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Greek Prime Minister Alexis Tsipras gestures before his speech during a parliament session in Athens March 30, 2015. Tsipras said on Monday his government was ready to implement a deal struck with euro zone lenders in February but would not do it at any cost. REUTERS/Alkis Konstantinidis

«Unsere Länder haben eine glänzende Vergangenheit gemeinsamen Kampfes, wir können auch eine wunderbare Zukunft haben.» Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

Tsipras beschwört «wunderbare Zukunft»: Sind Athen und Moskau das neue Traumpaar?

Alexis Tsipras umgarnt die Führung in Moskau. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Tass attackiert der griechische Premier die EU – und kündigt Widerstand gegen eine Verlängerung der Russland-Sanktionen an.

31.03.15, 11:29 31.03.15, 13:20

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Der griechische Premierminister Alexis Tsipras hat sich für eine enge Zusammenarbeit mit Russland ausgesprochen. Er begründet dies unter anderem mit dem gemeinsamen Widerstand gegen Hitlerdeutschland.

Russen und Griechen hätten den grössten Blutzoll im Zweiten Weltkrieg entrichtet, sagte Tsipras in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Tass. «Unsere Völker haben brüderliche Beziehungen geschmiedet, weil sie einen gemeinsamen Kampf führten in einem kritischen historischen Moment.»

Auf diesen Wurzeln gelte es aufzubauen, so Tsipras: «Unsere Länder haben eine glänzende Vergangenheit gemeinsamen Kampfes, wir können auch eine wunderbare Zukunft haben.»

Konkret regte der griechische Ministerpräsident eine enge Kooperation im Energiesektor, beim Handel und in der Landwirtschaft an. Das EU-Mitglied Griechenland wird schwer getroffen von einem Einfuhrstopp für Agrarprodukte, den Moskau als Antwort auf Strafmassnahmen des Westens verhängt hat.

In der Debatte über die Sanktionen wegen Russlands Vorgehen in der Ukraine-Krise schlug sich Tsipras auf Moskaus Seite. Er griff den Kurs der EU scharf an. Die Sanktionspolitik sei «sinnlos» und ein «Wirtschaftskrieg, der in die Sackgasse führt». Die Krise müsse ausschliesslich auf diplomatischem Wege gelöst werden.

Tsipras kündigte an, Widerstand gegen eine Verlängerung der Russland-Sanktionen zu leisten. Er habe die EU-Spitzenvertreter Donald Tusk und Federica Mogherini darauf hingewiesen, Griechenlands Zustimmung in der Sanktionsfrage nicht als gegeben anzusehen: «Sie müssen uns jetzt fragen, bevor sie die Entscheidung treffen», sagte Tsipras.

Die griechischen Vorgängerregierungen hätten in der Frage nicht souverän agiert, was zu «substanziellen Verlusten der griechischen Wirtschaft» geführt habe. Die Einbussen der griechischen Landwirtschaft werden auf rund 430 Millionen Dollar geschätzt. Moskau hat angekündigt, eine selektive Aussetzung des Einfuhrstopps für griechisches Obst in der kommenden Woche zu prüfen. Athen hofft zudem auf Preisnachlässe für Erdgas-Lieferungen und womöglich russische Kredite.

Tsipras wird in der kommenden Woche in Moskau zu einem Besuch erwartet. Der griechische Premierminister will dann mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitrij Medwedew zusammenkommen, aber auch mit Patriarch Kirill, dem Oberhaupt der russischen Orthodoxen Kirche.

Russland hat ein starkes Interesse an engeren Beziehungen zu Griechenland. Moskau hofft seit Längerem, dass sich Athen tatsächlich gegen eine Verlängerung der Sanktionen ausspricht. Griechenland sei «traditionell loyal zu Russland aufgrund von historischen, kulturellen und religiösen Gründen», sagt der Moskauer Aussenpolitik-Experte Fjodor Lukjanow. Es sei «ein gutes Instrument, um Einfluss auf die EU-Politik zu nehmen». (beb)

Griechenland

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Brikne, 20.7.2017
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