DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gambia's president Yahya Jammeh shows his inked finger before voting in Banjul, Gambia, Thursday, Dec. 1, 2016. Voters in the tiny West African nation of Gambia cast marbles Thursday in an election widely expected to keep the country's ruler of more than two decades in power despite a unified effort by the opposition.
(AP Photo/Jerome Delay)

Stimme abgegeben: Präsident Yahya Jammeh will weiterregieren in Gambia.  Bild: Jerome Delay/AP/KEYSTONE

Wahllokale in Gambia geschlossen – Internet und Telefon gekappt



Nach Schliessung der Wahllokale bei der Präsidentenwahl in Gambia hat die Regierung die Kommunikationsverbindungen des westafrikanischen Landes unterbrechen lassen. Der Informationsminister spricht von einer «Sicherheitsmassnahme».

Die Stilllegung des Internets und die Unterbrechung der Telefonleitungen ins Ausland am Donnerstagabend sei nötig, «damit Leute keine falschen Informationen verbreiteten», sagte Sheriff Bojang zur Nachrichtenagentur AFP. Die Blockade solle nach Verkündung des Wahlergebnisses aufgehoben werden. Bereits seit Donnerstagnachmittag war der SMS-Verkehr in Gambia lahmgelegt.

Bei der Wahl trat der seit 22 Jahren autokratisch regierende Präsident Yahya Jammeh für eine weitere fünfjährige Amtszeit an. In Gambia gab es nach Einschätzung von Menschenrechtlern keine Chance auf eine freie und faire Wahl, der Regierung werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Das US-Aussenministerium kritisierte das Vorgehen der gambischen Regierung. Sprecher Mark Toner zeigte sich in Washington besorgt über «die Verhaftung von Oppositionsanhängern und die Blockade und Unterbrechung der Verbindungen über Internet, SMS, Telefon und die sozialem Medien».

Die Opposition in Gambia nutzt diese Kommunikationswege häufig, um ihre Anhänger zu Protesten zusammenzutrommeln. Jammeh hatte sich im Jahr 1994 an die Macht geputscht und wurde seitdem stets wiedergewählt. Die Opposition hat mit Adama Barrow einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt, der erheblichen Zulauf erhielt.

Knapp 900'000 Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Sie gaben ihre Stimme ab, indem sie eine Murmel in den Behälter für ihren Kandidaten warfen. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Wie Netanjahu und die Hamas vom blutigen Konflikt profitieren

Der israelische Premierminister rettet seinen Sitz in letzter Sekunde. Die islamischen Fundamentalisten können sich einmal mehr als Märtyrer in Szene setzen.

Noch vor Wochenfrist schien das politische Schicksal von Benjamin «Bibi» Netanjahu besiegelt zu sein. Eine seltsame Koalition von arabischen Konservativen und progressiven Israeli hatte sich gefunden und war im Begriff, Naftali Bennett zum neuen Premierminister Israels zu erküren. «Bibi» musste deshalb damit rechnen, nicht nur sein Amt zu verlieren, sondern wegen Korruption gar ins Gefängnis zu wandern.

Die Hamas ihrerseits hat seit rund zwölf Jahren ein politisches Programm, das Thomas Friedman …

Artikel lesen
Link zum Artikel