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epa07778001 Sudan's Forces of Freedom and Change coalition leader Ahmad al-Rabiah (C-L) and Sudan's General and Vice President of Sudanese Transitional Military Council, Mohamed Hamdan Dagalo  (C-R) sign a power sharing agreement in Khartoum, Sudan, 17 August 2019. According to reports, Sudan's Military council and opposition are to sign later in the day the power sharing agreement that has been negotiated for many months. The agreement sets up a sovereign council made of five generals and six civilians, to rule the country until general elections. Protests had erupted in Sudan at the end of 2018, culminating in a long sit-in outside the army headquarters which ended with more than one hundred people being killed and others injured. Sudanese President Omar Hassan al-Bashir stepped down on 11 April 2019.  EPA/MORWAN ALI

Ahmad al-Rabiah (Mitte-links) und Mohamed Hamdan Dagalo (Mitte-rechts). Bild: EPA

Militär und Protestbewegung im Sudan besiegeln Übergangsregierung



Im Sudan hat am Samstag ein neues Kapitel begonnen: Der regierende Militärrat und Vertreter der Protestbewegung unterzeichneten in der Hauptstadt Khartum eine abschliessende Vereinbarung über eine gemeinsame Übergangsregierung.

Im Beisein ausländischer Regierungschefs besiegelten General Mohammed Hamdan Daglo, die Nummer zwei des Militärrats, und Achmed al-Rabie von der Allianz für Freiheit und Wandel (ALC) die Bildung eines «souveränen Rates» in dem ostafrikanischen Land.

Abdallah Hamdok soll als Übergangsregierungschef bestimmt werden

Mitte Juli hatten Vertreter des Militärrats und der Protestbewegung sich grundsätzlich auf die Teilung der Macht geeinigt. Vorgesehen ist die Bildung einer Übergangsregierung, die drei Jahre und drei Monate im Amt bleiben soll.

Die Mitglieder des «souveränen Rats», der den regierenden Militärrat ablösen und die Bildung einer neuen Regierung überwachen soll, werden am Sonntag ernannt. Ihm werden sechs Zivilisten und fünf Militärs angehören. Am 20. August soll dann der frühere Uno-Wirtschaftsexperte Abdallah Hamdok als Übergangsregierungschef bestimmt werden. Acht Tage später werden die Kabinettsmitglieder ernannt.

An der Zeremonie am Samstag nahmen auch Vertreter der Afrikanischen Union (AU) und der äthiopischen Regierung teil, die in dem Konflikt vermittelt hatten. Zum Auftakt wurde die sudanesische Hymne gespielt, es wurden zudem Passagen aus dem Koran und dem Alten Testament verlesen.

Erleichterung auf beiden Seiten

Das Zustandekommen des Abkommens war auf beiden Seiten mit Erleichterung aufgenommen worden. Die Protestbewegung feierte die Einigung als Sieg ihrer «Revolution», die Generäle schrieben sich zugute, einen Bürgerkrieg verhindert zu haben.

Der Weg hin zu einer Demokratie könnte noch lang sein, in der Hauptstadt herrschte am Samstag dennoch Festtagsstimmung. Doch viele Sudanesen und Beobachter haben Zweifel, ob die Übergangsregierung in der Lage sein wird, den Einfluss der Militärelite zurückzudrängen.

Das Militär ist im «souveränen Rat» zwar in der Minderheit, doch das Gremium wird während der ersten 21 Monate von einem General geleitet. Zudem obliegt es den Generälen, den künftigen Innen- sowie den Verteidigungsminister zu bestimmen.

Am Samstag sollte auch der Korruptionsprozess gegen den früheren sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir beginnen. Die Anhörung wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der ersten Einigung von Mitte Juli waren monatelange Unruhen vorausgegangen. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen wurden am 3. Juni bei einem Militäreinsatz nach Angaben von Ärzten 136 Menschen getötet und mehrere hundert weitere verletzt.

Insgesamt wurden nach Angaben oppositionsnaher Ärzte seit dem Beginn der Proteste im Sudan im Dezember mehr als 250 Menschen getötet. Am 11. April war der langjährige Staatschef Omar al-Baschir gestürzt worden. Seit seiner Absetzung regierte im Sudan ein Militärrat. (tam/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 17.08.2019 22:47
    Highlight Highlight Ich wünsche den Menschen im Sudan alles gute und hoffe das ihre Bestrebungen nach Freiheit, Gleichheit und Demokratie sich erfüllen
  • Maracuja 17.08.2019 21:50
    Highlight Highlight 2 Punkte aus dem Programm der ALC:
    6. Develop an independent judicial system. One based on a constitution, protection of human rights and the rule of law.
    7. Empower Sudanese women and strive to end all forms of discrimination and oppressive practices against them.
    https://www.sudaneseprofessionals.org/en/declaration-of-freedom-and-change/
    Hoffentlich wird das Bemühen all dieser mutigen Menschen von Erfolg gekrönt.
  • Freebee 17.08.2019 21:14
    Highlight Highlight Wow! Wer hatte gedacht, dass eine Protestbewegung und Machtabliesung im Sudan so "friedlich" gehen kiennte. Es ist sicher noch ein langer weg, aber dieser Schritt war extrem wichtig. Alles Gute, liebes, endluch von al-Baschir befreites Sudan...

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