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Ist dieser Mann fit für den CIA? Klar, er heisst schliesslich Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt). Bild: AP/Open Road Films

«Mich berührt, wie sehr er seine Heimat liebt»: Joseph Gordon-Levitt im Video-Interview über Snowden

Er ist kritisch, feministisch und ein Mann mit grosser Familiengeschichte: Joseph Gordon-Levitt besuchte das Zurich Film Festival mit «Snowden».

26.09.16, 11:12 27.09.16, 09:59


Joseph hat eine Mission. Denn Joseph ist Edward Snowden im neuen Film von Oliver Stone. Im Gespräch mit uns beantwortet er Fragen zu Snowden und zu seiner eigenen Familiengeschichte. Russland, das dem Whistleblower seit Jahren Asyl gewährt, sowie staatliches Überwachen und Strafen spielen nicht nur für Edward Snowden, sondern auch für die Gordon-Levitts gewichtige Rollen.

Joseph Gordon-Levitt im Gespräch

Video: watson.ch

Was im Video nicht zu sehen ist: Joseph Gordon-Levitt («500 Days of Summer», «Inception») trägt zwei verschiedenfarbige Socken, einer ist grün, der andere lila. Er tut das in Gedenken an seinen älteren Bruder Dan, der 2010 an einer Überdosis starb und stets ungleiche Socken trug. Gemeinsam gründeten die Brüder die Produktionsfirma HitRecord, die jungen Künstlern gemeinsame Projekte ermöglicht.

Oliver Stones «Snowden»-Strategie

Es ist grossartig, Joseph Gordon-Levitt dabei zuzusehen, wie er den echten Snowden verinnerlicht und sich in ihn verwandelt. Ein kleines Meisterwerk der Aneignungskunst. Wer sich mit dem Snowden-Komplex nur oberflächlich auskennt, dem wird hier bekömmlich umfassende Aufklärung plus zeitgenössische Heldensaga serviert. Und die Verwandlung eines naiven Patrioten, den es mit aller Kraft in den Krieg zieht, in einen kritischen.

Trailer zu «Snowden»

Video: YouTube/Open Road Films

Allerdings ist der Film selbst auch ein Stück Aneignungskunst: Über weite Strecken wird Laura Poitras' Dokfilm «Citizenfour» nachgespielt. Nun war «Citizenfour» selbst Teil der Aufklärungsarbeit, die Snowden leistete: Poitras befand sich 2013 mit den beiden «Guardian»-Journalisten Glenn Greenwald und Ewen MacAskill in jenem Hotelzimmer in Hongkong, wo Snowden die NSA-Dateien aushändigte. Sie dokumentierte damit live den ganzen Prozess der Enthüllungen und Snowdens Flucht. Das war einzigartig.

Der echte Snowden in «Citizenfour». bild: praxis films

Oliver Stone geht es nicht um Einzigartigkeit, sondern um strategisches Engagement: Er liefert auf das Ende von Obamas Amtszeit hin einen Film, der darauf drängt, Edward Snowden in den USA einen fairen Prozess zu ermöglichen. Das ist anständig. Aber höchst wahrscheinlich aussichtslos.

«Snowden» ist ab 6. Oktober im Kino zu sehen.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 26.09.2016 12:59
    Highlight Ein tolles Interview mit einem spannenden Menschen. Besten Dank dafür Frau Meier!

    By the way: Such a cute little Swiss accent. ;)
    16 4 Melden
  • TanookiStormtrooper 26.09.2016 12:24
    Highlight Sehr interessantes Interview. Danke Frau Meier.
    6 2 Melden
  • Nausicaä 26.09.2016 11:38
    Highlight Grosser Fan von ihm seit 'Don Jon'. Still going.
    19 1 Melden
  • Joshi 26.09.2016 11:22
    Highlight Hab den Trailer dazu vor zwei Tagen im Kino gesehen. Sieht sehr interessant aus. Vielleicht hätten wir ein anderes Abstimmungsresultat, wäre der Film im Vorfeld der Abstimmung angelaufen. 😅
    52 3 Melden
    • Menel 26.09.2016 12:00
      Highlight Wahrscheinlich nicht, denn der Film wird sicher mehrheitlich von Nein Stimmern geschaut 😆
      46 2 Melden
    • Joshi 26.09.2016 13:37
      Highlight Hast du auch wieder Recht. ^^
      14 0 Melden
    • Alnothur 10.02.2017 12:29
      Highlight "Citizen Four" kam ja vor der Abstimmung, und hatte einen Oscar abgeräumt. Interessiert hat es trotzdem leider keine Sau.
      2 0 Melden

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