenden Köpfe im Parteiapparat der Republikaner. Seine Amtszeit als Stabschef war mit 189 Tagen die kürzeste in der modernen Geschichte. Im Sender CNN erklärte Priebus, er habe mit Trump mehrere Tage gesprochen und sei schliesslich am Donnerstag zurückgetreten. Der Präsident habe das Recht, den «Reset-Knopf» zu drücken. Priebus hatte Probleme mit Trumps Temperament. Ihm gelang es zudem nie, die Flügelkämpfe im Weissen Haus zu beenden.

Marinegeneral auf Schlüsselposten

epa06115485 (FILE) - US Homeland Security Secretary John Kelly (R) speaks to the media about immigration enforcement legislation as Republican Speaker of the House from Wisconsin Paul Ryan (L) watches on, in the US Capitol in Washington, DC, USA, 29 June 2017 (reissued 28 July 2017). US President Donald J. Trump has tweeted, 28 July 2017, that he is naming Homeland Security Secretary John Kelly as chief of staff, ousting Reince Priebus.  EPA/JIM LO SCALZO

Der neue Stabschef John Kelly. Bild: EPA/EPA

Priebus' Nachfolger Kelly soll am Montag die Arbeit aufnehmen. Er war bis 2016 General der Marineinfanterie und führte unter Trumps Vorgänger Barack Obama das für Südamerika zuständige Regionalkommando Süd der US-Streitkräfte.

Trump sagte, Kelly habe schon bisher hervorragende Arbeit geleistet und werde dies auch in seinem neuen Amt tun. Er werde überall respektiert. Regierungskreisen zufolge wurde Kelly das Amt in dieser Woche angeboten. Demnach soll der 67-Jährige für eine bessere Koordination unter den Mitarbeitern im Weissen Haus sorgen. (sda/reu/afp/dpa/meg)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sherpa 29.07.2017 08:57
    Highlight Highlight Es käme dumpTrump niemals in den Sinn, dass nicht seine Mitarbeiter das Problem sind, sondern er selbst.. Aber eben, er sieht nicht über seinen Nasenspitz hinaus und glaubt nach wie vor, er sei the King of the United States of America. Ist er aber definitiv nicht, und dies nicht mal im Ansatz
    • rodolofo 29.07.2017 09:12
      Highlight Highlight Wer Alternative Fakten hat, der braucht sich um die Realität nicht zu kümmern!
      Das hat übrigens etwas Religiöses an sich:
      Auch Religiöse versuchen ja, Realität zu kreieren, indem sie gemeinsam an etwas glauben.
      (Siehe dazu auch den eben ausgeschalteten Artikel von Hugo Stamm zum Thema: Heutige Staats-Chefs als Gurus von Gross-Sekten!)
    • Herbert Anneler 29.07.2017 09:32
      Highlight Highlight Die Unfähigkeit zur Selbstkritik gehört zu den Charaktereigenschaften der Rechten - das sehen wir überalll - auch in der Schweiz... Schuld sind immer die andern. Daher sehen sie sich auch sehr rasch zur Gewaltanwendung "gezwungen" bzw. legitimiert. Dies ist brandgefährlich, beinhaltet aber immer auch schon ihren Untergang - Beispiele aus der Geschichte zeigen es zur Genüge: Auf Dauer lassen sich Menschen nicht unterdrücken - übrigens auch nicht in linken Diktaturen...
    • PaulDerGaul 29.07.2017 09:33
      Highlight Highlight Rodolofo, es gibt keine Gruppierungen, die nicht an etwas glauben wollen. Weder religiöse, atheisten, Vereine oder Firmen, alle machen sich eine Vision zu eigen. Manche mehr fundiert, andere weniger. Aber du scheinst einfach nur ein hater zu sein. Schade.
    Weitere Antworten anzeigen
  • BrigitteA 29.07.2017 08:01
    Highlight Highlight So langsam wird klar, Trumps Mauer wird die Ausländer nicht vor dem Einwandern abhalten müssen, sondern die Amerikaner vor dem Auswandern.
  • Sophia 29.07.2017 07:52
    Highlight Highlight Was hatten uns die Trumps versprochen? Ausmistung des Saustalls Washington, was haben wir nun? Einen zweiten Saustall im Weissen Haus!
    Bei allen rechtsnatioalen, religiösen oder ideologischen Regierungen endet es immer auf die gleiche Weise: Im Korruptionssumpf! Trump fordert absolute Solidarität, was nichts anderes ist, als Diktatur des Präsidenten. So kann und darf kein Staat geführt geführt werden, es fehlt die für jedes Gemeinwesen lebenswichtige Kritik, die Opposition!
    • TheCloud 29.07.2017 09:29
      Highlight Highlight Warum nicht? In Russland Türkei etc. läuft es doch bestens ohne Opposition und ohne Meinungsfreiheit.
    • PaulDerGaul 29.07.2017 09:35
      Highlight Highlight Schade lässt du die Linken Kommunisten unerwähnt, dort endete es auch in Korruption.
    • Citation Needed 29.07.2017 14:06
      Highlight Highlight Paul: die sind doch unter "ideologisch" schon erwähnt!
  • rodolofo 29.07.2017 07:44
    Highlight Highlight Ich wüsste da noch Einen, den man schleunigstes feuern sollte...
    By the way, wie wär's mal mit einer Frau als Neubesetzung? (Muss ja nicht gleich Hillary Clinton sein!)
    Bei diesen hysterischen Mannsbildern würde eine Frau vielleicht mal etwas Ruhe ins Team hinein bringen.
    Aber vermutlich gingen dann die Boxkämpfe erst richtig los!
    Ich sehe nur eine Lösung:
    Neuwahlen und es mit Berny Sanders als Präsidenten versuchen, oder mit einem ähnlich gelagerten Typen.
    • Oban 29.07.2017 09:16
      Highlight Highlight Neuwahlen wären toll, aber nicht mit Leuten die wegen ihres Alters noch während der Amtszeit wegsterben könnten.
      Irgendwo müsste es doch in einem so grossen Land noch fähige Menschen zwischen 35-60 geben.
    • TheCloud 29.07.2017 09:26
      Highlight Highlight Das Problem wurde bereits behoben. Nach acht Jahren Donald, folgt Ivanka für acht Jahre, dann kommt der Enkel Barron an die Reihe.
      USA ist jetzt ein Familienbetrieb.
  • dommen 29.07.2017 06:43
    Highlight Highlight "Warum fressen die Leoparden MEIN Gesicht?!", fragte die Frau, welche die "Leoparden fressen Gesichter"-Partei gewählt hat.
  • Grundi72 29.07.2017 06:36
    Highlight Highlight Sehr gut! Priebus war zu schwach! Es war ein Fehler von Trump dem Partei-Establishment einen Gefallen zu machen mit Priebus!

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