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Kim Burrell and Pharrell Williams perform on NBC's

Da war zwischen Burrell und Pharell noch alles in Ordnung. Bild: Charles Sykes/Invision/AP/Invision

Predigerin sagt, 2017 sterben alle Homos. Das nervt Pharell, Ellen und Sheldon Cooper



Kim Burrell ist Gospelsängerin und Pastorin. Ihre Stimme ist auf den Alben von Frank Ocean und Pharell zu hören. Beyoncé sagte mal, sie singe unter der Dusche am liebsten Songs von Kim Burrell. Bis vor kurzem war sie beliebt. Doch dann hasste sie zu sehr. In ihrer Kirche. Und nicht irgendwen, sondern alle Homosexuellen. 

Aus Kim Burrells Hasspredigt:

«Dieser perverse homosexuelle Geist ist ein Geist des Wahns und Verwirrung und hat viele Männer und Frauen getäuscht und ist eine Belastung für den Leib Christi.» 

«Ihr alle in diesem Raum, die mit dem homosexuellen Geist erfüllt seid – bittet Gott darum, euch zu befreien! Ihr werdet daran sterben. Wenn ihr damit 2017 in einem Gotteshaus spielt, werdet ihr daran sterben.»

Pharell reagierte sofort, wenn auch eher allgemein: «Ich verurteile alle Arten von Hassreden. Es gibt in dieser Welt keinen Platz für Vorurteile», schrieb er auf Instagram. Am 5. Januar hätte er mit Burrell zusammen in der «Ellen Show» auftreten müssen. Logisch, dass die lesbische Ellen DeGeneres seine homophobe Duettpartnerin umgehend wieder auslud. 

Die Mutter des schwulen Rappers Frank Ocean twitterte: «Ich: Sohn, können wir Kim Burrells Stimme aus deinem Song schneiden??»

Aktuell singt Burrell auf dem von Pharell komponierten Soundtrack des Films «Hidden Figures» über drei afroamerikanische Mathematikerinnen, die bei der NASA gearbeitet haben. Zwei der drei Hauptdarstellerinnen – Janelle Monáe und Taraji P. Henson – sind grosse Unterstützerinnen der LGBT-Community.

Janelle Monáes Reaktion:

«Mein Rat: Wenn deine Religion macht, dass du Hass spuckst, urteilst oder auf andere runterschaust aufgrund ihrer Liebe, dann musst du sie ändern. Und zwar schnell.»

In einer männlichen Nebenrolle von «Hidden Figures»: Jim Parsons. Der Sheldon aus «Big Bang Therory». Der beliebteste Sitcom-Darsteller der Welt. Und: schwul. Seit Wochen setzt sich Jim Parsons bei seinen Fans euphorisch für «Hidden Figures» ein. 

Mit seinen drei Säulen «afroamerikanisch», «Frau» und «LGBT-Kontext» dürfte «Hidden Figures» in der Ära Trump sowas wie das Paradebeispiel des ultralinken Gutmenschenfilms darstellen. Umso seltsamer ist da Kim Burrells Anwandlung, zu destabilisieren, was sich unter den neuen Prämissen gegenseitig Halt geben könnte.

Sie selbst bleibt bei ihren Äusserungen. «Ich entschuldige mich nicht», sagt sie auf Facebook, Homosexualität sei ganz einfach eine Sünde. Von konservativen Christen erhält sie Beifall, in den Kommentarspalten wimmelt es von Statements wie «Das hättest du schon vor vier Jahren sagen sollen, als unser Präsident damit begann, Schwule und Lesben zu normalisieren» oder «Gott hat den LGBT-Lifestyle nie beabsichtigt, Satan und die Dämonen stecken dahinter».

Pharell und Monáe plädieren unterdessen beide für «Inklusion», für die gegenseitige Akzeptanz aller unterschiedlicher Lebensentwürfe. Gewiss in ihrem Sinn – und viel humorvoller als jede amerikanische Auseinandersetzung mit dem Thema – dürfte daher der Willkommensgruss der britischen Coventry Cathedral sein:

«Wir heissen die besonders willkommen, die single, verheiratet, geschieden, homosexuell, verwirrt, stinkreich, wohlhabend oder scheissarm sind.»

Bild

(sme)

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