International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Maximalen Druck auf mörderische Diktatur»: US-Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft

07.08.18, 06:45 07.08.18, 07:50


Trotz des Widerstands der EU hat US-Präsident Donald Trump umstrittene Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Die Massnahmen wurden um 6.00 Uhr Schweizer Zeit am Dienstag wirksam. Die Sanktionen treffen die Schweizer Wirtschaft wohl nur am Rand.

Ziel ist es nach Trumps Worten, «maximalen wirtschaftlichen Druck» auf das ökonomisch angeschlagene Land auszuüben. Der iranische Präsident Hassan Ruhani warf Trump vor, einen «psychologischen Krieg» gegen sein Land zu führen.

Trump beschuldigt die «mörderische Diktatur» in Teheran, Terrorismus zu unterstützen und Blutvergiessen, Gewalt und Chaos zu verbreiten. Der US-Präsident drängt alle Staaten, sich den Massnahmen anzuschliessen, und den Iran wirtschaftlich zu isolieren. Die EU ist gegen die Sanktionen. Sie will europäische Unternehmen mit Gegenmassnahmen davor schützen und das Atomabkommen mit dem Iran retten.

epa06931383 A handout picture made available by the presidential office shows, Iranian President Hassan Rouhani during a live TV interview in Tehran, Iran, 06 August 2018. Media reported that following the re-imposing of  sanctions by the US against Iran, Rouhani said that 'offering negotiations by US President Donald Trump and in a same time re-imposing sanction is meaningless, as saying so we cant trust US. This is Trump that ignored the whole nuclear negotiations and withdrawal from that by one side'.  EPA/PRESIDENTIAL OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat seinerseits mehrfach damit gedroht, dass im Falle eines US-Ölembargso die Strasse von Hormus geschlossen werde und somit der internationale Ölexport am Persischen Golf blockiert wird. Bild: EPA/PRESIDENTIAL OFFICE

Die Sanktionen waren im Zuge des Atomdeals der UNO-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran vom Juli 2015 ausgesetzt worden. Trump hatte im Mai den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Abkommen verkündet. Er kritisiert, die Vereinbarung sei untauglich dafür gewesen, den Bau einer Atombombe zu verhindern, und habe die Regierung in Teheran noch dazu mit Geld versorgt.

17-jährige Iranerin wegen ihrer Freizügigkeit verhaftet

Video: srf

Schweiz hat wenig Einflussmöglichkeiten

Die wieder in Kraft gesetzten US-Sanktionen gegen den Iran können es auch für Schweizer Firmen schwieriger machen, Geschäfte mit der islamischen Republik zu tätigen. Der Bund empfiehlt darum den im Iran tätigen Unternehmen, die Situation im Auge zu behalten.

Mit dem Wiederinkrafttreten der Sanktionen ändert sich für die Schweizer Wirtschaft aber formal nichts. Die Rechtslage in der Schweiz bleibe unverändert, schrieb das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Anfrage.

Gemäss Seco ist der Bund bestrebt, negative Auswirkungen von internationalen Sanktionen auf die wirtschaftlichen Interessen der Schweiz zu verhindern. Er verfolge auch die verschiedenen aktuell in der EU diskutierten Handlungsoptionen, schreibt das Seco. Die Möglichkeiten der Schweiz, die Sanktionspolitik anderer Länder zu beeinflussen, seien jedoch sehr beschränkt.

Bescheidenes Handelsvolumen

Das gilt voraussichtlich auch für die Auswirkungen der Sanktionen auf die Schweizer Wirtschaft. Der Branchenverband Swissmem jedenfalls, der die Interessen der auf den Export ausgerichteten Maschinen, Metall- und Elektroindustrie vertritt, geht davon aus, dass die Wirkung des US-Entscheids auf die Schweizer Exportwirtschaft begrenzt bleiben wird.

Denn bereits vor dem US-Entscheid haben sich die Aktivitäten von Schweizer Firmen auf einem tiefen Niveau befunden, sagte Jonas Lang von Swissmem auf Anfrage. Tatsächlich blieb das Handelsvolumen zwischen der Schweiz und dem Iran auch nach der Aufhebung der Sanktionen 2016 bescheiden. 2017 hat die Schweizer Wirtschaft Waren im Wert von 532 Millionen Franken in den Iran exportiert. 2006 betrugen die Exporte jährlich noch rund 800 Millionen Franken. (sda/dpa/vom)

Historischer Tag für die Frauen im Iran

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

5 Mal, in denen Sacha Baron Cohen in seiner neuen Show definitiv zu weit gegangen ist 😂

Fox-Moderatorin lästert über Dänemark – die dänische Antwort ist genial 👊

Das Mädchen von der Babyfarm

«Kein Leben, kein Geld und einen kaputten Körper» – so hart ist es, eine Ballerina zu sein

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

30
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 07.08.2018 13:14
    Highlight Die Lage der heutigen Welt ist auf das Agieren Amerikas und Spiessgesellen zurückzuführen! Der Iran hat ein riesen Potential! Ich hoffe, dass sich andere Länder nicht abschrecken lassen und den Iran unterstützen!
    18 2 Melden
  • The Origin Gra 07.08.2018 12:47
    Highlight Ich dachte Trump sei das Friedenstäubchen in Person :O

    Stattdessen Lese ich von Handelskriegen, Sanktionen, Vertragsverletzung... :O
    18 4 Melden
  • kleiner_Schurke 07.08.2018 10:22
    Highlight Na dann machen die halt ihre Geschäft mit Indien und China wie bisher Herr Trump. Die brauchen doch die USA schon lange nicht mehr.

    Aber so wie wir sie kennen lernen mussten, gilt Morgen alles schön längst nicht mehr, haben sie statt maximalem Druck, maximalen Unterdruck gemeint und statt mörderische, versöhnlich gesagt blablabla und dann kommt die übliche Fake News Keule.
    30 5 Melden
    • Hexentanz 07.08.2018 11:24
      Highlight Wenn du mal kurz einen Moment Google aufmachst und nach dem BIP des Irans googelst oder ihrer Währung, dann weißt du, dass deine Aussage absolut nicht stimmt.

      Der Iran ist gewiss nicht abhängig von den USA.. aber deren Verbündeten. Diese ziehen zähneknirschend auch mit.. siehe auch die Schweiz, Deutschland etc.

      Keiner will sich das US Geschäft vermiesen lassen, darum ziehen alle mit.

      Aber Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum man da nicht mitziehen sollte? Religiösen Extremismus gilt es immer zu Bekämpfen.

      Nebst Krebs, Rassismus und Diktaturen das große übel des 21. Jahrhunderts.
      7 8 Melden
    • kleiner_Schurke 07.08.2018 14:40
      Highlight Wenn du dich nicht an Google sondern an der Realität orientierst, dann siehst du das die Geschäfte auch anderweitig getätigt werden können. z.b. in Dubai, 80 km übers Meer vom Iran entfernt. Und obwohl die sich in unseren Medien Spinnefeind sind, bestehen da intensive Handelsbeziehungen und die USA sagen dazu rein gar nix.
      10 2 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 07.08.2018 09:48
    Highlight Das Feindbild Iran kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Hier zeigt sich auch, Trump ist eher eine Marionette von Israel als von Russland.
    30 11 Melden
  • marcog 07.08.2018 09:35
    Highlight Bei dem Titel dachte ich an ein Zitat von Muller über Trump...
    24 4 Melden
  • Roman Loosli 07.08.2018 08:59
    Highlight So reguliert man den ölpreis zum eigenen vorteil...
    38 4 Melden
    • Hexentanz 07.08.2018 11:28
      Highlight Die OPEC Bestimmt indirekt den Ölpreis bzw. die Fördermengen, und da liegen sich Iran und Saudi Arabien mächtig im Clinch.

      Sprich: Die USA regulieren bestimmt nicht den Ölpreis über Sanktionen mit Iran.

      4,9% des Öls kommt aus Iran, 13,4% aus Saudi Arabien.. Russland und USA mit je etwa 12,5%.

      Siehe:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken#Nach_L%C3%A4ndern

      Also Nein, es wird nicht am Ölpreis geschraubt.
      Wenn, dann kann der Iran weniger Devisen über Ölverkauf ins Land bringen, da der Export behindert wird.
      2 6 Melden
  • Boadicea 07.08.2018 08:51
    Highlight Eine Freundin, deren Eltern Mitte 70er auf Einladung einer CH-Forschungsanstalt aus dem Iran in die Schweiz kamen, zeigte mir gestern dieses Foto. Eigentlich wollten sie damals nach ein paar Jahren zurück. Aber wegen der islamischen Revolution blieben sie hier. Sie sind alle Atheisten. Das wär dort lebensgefährlich.

    Auf dem Foto sind Iranerinnen, die 1979 gegen den Verschleierungszwang protestieren.

    Für die Hetzer unter euch: Meine Freundin kann weder optisch, noch sprachlich, noch sonstwie von Einheimischen unterschieden werden. Sie ist Ärztin und betreibt eine kleine Dorfpraxis :-)
    46 3 Melden
    • Uli404 07.08.2018 10:55
      Highlight Geht doch in der Geschichte des Iran noch zurück bis 1953.
      16 4 Melden
    • Hexentanz 07.08.2018 11:19
      Highlight Es hat eben viel mit Unwissen und Naivität zu tun, wenn man jetzt behauptet, die USA wären im Iran die Unruhestifter.

      Der Iran leidet wie einige andere Länder unter religösem Extremismus. Das Foto von dir erzählt eigentlich alles.

      Der Iran war ja zu dieser Zeit sehr liberal und westlich. Was dann passierte kann bei bestem willen nicht den USA in die Schuhe geschoben werden.

      Das diese jetzt Sanktionen gegen das Regime verhängen ist völlig angebracht, zumal der Iran Terrororganisationen unterstützt welche den ganzen nahen Osten destabilisieren und extremisieren.
      7 16 Melden
    • Uli404 07.08.2018 13:28
      Highlight Hexentanz: Komm schon, Mossadegh wurde 1953 von der CIA und dem MI6 gestürtzt, mit dem Ziel sich das Öl unter den Nagel zureisssen. Darauf wurde mit dem Schah ein prowestliches Terrorregime installiert.

      Den US gehts nicht um den Terror, sondern nur um den erhalt des Dollar als Weltwährung.

      17 2 Melden
    • opwulf 07.08.2018 17:42
      Highlight ZDF Doku Putsch im Iran schauen, falls sie noch irgendwo zu finden ist.
      3 0 Melden
    • opwulf 07.08.2018 18:46
      Highlight Da der ZDF Dok Film fast nicht mehr zu finden ist, hier noch ein Link zu einem Artikel über den Film auf der Deutsche Welle Rundfunk Seite, datiert in 2013:
      https://m.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768?xtref=https%253A%252F%252Fwww.google.ch%252F
      1 0 Melden
    • Uli404 07.08.2018 21:06
      Highlight opwulf: Danke für den Link.

      Es hat natürlich Gründe warum solche Filme in den Medien nicht auf der Frontseite erscheinen.
      2 0 Melden
  • Wenzel der Faule 07.08.2018 08:08
    Highlight Na ich an Rohanis Stelle würde mich auch nicht mit diesem Scharlatan treffen. Ich könnte mich wohl nicht zurückhalten und würde Trump an die Gurgel gehen.
    Dieser schmierige Grosskotz möchte das Land in Chaos stürzen damit er “Frieden und Demokratie“ bringen kann.
    Solange das Öl fliesst wird es nie Ruhe geben..
    59 9 Melden
  • Uli404 07.08.2018 08:08
    Highlight Der wirkliche Grund ist natütlich wie fast immer ein ganz anderer als der uns verkauft wird.

    Es geht darum, das der Iran sich vom US Dollar abwenden wird und seinen Auslandhandel in andern Währungen abwicklen will.

    Ich hoffe Europa wird sich diesen Sanktionen wiedersetzen. Wer bis heute noch nicht begriffen hat, wer in der heutigen Welt der Aggressor ist, wird es wahrscheinlich nie begreifen.
    41 5 Melden
  • wasihrnichtsagt 07.08.2018 07:47
    Highlight Sanktionen ist eine Form der Kriegsführung, wo die Schwächsten leiden und als Waffe final den Sturz der Regierung herbeizwingen sollen. Die Preise für alltägliche Produkte, für Medikamente, etc... werden unerschwinglich... Nimmt mich wunder wie viele Kinder auf die akosten solcher Sanktionen gehen! Und nicht genug, die USA will die ganze Welt zwingen da mitzumachen!
    33 3 Melden
    • reconquista's creed 07.08.2018 09:51
      Highlight Trump hat ja im eigenen Land bereits gezeigt, wie wenig ihm am Schicksal anderer Menschen - namentlich Kindern - liegt.
      23 1 Melden
  • walsi 07.08.2018 07:43
    Highlight "Trump beschuldigt die «mörderische Diktatur» in Teheran, Terrorismus zu unterstützen und Blutvergiessen, Gewalt und Chaos zu verbreiten. "

    Trump hat da den den Iran mit den USA verwechselt. Die USA haben die Taliban unterstützt, den Irak angegriffen, in Libyen zusammen mit ein paar eropäsäischen Ländern Gadaffi weg gebomt und noch so einges im nahen Osten verbrochen. " Was erlauben Strunz!?"
    69 11 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 07.08.2018 09:46
      Highlight Absolut, wie immer, die Politik Amerikas ist richtig schizophren die Politik.
      12 1 Melden
    • Hoppla! 07.08.2018 12:10
      Highlight Doch, einiges an Halbwissen ist da schon vorhanden. Und es ist meist nicht so einfach wie es von aussen scheint.

      Was hattes du denn z.B. in Libyen gemacht? Gadaffi das Volk "wegbomben" lassen?
      1 12 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 07.08.2018 15:52
      Highlight @hoppla wann und wo hat Ghadaffi auf das Volk gebombt?
      9 0 Melden
    • maga84 07.08.2018 16:00
      Highlight


      Hr. Bolten, Sicherheitsberater von Herrn Trump bei einer Rede an die M.E.K.
      Spätestens ab Minute 2:40 ist es klar wohin es geht...N.B.: Der 40. Jahrestag der islamischen Revolution jährt sich nächstes Jahr.
      6 0 Melden
    • Hoppla! 07.08.2018 18:51
      Highlight Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe vom 20.02.2011 davon, dass auf Demonstraten geschossen und schwere Waffen (u.a. Panzer) einesetzt wurden.

      So, und jetzt noch einmal zu meiner Frage zurück: Was hattes du denn z.B. in Libyen gemacht? Gadaffi das Volk "wegbomben" lassen?
      0 1 Melden
    • Hoppla! 07.08.2018 18:53
      Highlight Ach ja, und betreffend Taliban: Mudschaheddin und Taliban sind nicht ganz dasselbe. Kausalzusammenhang; okay. Mehr aber auch nicht.
      0 1 Melden
    • walsi 07.08.2018 20:35
      Highlight @Hoppla: Die USA erfinden Massenvernichtungswaffen, damit sie gegen ein Land krieg führen können und dabei mehrere 100'000 Zivilisten umkommen. Wer gibt diesem Land das Recht sich aufzuregen wenn eine Regierung gegen Demonstranten vorgeht? Ich finde es nicht gut das gegen Demonstranten mit Gewalt vorgegangen wird. Diese unsägliche Doppelmoral der USA kotzt mich einfach nur an. Zudem, wenn eine Revolution in einem Land Erfolg haben soll muss das von innen kommen und kann nicht von aussen gesteuert werden. Sonst gibt es einen failed state.
      2 0 Melden

Die «Queen of Soul» lebt nicht mehr: Aretha Franklin ist gestorben

Wer Aretha Franklin live erlebte, dem konnte ihre Stimme ins Mark gehen. Ihr wuchtiger Soul liess schnell vergessen, dass sie die wenigsten ihrer Hits selbst schrieb. Zu den Jahren voller sozialer Umbrüche in den USA lieferte Franklins Gesang den Soundtrack.

Wie viele Menschen müssen in diesen Takten Kraft getankt haben: Steil ansetzende Bläser, dazu ein heiter verzerrtes Gitarrenriff und dann eine Aretha Franklin, die mit all ihrem Soul ins Mikrofon schmettert: «What you want / Baby, I got it …

Artikel lesen