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Zoe Lofgren will Trump stürzen: «Er erscheint verwirrt und weiss nicht, wo er ist»

Hat Donald Trump ernste Gesundheitsprobleme? Die US-Kongressabgeordnete Zoe Lofgren fordert eine medizinische Untersuchung des Präsidenten. Im Interview erklärt sie die Gründe für ihre Initiative.

Roland Nelles, Washington



Ein Artikel von

Spiegel Online
FILE - In this June 18, 2013, file photo, Rep. Zoe Lofgren, D-Calif., talks to reporters on Capitol Hill in Washington. A spike in families and kids arriving at the Southern border from Central America has prompted fears of another border crisis like the one that dominated national news during the summer of 2014.

Zoe Lofgren: Trump ist nicht fit. Bild: AP/AP

Frau Abgeordnete, Sie haben jüngst ins US-Repräsentantenhaus eine Resolution eingebracht, in der gefordert wird, dass der Vize-Präsident und andere Kabinettsmitglieder Präsident Donald Trump von Medizinern und Psychiatern untersuchen lassen sollten. Um zu klären, ob er noch in der Lage ist, sein Amt auszuführen. Was wollen Sie damit erreichen?
Zoe Lofgren: Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass wir im Parlament rein rechtlich dazu in der Lage wären, hier irgendetwas zu bewirken. Ich habe die Resolution trotzdem eingebracht, weil ich und viele andere, Republikaner inbegriffen, den Eindruck haben, dass das Verhalten des Präsidenten erratisch und instabil ist. Der 25. Verfassungszusatz sieht vor, dass der Vize-Präsident und das Kabinett zum Beispiel nach einer medizinischen Untersuchung des Präsidenten feststellen können, dass er sein Amt nicht länger ausführen kann. Dann übernimmt der Vize-Präsident kommissarisch die Geschäfte.

Glauben Sie nach Lage der Dinge, dass Vize-Präsident Mike Pence das tun wird?
Ich wusste, dass meine Resolution ein wenig Wirbel auslösen würde. Meine Absicht war, dass die Sache auf diese Weise Mike Pence zu Ohren kommt, weil es seine Pflicht ist, zu handeln - nicht meine.

Es ist sieht aber nicht so aus, als würde er Ihrem Wunsch Folge leisten. Für wie realistisch halten Sie es, dass er etwas unternimmt?
Ich weiss es nicht. Ich kenne Mike seit vielen Jahren. Wir haben früher im Parlament zusammen an einigen Themen gearbeitet. Wir sind keine engen Freunde, ich bin mit ihm auch nicht einer Meinung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine verfassungsrechtlichen Pflichten nicht ernst nimmt.

Gibt es historische Beispiele für dieses Vorgehen?
Die Geschichte des 25. Verfassungszusatzes ist eng verknüpft mit der Amtszeit von Präsident Dwight D. Eisenhower in den Fünfzigerjahren. Er hatte eine schwere Herzattacke, und er konnte nicht arbeiten. Deshalb hielt man es für wichtig, für solche Fälle eine Notfallregelung zu treffen. Es gibt in der amerikanischen Geschichte einige Beispiele dafür, dass Präsidenten ihren Pflichten nicht nachkommen konnten. Das lag oft gar nicht an psychischen Erkrankungen, sondern zum Beispiel an kleinen Schlaganfällen, die ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit einschränkten. Denken Sie nur an Franklin D. Roosevelt.

Donald Trump ist ein Populist, aber glauben Sie wirklich, dass er nicht fit genug ist für sein Amt?
Ich kenne die Antwort nicht, ich bin kein Arzt. Ich bin nur eine Amerikanerin, die besorgt ist. Bei Menschen, die zum Beispiel kleinere Schlaganfälle gehabt haben, soll es vorkommen, dass sie anschliessend manchmal orientierungslos sind oder Probleme haben, Dinge zu verstehen. Ich habe diese berühmte Szene gesehen, als der Präsident aus seinem Flugzeug ausgestiegen ist und seine Limousine stand da, aber er lief umher, als wüsste er nicht, wo er ist. Das war gruselig. Oder denken Sie an die Szene, als er ein Dekret unterzeichnen sollte im Weissen Haus und einfach aufstand und wegging, ohne sie zu unterzeichnen. Das war doch seltsam.

Trump sucht sein Auto:

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Muss sich der Präsident nicht regelmässigen Gesundheitschecks unterziehen?
Es gibt dazu keine Verpflichtung. Die meisten Präsidenten haben sich grossen Gesundheitstests unterzogen, ebenso wie die meisten Präsidentschaftskandidaten, und dann haben sie die Ergebnisse veröffentlicht. Das hat Trump nie getan, ob er das zum Schutz seiner Privatsphäre geheim hält oder weil es einen anderen Grund gibt, weiss ich schlicht nicht. Es bleibt im Verborgenen. Alles, was er bisher vorgelegt hat, war irgendein absurdes Papier von einen befreundeten Arzt. Ich bin Anwältin, da erlebt man einiges. Und ich finde, dieser Sache muss jemand nachgehen.

Rep. Josh Gottheimer, D-N.J., left, and Rep. Tom Reed, R-N.Y., right, listen as President Donald Trump speaks during a meeting with a bipartisan group of lawmakers in the Cabinet Room of the White House, Wednesday, Sept. 13, 2017, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Kann er noch folgen? Trump. Bild: AP/AP

James Clapper, der frühere Geheimdienstdirektor unter Präsident Barack Obama, hat Trumps Gesundheitszustand auch infrage gestellt. Haben Sie mit ihm, mit anderen Geheimdienstlern oder mit Experten gesprochen, die Ihre Sorgen teilen und die dieselben Fragen stellen?
Ich habe noch nie mit dem Präsidenten zusammengesessen, aber andere Abgeordnete haben dies getan. Ohne jetzt Namen zu nennen, kann ich sagen, dass sich diese Abgeordneten mir gegenüber über das Verhalten des Präsidenten besorgt geäussert haben. Dass er Gesprächen nicht folgt, dass er seltsame Fragen stellt zu Dingen, die eigentlich schon besprochen waren. Und, dass er nicht weiss, wo er ist. Ich weiss natürlich nicht, ob das stimmt, weil ich nicht dabei war.

Sie meinen, der Präsident weiss nicht, in welchem Treffen er sich gerade befindet?
Ja, und er erscheint verwirrt. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder, er ist gelangweilt und nicht interessiert. Oder er kann schlicht nicht folgen. Man wüsste gerne: Welche Erklärung ist es?

Die Führung Ihrer Partei im Kongress verhandelt mit Trump, macht mit ihm einen Deal über das Schuldenlimit. Sie sagen, er ist möglicherweise nicht fit genug, sein Amt auszuführen. Wie passt das zusammen?
Ich weiss nicht, ob er nicht fit genug ist, das müssen wir herausfinden. Aber er ist der Präsident, also müssen wir mit ihm verhandeln. Und, ja, wir verhandeln mit ihm.

Tun Ihre Parteifreunde als Opposition genug, um sein politisches Handeln infrage zu stellen, ihn zu kritisieren?
Ja, natürlich. Wir sind sehr hörbar, im Parlament und im ganzen Land. Wir kritisieren ihn immer, wenn es etwas zu kritisieren gibt und wir haben eine Menge Fragen. Und er gibt uns dazu ja genug bizarre Anlässe. Man kommt ja kaum hinterher. Als er nach den Ereignissen von Charlottesville die Rassisten und Neonazis verteidigte, da dachte ich nur: Woah! Er konnte erkennbar keine klare Position zu dem Thema durchhalten: Diese Instabilität wirft schon Fragen auf. Wenn jemand ständig seine Meinung ändert, manchmal mehrmals am Tag zum selben Thema, dann fragt man sich schon: Was ist nur mit ihm los?

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 14.09.2017 17:43
    Highlight Highlight Trump ist immer noch in der Lage, Dekrete zu unterschreiben...
    Oder werden seine Unterschriften wackelig, oder unleserlich?
    Hat er noch genügend Kraft, den "Roten Knopf" zu drücken?
    Nein, im Ernst:
    Welcher Chef lässt sich psychiatrisch untersuchen, oder wird von seinen Angestellten dazu gedrängt, sich psychiatrisch untersuchen zu lassen?
    Auch wenn das in sehr vielen Fällen wünschbar wäre, so habe ich solches in meinem Leben noch NIE gesehen, oder davon gehört!
    Liebe US-AmerikanerInnen,
    überlegt Euch vor der nächsten Wahl (falls es eine solche geben wird) einfach besser, WEN Ihr zum Chef wählt!
  • Steimolo 14.09.2017 14:26
    Highlight Highlight Der 3te artikel auf watson über den vorschlag dieser dame, und er beginnt damit dass er nichts bewirkt. Irgendwie leerlauf oder?
  • Asmodeus 14.09.2017 13:59
    Highlight Highlight Eine Steilvorlage für Mike Pence endlich an die Macht zu kommen wie er es vermutlich von Anfang an geplant hat.

    Den Idioten Trump 1 Jahr lang rumzappeln lassen und ihn dann stürzen.
  • m. benedetti 14.09.2017 12:59
    Highlight Highlight Ach ja, der gefühlte Tausendste kritische oder besse Anti-Trump Artikel von watson. Und er ist trotzdem immer noch der POTUS. Und die Welt dreht sich auch immer noch. Die Frage nach der Demenz stellt sich hier vielfältig. Ich kenne jetzt eure Positionen und ich bin nicht dement, ihr braucht sie also nicht täglich wiederzukäuen.
    • Juliet Bravo 14.09.2017 13:32
      Highlight Highlight Ja genau, die ganzen Medien machen das nur für dich;)
    • Snowy 14.09.2017 14:01
      Highlight Highlight Was kann watson (die Medien) dafür, dass sich der mächtigste Mann der Welt täglich Fauxpas leistet, welche bei früheren Präsidenten wochenlang die Headlines beherrscht hätten?

      Bei Trump hat man sich dran gewöhnt.
      Es braucht schon die krasse Verklärung eines terroristischen Anschlags bis zumindest für ein paar Tage Empörung bei allen Lagern herrscht.
    • Juliet Bravo 14.09.2017 15:33
      Highlight Highlight Wieso sollten die Medien davon ablenken?
    Weitere Antworten anzeigen
  • opwulf 14.09.2017 12:57
    Highlight Highlight Ich tippe eher auf ADHS bei Erwachsenen! Sein Verhalten passt ziemlich genau da rein! Probleme zu folgen, oft nicht bei der Sache, impulsiv, zerstreut, gereizt und leicht ablenkbar!
    • Asmodeus 14.09.2017 14:00
      Highlight Highlight Als ein Erwachsener mit ADHS muss ich sagen, dass Trump NICHTS mit uns zu tun hat.


      Trump ist einfach nur ein narzistischer Soziopath
    • Valon Gut-Behrami 14.09.2017 14:48
      Highlight Highlight Nein, dem muss ich widersprechen, opwulf.
    • DanielaK 14.09.2017 14:54
      Highlight Highlight Da ist was dran. In dem Alter könnte es aber durchaus auch (noch) andere Gründe haben. Die Überlegung mit dem Gesundheitscheck finde ich nicht schlecht. Eigentlich sollte er das ja freiwillig machen. Kommt er durch, steht er wenigstens mal gut da, wenn nicht, würde er seinem Land mit einer Weigerung ja auch keinen Gefallen tun (ich geh einfach mal davon aus, dass ihm das als Präsident nicht egal ist).
    Weitere Antworten anzeigen
  • D(r)ummer 14.09.2017 12:39
    Highlight Highlight Wahrscheinlich hat sich Trump den Laden, den er aufräumen will (nun ja, das tut er auch aber blöd ist, dass es seine eigene Administration ist), anders vorgestellt.
    Komisch, dass ein US-Präsi beinahe unantastbar ist.
    Deswegen, wie immer:
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  • Valon Gut-Behrami 14.09.2017 12:12
    Highlight Highlight Erschreckendes Interview.
    • Sisiphos 14.09.2017 12:47
      Highlight Highlight Was erschreckt da? es gibt nur 3 Möglichkeiten: entweder hat der Kerl einen Knall oder er ist der Drecksack, der sich der Welt als ebensolcher präsentiert oder beides. Egal wie, der muss gestoppt werden - asap
    • Snowy 14.09.2017 13:57
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist geistig umnachtet oder ein mieser Drecksack.

      Beides ist sehr beunruhigend.
    • René Obi (1) 14.09.2017 15:42
      Highlight Highlight Ich tippe auf beides. Durchgeknallter Drecksack. Kurz Arschloch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pius C. Bünzli 14.09.2017 12:08
    Highlight Highlight Vieleicht leidet er ja auch an einer Demenz. Ganz putzt ischer jedefalls nöd
    • Ohniznachtisbett 14.09.2017 13:04
      Highlight Highlight Eigentlich egal an was er leidet. Wenn er nicht geistig gesund ist, soll er zurücktreten, tut er dies nicht, müsste das Kabinett der Vize und der Kongress ihre verfassungsmässigen Pflichten wahrnehmen.

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