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FILE - An Aug. 10, 2017 file photo of First Secretary of State, Damian Green, speaking in London. Damian Green has been asked to resign from the Government by Prime Minister, Theresa May, Wednesday, Dec. 20, 2017, and admitted he made

Damian Green. Bild: AP/PA

Belästigungsvorwürfe und Pornografie: Britischer Vize-Premierminister tritt zurück 



Wegen Vorwürfen sexueller Belästigung ist der britische Vize-Regierungschef Damian Green zurückgetreten. Green räumte am Mittwoch in einem Schreiben an Premierministerin Theresa May ein, im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ihn die Unwahrheit gesagt zu haben.

May hatte Green, einer ihrer engsten Vertrauten, nach eigenen Angaben selbst zum Rücktritt aufgefordert. In einem Brief an ihren Studienfreund schrieb sie, sie bedaure dies «zutiefst» und empfinde «Dankbarkeit» für Greens Arbeit.

Anfang November war bereits Verteidigungsminister Michael Fallon wegen Belästigungsvorwürfen zurückgetreten. Er hatte zugegeben, im Jahr 2002 einer Journalistin bei einem Abendessen am Rande eines Tory-Parteitags die Hand aufs Knie gelegt zu haben.

Greens Eingeständnis steht im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Fund von «extremem» pornografischem Material auf seinem Parlamentscomputer im Jahr 2008. Eine Untersuchung ergab, dass Green über die polizeilichen Ermittlungen Bescheid wusste, was er zunächst vehement bestritten hatte.

Vorwürfe sexueller Belästigung

Über die Ermittlungen hatte die Zeitung «The Times» berichtet. Ausserdem schrieb eine Journalistin in dem Blatt, Green habe sich ihr gegenüber im Jahr 2015 unangemessen verhalten. Eine Unterstützerin der Tories warf Green zudem vor, ihr die Hand aufs Knie gelegt und ihr eine anzügliche Textnachricht geschickt zu haben. Green wies die Vorwürfe als «völlig unwahr» zurück.

In der britischen Politik sind im Zuge der Enthüllungen um den US-Produzenten Harvey Weinstein zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung bekannt geworden. Aussenhandels-Staatssekretär Mark Garnier hatte eingeräumt, seiner Sekretärin den Kauf von Vibratoren aufgetragen zu haben.

Mays engster Verbündeter

Der 61-jährige konservative Politiker Damian Green galt als engster Verbündeter Theresa Mays im britischen Kabinett. Die beiden blicken auf eine jahrzehntelange Freundschaft zurück.

Sie lernten sich dem «Telegraph» zufolge bereits in den 70er Jahren an der Universität Oxford kennen, wo May zusammen mit Greens späterer Ehefrau Alicia Collinson Geografie studierte.

Greens politische Karriere begann Anfang der 90er Jahre unter dem ehemaligen Premierminister John Major. Seit 1997 sitzt er für den südostenglischen Wahlkreis Ashford im Parlament. 2010 machte die damalige Innenministerin May den Weggefährten zum Staatssekretär in ihrem Ministerium.

Vor dem Brexit-Referendum 2016 stellte sich Green deutlich auf die Seite der EU-Befürworter. Die Nähe zu May bescherte ihm einen Ministerposten, als sie dem zurückgetretenen Premierminister David Cameron nachfolgte. Nach der Schlappe bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Sommer 2017 machte May dann Green zu ihrem Stellvertreter und zum Kabinettschef.

Der gebürtige Waliser ging auf eine Eliteschule in Reading östlich von London. Später studierte er in Oxford und war zeitweise Vorsitzender des renommierten Debattierclubs Oxford Union. Nach seinem Studium arbeitete Green zunächst als Journalist für die BBC und andere Medien. Green ist verheiratet und hat zwei Töchter. (cma/sda/dpa)

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32
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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dharma Bum(s) 21.12.2017 10:38
    Highlight Highlight Oh! Ich muss kurz austreten, nicht um abzutreten, mehr um vor Lachen nicht umzufallen.

    Soweit sind wir? Da sag ich nur: #MeToo Pizza !!
  • El Vals del Obrero 21.12.2017 06:37
    Highlight Highlight Es geht nichts über die Kombo PRIVAT-Rechner ZUHAUSE, (Linux-)Live-Betriebssystem, TOR-Browser und VeraCrypt.

    Am besten dazu noch "shutdown -r +60" (Bewahrt den Ruf nach einem eventuellem Herzinfarkt).
  • Angelo C. 20.12.2017 23:49
    Highlight Highlight Zitat :

    "Anfang November war bereits Verteidigungsminister Michael Fallon wegen Belästigungsvorwürfen zurückgetreten. Er hatte zugegeben, im Jahr 2002 einer Journalistin bei einem Abendessen am Rande eines Tory-Parteitags die Hand aufs Knie gelegt zu haben."

    Also wenn fähige Politiker wegen so kleinem Anlass den Hut nehmen müssen, dann weiss man(n) nicht recht, ob man laut lachen, oder nur den Kopf schütteln soll 🤔!

    Voll dafür, dass weitergehende unangebrachte Avancen sanktioniert gehören, aber solchen kleinkarierten Bullshit zum Massstab zu nehmen, ist nur noch grotesk.

    Quo vadis mundi?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 20.12.2017 23:43
    Highlight Highlight Halt schon nicht so schlau, auf seinem Arbeitscomputer solch abscheuliche Filme zu laden. Dann hatte er auch noch die Hand auf dem Knie einer Mitarbeiterin. Hoffentlich hat sie kein Kind bekommen.
    Was bin ich froh, schon zurückgetreten zu sein.
  • ConcernedCitizen 20.12.2017 22:36
    Highlight Highlight Pornografische Bilder? Angeblich anzügliche sms verschickt? Wir sind ja prüder als unsere Urgrosseltern!
  • äti 20.12.2017 22:31
    Highlight Highlight Mann o Mann, sind die Prüde. Ich müsste täglich zurücktreten und hätte deshalb kaum noch Zeit meine Sammlung zu pflegen und goutieren. Also Premier lass ich sein, Präsi der USA ginge noch.
  • Dario4Play 20.12.2017 22:22
    Highlight Highlight Was ist ein mann, egal in welcher position, wenn man ihm seine Pornos wegnimmt??

    Andererseits, wer lädt heutzutage noch pornos runter?
    • Asmodeus 20.12.2017 22:41
      Highlight Highlight Wer tut dies auf dem Arbeitsrechner?
    • Saraina 21.12.2017 00:08
      Highlight Highlight ... auf den Computer am Arbeitsplatz...
    • Aki Zeta 5 21.12.2017 01:57
      Highlight Highlight Diejenigen die ganze Filme in 4k Qualität haben möchten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ohmann94 20.12.2017 22:21
    Highlight Highlight Wär noch interessant zu wissen, was das Problem an Pornographie auf dem Computer ist? Wenn man heute auch ohne Probleme 50 Shades im Öv lesen kann, dann sollten Pornos auf dem PC doch wohl kein Problem sein.

    Es sei denn, dass es sich dabei um pornographisches Material mit bedenklichem Inhalt handelt. Dann gehört der Typ aber sowas von weg von seinem Posten!
    • trio 20.12.2017 22:39
      Highlight Highlight Es war ja immerhin sein Dienstrechner. Ist schon nicht das gleiche wie irgendein PC.
    • Sheez Gagoo 20.12.2017 23:03
      Highlight Highlight Das Problem ist wohl der Dienstrechner.
    • Gurgelhals 20.12.2017 23:16
      Highlight Highlight Stichwort "Parlamentscomputer". Wenn man den Kram auf Privatgeräten hat und es sich nicht um illegale Pornographie handelt, ist es logischerweise Privatsache. Wenn man aber so blöd ist, dafür den Geschäftscomputer zu gebrauchen, ist man auch als gewöhnlicher Angestellter bald mal seinen Job los.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fabsli 20.12.2017 22:18
    Highlight Highlight Wenn jeder wegen eines Pornos auf dem PC oder Handy zurücktreten müsste, würde kein Mann mehr arbeiten ;)
    • Sheez Gagoo 20.12.2017 22:55
      Highlight Highlight Wie soll man einen Porno auf das Handy kriegen? Das geht? Ich dachte, dass ich geschickt bin im Umgang mit dem Gerät aber man kann offenbar noch viel lernen.
    • Raphael Stein 20.12.2017 23:19
      Highlight Highlight somit hätte man mehr Zeit zum...
    • karl_e 21.12.2017 00:00
      Highlight Highlight Warum zum Gugger lädt man sowas auf den PC herunter? Mann schaut sie an und das war's.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pafeld 20.12.2017 22:18
    Highlight Highlight Gibt es in Italien überhaupt einen Rechner eines Beamten, auf dem keine Porngraphie zu finden ist?
  • Frank Underwood 20.12.2017 22:17
    Highlight Highlight Wenn es Kinderpornografie ist, dann soll er ins Gefängnis. Da habe ich kein Mitleid.
    • Jimmy :D 20.12.2017 22:23
      Highlight Highlight Wie kommst du jetzt auf Kinderpornografie?
    • Charlie7 20.12.2017 22:27
      Highlight Highlight Hat irgend jemand etwas von Kinderpornografie gesagt?

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