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Eine Polizistin legt Blumen nieder, wo die Journalistin Lyra McKee von einer Kugel getroffen wurde und starb. Die Ordnungshüter vermuten, dass katholische Extremisten hinter der Tat stehen.

Eine Polizistin legt Blumen nieder, wo die Journalistin Lyra McKee erschossen wurde. Bild: EPA

Versehentlich erschossen? Neue IRA bekennt sich zum Mord an Journalistin in Nordirland



Die militante Republikaner-Gruppe Neue IRA hat sich zu dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. Sie war am Donnerstag bei Ausschreitungen in Londonderry in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen erschossen worden.

In einem in der Zeitung «The Irish News» am Dienstag veröffentlichten Bekennerschreiben heisst es: «Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand.»

Man wolle sich bei dem Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen. Der Brief wurde den Angaben zufolge durch ein anerkanntes Kennwort verifiziert.

epa07515416 Belfast Journalist Lyra McKee poses outside the Sunflower Bar on Union Street in Belfast, Northern Ireland, Britain, 19 May 2017 (issued 19 April 2019). According to media reports, Lyra McKee was killed during riots in Londonderry (Derry) on 18 April 2019. Police Service of Northern Ireland said that McKee was allegedly shot while reporting on clashes with dissident republican rioters.  EPA/JESS LOWE MANDATORY CREDIT: JESS LOWE  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die ermordete Journalistin Lyra McKee. Bild: EPA/EPA

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus. Die Neue IRA hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

In Tatortnähe am Rande von Londonderry waren vor dem Mord mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein. Die neuen Unruhen trugen sich zu einem Zeitpunkt zu, an dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnern.

Am Wochenende erst waren zwei nach dem Mord festgenommene junge Männer wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, teilte die zuständige Polizei mit. (sda/dpa)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • westwing 24.04.2019 10:18
    Highlight Highlight Realsatire:
    Ein Artikel über den sinnlosen 'unabsichtlichen' Tod einer Journalistin geschmückt mit der Werbung "Stop dem Entwaffnungsdiktat der EU"...
  • So en Ueli 23.04.2019 12:02
    Highlight Highlight Ich dachte, man sei in Irland weiser geworden, aber das scheint doch nicht der Fall zu sein.
  • Stichelei 23.04.2019 08:53
    Highlight Highlight „Man wolle sich bei dem Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen.“ Das wird diesen Personen auch ein wirklicher Trost sein. Das zeigt deutlich, was für einen Stellenwert das Töten bei dieser ‚neuen IRA‘ hat: Entweder man trifft den ‚Feind‘, dann ist es super oder dummerweise eine Unschuldige, dann zuckt man mit den Achseln, entschuldigt sich und macht mit dem Töten weiter.
  • The oder ich 23.04.2019 08:42
    Highlight Highlight Entweder sind sie unfähig zu treffen oder aber es war Absicht und sie lügen somit: beides lässt diese "New IRA" schlecht aussehen.
  • Jein 23.04.2019 08:30
    Highlight Highlight Was für Heuchler, wer Teenager mit Waffen ausstattet und in Mengen schiessen lässt nimmt so was bewusst in Kauf. Auch nicht das erste Mal das die New IRA Unbeteiligte tötet, 1998 tat es ihnen ja auch schon "sehr leid" 30 Leute zerbombt zu haben.
    • AdiB 23.04.2019 12:46
      Highlight Highlight Es ist nicht schön was die ira tat, doch wird für meinen geschmack die gegenseite zu wenig kritisiert. Was ist mit den tausenden von irischen opfern durch die unterdrückung grossbritaniens? Ein dutzend britischer scharfschützen wird geehrt für 400 tote iren die einfach aus diesem riesengefängnis belfast flüchten wollten. Und dieses plakat müssen sich die iren noch gefallen lassen? Was ist mit "bloody sunday", wenn es die weltgemeinschaft vergessen hat, die iren haben es nicht.
      Denn ein jahrhundert unterdrückung vergisst man nicht so schnell.
    • abuladze 23.04.2019 16:14
      Highlight Highlight @AdiB

      Historisches Unrecht rechtfertigt kein Unrecht in die andere Richtung.

      Ich verstehe die historische Referenz nicht in ihrem Text. Beim Bloody Sunday starben 13 Zivilisten und dieser fand in Derry, nicht Belfast statt. Zudem war Belfast zu keinem Zeitpunkt ein Gefängnis. Wenn, dann mauerten sich die Nationalisten resp. Loyalisten selbst ein in ihren Quartieren.

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