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epa06053408 Venezuelan authorities inspect the area around the Supreme Court of Justice (TSJ) after an inspector of the Venezuelan scientific police, identified as Oscar Perez, reportedly flew a helicopter over the court headquarters displaying a banner reading 'freedom,' in Caracas, Venezuela, 27 June 2017. Perez also issued a video statement on social media where he condemned the government. Venezuelan President Nicolas Maduro said that 'this person threw grenades, one did not explode' calling the happening an 'armed terrorist attack' against the institutions of the country.  EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Polizisten riegeln das Gebiet um das Oberste Gericht in Caracas ab. Bild: EPA/EFE

Putschversuch in Venezuela: Polizeihelikopter schiesst Granaten gegen Oberstes Gericht



In Venezuela hat nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro ein Polizeihelikopter bei einem «terroristischen Angriff» zwei Granaten auf das Oberste Gericht des Landes abgeworfen. Um die Ordnung wieder herzustellen, habe er die gesamten Streitkräfte mobilisiert.

Das Video zeigt den Angriff.

Die Besatzung des Helikopters werde «sehr bald» gefasst, sagte Maduro am Dienstag  in einer aus dem Präsidentenpalast Miraflores übertragenen Rede. Laut Maduro gab es bei dem Vorfall keine Verletzten. In der Nähe des Gerichtsgebäudes liegt auch der Präsidentenpalast.

Das Statement der «Putschisten» auf Instagram. 

Maduro sprach von einem «terroristischen Putschversuch». Angeblich wurde der Polizeihelikopter entführt und von Dissidenten zu der Attacke genutzt. «Das ist gegen die Tyrannei gerichtet», erklärte der mutmassliche Pilot, Oscar Pérez, in einem von Maduros Gegnern veröffentlichten Manifest.

Waffen statt Wählerstimmen

Wenige Stunden zuvor hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. «Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen», sagte er unter dem Jubel von Anhängern. Mit Blick auf eine geplante Verfassungsreform, die Maduros Rolle stärken soll, betonte er: «Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen

Bei Unruhen und Protesten im Land mit den weltgrössten Ölreserven kamen seit Anfang April 77 Menschen ums Leben.

Maduro plant für den 30. Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung - doch es gibt massive Proteste gegen den Plan. Maduro will mit der Verfassungsreform die dramatische politische und wirtschaftliche Krise bewältigen.

Angst vor Diktatur

Durch die geplante Zusammensetzung der Versammlung mit einer Mehrheit für Sympathisanten der Sozialisten fürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur. Maduro behauptet, die Opposition arbeite mit den USA an einem Staatsstreich.

2016 brach die Wirtschaftsleistung Venezuelas um rund 18 Prozent ein, rund 95 Prozent der Exporteinnahmen kommen aus dem Ölverkauf, der niedrige Preis verschärft die Lage. Zudem gibt es im Land die höchste Inflation der Welt - es fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente im Ausland einzukaufen. (sda/dpa/afp)

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