DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gift geschluckt vor UNO-Tribunal: Kroatischer Kriegsverbrecher tot



epa06357045 Jadranko Prlic (2-L) former Prime Minister of the Croatian Republic of Herzeg-Bosnia, and Bosnian Croats Bruno Stojic (3-L), Slobodan Praljak (4-L), Milivoj Petkovic (4-R), Valentin Coric (3-R) stand in the court in The Hague, The Netherlands, 29 November 2017, prior to the appeals judgement in the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), for war crimes committed during the bloody break-up of Yugoslavia.  EPA/ROBIN VAN LONKHUIJSEN / POOL

Die Angeklagten vor dem UN-Gericht – Praljak mit Bart in der Mitte. Bild: EPA/ANP POOL

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag hat am Mittwoch der Angeklagte Slobodan Praljak Gift getrunken, als die Richter die 20-jährige Haftstrafe gegen ihn bestätigten. Praljak starb später im Spital.

Der 72-Jährige Praljak sei gestorben, berichtete das kroatische Staatsfernsehen. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hatte zuvor die im Mai 2013 verhängte Haftstrafe von 20 Jahren gegen ihn bestätigt.

Video: kaltura.com

Praljak hatte nach seiner Verurteilung gerufen: «Slobodan Praljak ist kein Kriegsverbrecher. Ich weise Ihr Urteil zurück.» Dann hatte er im Gerichtssaal aus einer kleinen Flasche oder einem Glas getrunken, in dem sich nach seinen Worten Gift befand. Richter und Anwälte reagierten bestürzt.

Während des Bosnienkrieges (1992-1995) war Praljak Militärchef der bosnischen Kroaten. In dem Berufungsverfahren am Mittwoch vor dem UNO-Tribunal erfolgte die Urteilsverkündung gegen fünf weitere ehemalige politische und militärische Führer der bosnischen Kroaten während des Bosnienkriegs.

Ausser Praljak handelt es sich um den ehemaligen «Regierungschef» der selbstproklamierten bosnisch-kroatischen Republik Herceg-Bosna, Jadranko Prlic, den ehemaligen Verteidigungsminister Bruno Stojic sowie drei Militärs.

Gegen den 58-jährigen Hauptangeklagten Prlic wurde die 25-jährige Haftstrafe aufrecht erhalten. Es sollte das letzte Urteil des Tribunals sein, das nach 24 Jahren zum Jahresende seine Arbeit abschliesst. Es setzte am Nachmittag die wegen Praljak unterbrochene Sitzung fort.

Niemand mehr auf Fahndungsliste

Das UNO-Tribunal war das erste internationale Gericht für Urteile wegen Kriegsverbrechen in Europa nach 1945. Ex-Serbenführer Radovan Karadzic wurde 2008 an Den Haag ausgeliefert. 2016 wurde er unter anderem für den Völkermord von Srebrenica zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Der militärische Chef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, war 2011 gefasst worden. Gegen den Ex-General verhängten die Richter erst in der vergangenen Woche eine lebenslange Haftstrafe.

Heute steht niemand mehr auf der Fahndungsliste des UNO-Gerichts. Zu den 84 Verurteilten gehören die militärisch und politisch Verantwortlichen der schlimmsten Verbrechen. (sda/afp/dpa/reu)

UNO-Bericht: Alle zehn Minuten stirbt in Jemen ein Kleinkind

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Tunesiens Präsident feuert Regierungschef und übernimmt Amtsgeschäfte

Tunesiens Präsident Kais Saied hat Ministerpräsident Hichem Mechichi in einem überraschenden Schritt seines Amtes enthoben und die Arbeit des Parlaments vorerst ausgesetzt. Er selbst werde die Regierungsgeschäfte gemeinsam mit einem neuen Ministerpräsidenten übernehmen, kündigte Saied am Sonntagabend nach einem Krisentreffen mit Vertretern von Militär und Sicherheitsbehörden an. Zudem werde die Immunität sämtlicher Abgeordneter aufgehoben.

Die Ankündigungen folgen auf regierungskritische …

Artikel lesen
Link zum Artikel