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In this photo released by the Syrian official news agency SANA, Syrian soldiers gather around a Syrian national flag in Palmyra, Syria, Sunday, March 27, 2016. Syrian state media and an opposition monitoring group say government forces backed by Russian airstrikes have driven Islamic State fighters from the historic central town of Palmyra, held by the extremists since May. (SANA via AP)

Assad-Truppen bei der Rückeroberung Palmyras.
Bild: AP/SANA

Der «IS» verliert und verliert – setzt die Terrormiliz jetzt auf Giftgas?

Der Verlust Palmyras ist nur die jüngste in einer Reihe von Niederlagen des «IS»: Die Terrormiliz hat in Syrien und Irak einen grossen Teil ihres Territoriums eingebüsst. Das birgt jedoch neue Gefahren.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Schlacht in Palmyra war erst vor wenigen Stunden gewonnen, da verkündete die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad schon die nächste Offensive: Palmyra werde die «Basis» sein, von der aus weitere Militäroperationen gegen die Terrorgruppe «IS» geführt würden. Als nächstes wollen sie Rakka und Deir al-Sor einnehmen, die zwei grössten vom «IS» kontrollierten Städte in Syrien.

Die Niederlage in der Weltkulturerbe-Stadt Palmyra ist nur die jüngste in einer Reihe militärischer Niederlagen der Islamisten. Terroranschläge wie in Paris oder Brüssel verstellen den Blick darauf, dass der «IS» in seinem Stammgebiet in Syrien und Irak bereits seit Januar 2015 schwere Schlappen in Serie einsteckt.

In Syrien dringen Assad-Truppen auf al-Bab vor, eine Hochburg der Terrrormiliz nahe Aleppo. Im Irak bedrohen Regierungssoldaten Mossul, die grösste Stadt in «IS»-Hand. Das US-Militär schätzte im Januar, der «IS» habe im Vergleich zu seiner grössten Ausbreitung im Jahr 2014 etwa 40 Prozent seines Territoriums verloren.

Seitdem hat der «IS» an zahlreichen Fronten weitere Niederlagen erlitten, gegen kurdische Milizen, gegen die Armeen des Irak und Syriens, die jeweils durch Luftangriffe des russischen und US-amerikanischen Militärs unterstützt werden. Im Nordirak hilft auch die Bundeswehr seit Anfang 2015 kurdischen Kämpfern im Anti-«IS»-Kampf.

Im Herzen Syriens: Die zurückeroberte Stadt Palmyra.
karte: google maps

Die Niederlagen scheinen auch auf die Moral der «IS»-Kämpfer zu drücken: «Wir hören ihren Funkverkehr ab. Die Anführer flehen ihre Soldaten an zu kämpfen, doch sie sagen, es sei eine verlorene Schlacht», sagte der Kommandant der irakischen Anti-Terror-Einheiten, Abdul-Ghani al-Assadi der «Washington Post». «Sie weigern sich, Befehle auszuführen und rennen weg.»

Dazu kommt der Verlust mehrerer «IS»-Anführer, der die Terrormiliz schwächt: Am Samstag verkündete US-Verteidigungsminister Ashton Carter den Tod von Abdul al Kaduli. Kaduli verwaltete die Finanzen des «IS», sein Tod dürfte die Finanzierung der verschiedenen Terroraktionen des «IS» erschweren. Erst vor wenigen Wochen hatten die USA den Tod von Omar al-Schischani gemeldet, der Kriegsminister des «IS» war. «Wir eliminieren systematisch ihr Kabinett», sagte Carter bei einer Pressekonferenz im Pentagon.

«Sie schicken nur Autobomben und rennen weg»

Der irakische Anti-Terror-General al-Assadi beobachtet in der Folge einen Strategiewandel des «IS»: «Sie kämpfen nicht. Sie schicken nur Autobomben und rennen weg. Wenn wir sie umzingeln, geben sie entweder auf oder versuchen sich unter Zivilisten zu mischen.»

Hier liegt jedoch auch eine Gefahr, die aus der Schwäche des «IS» resultiert: Die Islamisten könnten versuchen, ihre Misserfolge auf dem Schlachtfeld durch spektakuläre Anschläge auf Städte im Nahen Osten oder Europa zu kompensieren.

Ausserdem fürchten Militärexperten, ein bedrängter «IS» könnte zu seiner äussersten Waffe greifen: Giftgas. In den vergangenen Monaten setzten «IS»-Kämpfer bereits mehrfach Senfgas im Kampf um irakische und syrische Städte ein.

Vor dem militärischen Zusammenbruch könnten die Terroristen versuchen, möglichst viel Leid in der Bevölkerung anzurichten. Um ein solches Drama zu verhindern, sind aber schnelle militärische Erfolge nötig.

Die «New York Times» berichtete Anfang März über einen irakischen Chemiewaffen-Experten des «IS», den eine Spezialeinheit der US-Armee gefangengenommen hatte. Sein Verhör lieferte zwar Gewissheit, dass der «IS» selbst in der Lage ist, Giftgas herzustellen – aber auch Informationen, die die US-Luftwaffe für zwei Angriffe auf Chemiewaffenfabriken in und nahe Mossul nutzte. (ade)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst 29.03.2016 13:47
    Highlight Highlight die kommen wieder jetzt die zerschlagung und dann neuformirung, IS entstand ja auch aus der taliban und anderen extremen gruppierungen... das ist doch alles ein abgekatertes spiel mit dem man geld verdient.. und alle verdienen daran...
  • andersen 29.03.2016 08:59
    Highlight Highlight Die Menschen in der arabischen Raum muss der Frieden jetzt wieder herstellen.

    Mehr als 700.000 Kinder, die auf der Flucht sind, kann nicht in die Schule gehen.
    Das ist allein sehr tragisch.
    Weil die Gefahr somit besteht, dass die Kinder früh heiratet und Kinder bekommen, aber sie können für ihrer Kinder nicht sorgen.
    Alle Kräfte muss die Terroristen bekämpfen und die Einnahmenquellen von sie trocken legen, damit sie nicht weitere Schaden anrichtet.
  • pd90 29.03.2016 08:53
    Highlight Highlight Die Schläfer haben wir trotzdem noch in Europa auch wenn der IS an Boden verliert... man müsste sie wohl komplett zerstören, so dass es keinen Nährboden mehr für ihre Gehirnwäsche gibt.
    • Human 29.03.2016 10:41
      Highlight Highlight Selbst wenn der IS mit einem Schlag vernichtet wäre bleiben die Schläfer und die, die sich im Namen des IS in die Luft sprengen, ist ja bei Al Qaida nicht anders. Wir müssen wohl zwangsläufig mit dieser Gefahr leben, aber unsere Behörden tun mehr als man glaubt wenn man Brüssel und Paris sieht, es wurden viele Anschläge verhindert das sehen nur wenige.

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