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CORRECTS LAM'S QUOTE - Hong Kong Chief Executive Carrie Lam Listens to reporters' questions during a press conference in Hong Kong Tuesday, Aug. 27, 2019. Lam says she has met with a group of young people about ongoing pro-democracy protests, but she showed no sign of budging on any of the protesters' demands. (AP Photo/Vincent Yu)
Carrie Lam

Räumte Fehler ein: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Bild: AP

Geleakte Audioaufnahme – Carrie Lam würde gerne zurücktreten



Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam würde ihr Amt kündigen – wenn sie könnte. Das soll Lam kürzlich bei einem Treffen gesagt haben. Zudem räumte sie ein, eine «unverzeihliche Verwüstung» angerichtet zu haben.

Die Proteste in Hongkong dauern nun bereits knapp drei Monate an. Ausgelöst wurden die Proteste durch ein umstrittenes Gesetz, das Auslieferungen an das chinesische Festland ermöglicht hätte. Dadurch geriet Lam in Verruf und die Protestler forderten ihren Rücktritt.

Bei einem Gespräch mit Vertretern aus der Wirtschaft soll sich Lam nun sehr selbstkritisch geäussert haben. Dies ist einer Tonaufnahme zu entnehmen, die der Nachrichtenagentur Reuters zugespielt wurde. «Wenn ich die Wahl hätte, würde ich sofort zurücktreten und mich in aller Form entschuldigen», soll Lam auf Englisch gesagt haben.

A student wears an eye patch to show solidarity with a woman injured by a police projectile during a previous protest, during a rally in Hong Kong, on Monday, Sept. 2, 2019. Hong Kong has been the scene of tense anti-government protests for nearly three months. The demonstrations began in response to a proposed extradition law and have expanded to include other grievances and demands for democracy in the semiautonomous Chinese territory. (AP Photo/Kin Cheung)

Die Proteste in Hongkong dauern nun beinahe drei Monate. Bild: AP

Zwischen zwei Fronten

Verschiedenen Gerüchten zufolge, wollte Lam ihr Amt bereits mehrmals kündigen – dies sei ihr jedoch von der chinesischen Regierung verboten worden. Auch von der Absetzung des umstrittenen Auslieferungsgesetzes wollte Peking nichts wissen.

In dem Tape, das rund 24 Minuten dauern soll, geht Lam auch auf einen allfälligen Militäreinsatz ein. Peking hege keine Pläne für einen solchen Einsatz in Hongkong. Ihr Einfluss, wenn das Thema das nationale Level erreicht, sei jedoch «sehr, sehr, sehr begrenzt».

Lam kritisiert auch ihre Rolle zwischen beiden Fronten. Zum einen sei sie von der chinesischen Regierung eingesetzt und zum anderen sollte sie der Bevölkerung von Hongkong dienen.

Proteste gehen weiter

Vergangenes Wochenende gingen wieder viele Demonstranten auf die Strasse. Es kam dabei erneut zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Folge wurden 159 Personen festgenommen, wie Spiegel Online berichtet.

Die Protestler kämpfen gegen den drohenden steigenden Einfluss von China und somit einer Beschneidung ihrer Freiheitsrechte. Seit der Rückgabe der ehemaligen Kolonie von Grossbritannien wird Hongkong autonom regiert. Sie Einwohner Hongkongs geniessen mehr Menschenrechte, wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Viele befürchten, dass eben diese Rechte von der Volksrepublik immer mehr beschnitten werden. (mim)

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Hongkong: Neuste Bilder der Proteste und vom Generalstreik

Die Megastadt Hongkong kommt nicht zur Ruhe

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Max Meister 03.09.2019 12:45
    Highlight Highlight China will in Hongkong niemand an der Macht der die Interessen der Bevölkerung vertritt. Lam wird es nicht können selbst wenn sie wollte und wenn sie es doch schaffen würde zurückzutreten würde sie anschliessend durch einen brutalen Machthaber ersetzt.
  • Paedu87 03.09.2019 11:06
    Highlight Highlight Ist es schlau von sich selber so ein Video zu leaken?
  • Stratosurfer 03.09.2019 10:52
    Highlight Highlight Die Marionette der Diktatur ist endlich entlarvt
  • chrisdea 03.09.2019 09:53
    Highlight Highlight Mein Mitleid hält sich in Grenzen... Man steigt in einem Regime nicht zufällig zu einer solchen Position auf und jetzt Krokodilstränen zu vergiessen ist gelinde gesagt heuchlerisch.
  • Magnum 03.09.2019 08:01
    Highlight Highlight Dass Marionetten nicht selbst über ihr Auf- und Zurücktreten entscheiden können, ist eine Binsenwahrheit. Dass Carrie Lam eine Marionette von Peking ist, hat sie nun offiziell zugegeben - in einem Gespräch im kleinen Zirkel mit einer Elite aus Businessleuten, das von ihr selbst als Gesprächsofferte mit der Bevölkerung angekündigt worden war. Abgehobener geht nicht.
    Hong Kong wird unter Carrie Lam und ohne ersatzlose Streichung des Auslieferungsgesetzes nicht zur Ruhe kommen - ob Peking das will oder nicht. Selbstbewusste Bürger sind schon etwas komisches für Apparatschiks.
    • bebby 03.09.2019 14:44
      Highlight Highlight Die Situation ist aber auch wirklich schwierig.
      Erstens ist nicht sicher, ob ein Entgegenkommen wirklich den Druck von der Strasse nehmen würde und nicht noch mehr Forderungen kommen. Und zweitens will die Zentralregierung wohl kaum, dass HK in China Beispiel macht. HK sind nur 8 Mio Einwohner. Und Beijing ist sich auch bewusst, dass die USA sich erst dann einmischen würden/könnten, wenn die Armee einschreitet. Also lässt man die Lokalregierung die Suppe auslöffeln. Und mittel- bis langfristig wird sich die Bevölkerungszusammensetzung in HK eh zugunsten der Mainlander verschieben.
  • Hasek 03.09.2019 07:41
    Highlight Highlight Hätte die Frau Rückgrat, würde sie zu ihrer Überzeigung und ihrer Bevölkerumg stehen. Solange die Führung Hongkongs von Chinas Gnaden ist, ist der Kopf der Regierung 'devils advocate'. Die aktuelle Situation zeigt dies gut auf. Erinnert aktuell an Katalonien, wo Autonomiebestrebungen gleichfalls mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln bekämpft wird. Egal wo: 'Demokratie wagen' wäre angebracht.
    • bebby 03.09.2019 14:47
      Highlight Highlight Der wirtschaftliche Schaden, den die Bewegung für ein unabhängiges Katalonien der Region eingebrockt hat, wird sicher noch Jahre nachwirken. Dabei hätten sie definitiv grössere Probleme. Spanien ist ja keine Diktatur.
      N.B. ich zweifle, dass wir hier viel Verständnis dafür hätten, wenn Teile der Schweiz sich verabschieden wollten. Demokratie heisst eben auch, dass man sich einer Mehrheit fügt.
    • Hasek 03.09.2019 17:51
      Highlight Highlight Demokratie heisst, dass man abstimmen darf. Spanien geht mit seinen Minderheiten unwürdig um, sonst wäre die Situation auch nicht so, dass Katalanen, Basken und teils auch Galizier alle raus wollen. Wer auf politische Fragen nur mit Repression antwortet, stellt sich selbst ins Abseits...
    • bebby 04.09.2019 13:47
      Highlight Highlight Die Kompetenzen der Regionalregierungen sind bedeutend und die Schulen unterrichten auf Katalanisch. Wo ist denn genau die Repression, abgesehen von der Verhinderung einer lokalen Abstimmung zur Unabhängigkeit (für die zuerst die Verfassung geändert werden müsste)?
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