International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zwei bewusstlose Personen in England – es war das gleiche Nervengift wie im Skripal-Fall

04.07.18, 22:59 05.07.18, 07:29


Vier Monate nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter sind wieder ein Mann und eine Frau durch den Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Dies ergaben Testergebnisse des Chemie-Labor des britischen Militärs.

Wie die britische Terrorabwehr mitteilte, liegt das Paar in derselben Klinik im südenglischen Salisbury wie damals der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33).

Es lägen keine Hinweise darauf vor, dass die beiden schwer erkrankten Opfer gezielt ins Visier genommen worden seien, erklärte der Leiter der britischen Anti-Terror-Behörde am Mittwochabend.

Bei den Opfern handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 45-Jährigen und eine 44-Jährige aus der Region. Zunächst sei die Frau am Samstag kollabiert, später mussten die Notärzte auch den Mann ins Spital bringen.

Zufallsopfer?

Britische Medien hatten bereits spekuliert, dass das Paar möglicherweise unabsichtlich mit dem Gift in Berührung gekommen sein könnte, das beim Anschlag auf die Skripals verwendet worden war.

Im vergangenen März waren Teile der Innenstadt von Salisbury abgeriegelt worden, nachdem die Skripals mit dem Kampfstoff vergiftet worden waren. Sie sassen bewusstlos auf einer Parkbank. London bezichtigte Moskau als Drahtzieher der Tat.

Nowitschok war in den 70er und 80er Jahren in der Sowjetunion entwickelt worden. Grossbritannien hat die russische Regierung für den Anschlag auf Skripal verantwortlich gemacht, was diese zurückgewiesen hat. Das Attentat löste eine schwere internationale Krise aus. Westliche Staaten und Russland haben zahlreiche Diplomaten gegenseitig ausgewiesen. Die Skripals leben inzwischen an einem unbekannten Ort.

Orte abgesperrt

Nach dem jüngsten Vorfall wurden einige Bereiche in Salisbury und in dem Wohnort des Paares, Amesbury rund 13 Kilometer weiter nördlich, vorsichtshalber abgesperrt. Die Gesundheitsbehörde ging zunächst nicht von einer «bedeutenden Gesundheitsgefährdung» für die Öffentlichkeit aus. Das Paar soll unter anderem eine Veranstaltung in einer Kirche besucht haben, bevor es am Samstag erkrankte.

Die Beamten waren zunächst davon ausgegangen, dass die beiden möglicherweise verunreinigtes Heroin oder Crack-Kokain eingenommen haben könnten und sich daher im kritischen Zustand befinden.

Bewohner verunsichert

Das Forschungslabor für Chemiewaffen im nahe gelegenen Porton Down war mit in die Untersuchungen einbezogen worden. Dort war auch das Nervengift Nowitschok im Fall Skripal identifiziert worden. Unabhängige Untersuchungen der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) bestätigten damals das Ergebnis.

Amesbury liegt ganz in der Nähe des Unesco-Weltkulturerbes Stonehenge. Bewohner des Ortes waren verunsichert und forderten mehr Informationen von den Behörden. «Uns hat die Polizei nichts erzählt», zitierte die Nachrichtenagentur PA Justin Doughty. (sda/dpa/afp/reu/vom)

Aktuelle Polizeibilder:

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Sprint über 42.195 Kilometer: Wie kann ein Mensch so schnell sein?

Du fängst also an zu studieren? Diese 7 Überlebenstipps wirst du brauchen

präsentiert von

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Insgesamt leben mehr Männer als Frauen auf der Welt – aber wie sieht's pro Land aus?

Ein Pausen-Rücktritt, zwei One-Hand-Catches und 6½ weitere NFL-Highlights des Wochenendes

Ist diese Familie der schlimmste Drogen-Dealer der USA? 

Studentin ist auf dem Weg zum ganz grossen Coup – dann kommt diese knifflige Frage

Warum beim Hurrikan «Florence» das Worst-Case-Szenario droht

Von Mimose zu Mimose: Ein offener Brief

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 05.07.2018 20:23
    Highlight Ich wundere mich, weshalb dieses Mal nicht auch von Anfang an Russland als alternativloser Bösewicht gelten sollte. Schliesslich wurden wir doch im Falle Skripal bis zum geht nicht mehr darüber informiert dass Nowitchok einzig aus Russland stammen kann.
    0 0 Melden
  • Bruno S. 88 05.07.2018 07:56
    Highlight "hey wir killen diesen Geheimagenten und seine Tochter! Am besten mit dem Gift denn nur wir herstellen können! Die werden nie darauf kommen dass wir es waren. Ausgezeichnet!"
    3 0 Melden
  • redeye70 05.07.2018 00:07
    Highlight Seltsame Geschichte. Am Schluss kommt noch heraus, dass ein Mitarbeiter des Labors einfach mal Leute vergiften geht. Da stimmt doch was nicht.
    26 2 Melden
  • Fabian Studer 05.07.2018 00:05
    Highlight Wurde das gift eingesetzt? Klar. Steht fest von wem oder in wessen Auftrag? Weniger. Aber schön wie mal wieder die Unschuldsvermutung hochgehalten wird bzw wie man sich daran erinnern kann dass die britische Krone damit in letzter Zeit so seine Schwierigkeiten hat
    #freetommy
    17 5 Melden
  • Angelo C. 04.07.2018 23:46
    Highlight Interessant - kaum anzunehmen, dass es sich bei den Betroffenen erneut um aktuelle russische Bürger oder gar um Ex-Geheimdienstler von dort sein werden...

    Was spätestens dann impliziert, dass Russland auch beim Fall Skripal eher unschuldig und die grotesk vorschnellen Massnahmen von Theresa May eine massiver Überreaktion (inkl. aller Sanktionen) waren.

    Wobei ich nicht davon ausgehe, dass dies je seitens GB im nachhinein zugegeben würde, denn der Gesichtsverlust wäre zweifellos ganz enorm 🤔.
    25 6 Melden
  • Aristides1 04.07.2018 23:05
    Highlight Da haben wieder einmal die Russen zugeschlagen, vermutlich Putin höchstselbst.
    12 8 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 05.07.2018 11:35
      Highlight Muss fast, wer sonst ist für alles böse auf der Welt verantwortlich?
      1 0 Melden

Sie überlebte zehn Stunden im Meer – doch nun bestehen starke Zweifel an ihrer Erzählung

Es sei ihr Yoga-Training gewesen, das sie am Leben erhalten habe, erzählte Kay Longstaff nachdem sie von der kroatischen Küstenwache aufgegriffen wurde. Sie habe sich auf den Rücken gedreht, sich treiben lassen und gesungen. 

Vergangene Woche sorgte die 46-jährige Britin für weltweite Schlagzeilen. Geschlagene zehn Stunden überlebte sie im Mittelmeer, nachdem sie von Bord des Kreuzfahrtschiffes «Norwegian Star» fiel.

Bereitwillig gab sie nach ihrer Rettung den kroatischen Medien Auskunft: …

Artikel lesen