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A still image obtained from footage taken by Russia's Defence Ministry on October 5, 2015 shows what it says is the Islamic State forces' military vehicles near a mosque in a residential area in Syria. Russia's defence ministry said on October 6 footage take by one of its drones in Syria shows Islamic State forces moving vehicles close to mosques to protect them from air attack. Footage taken October 5, 2015. REUTERS/Ministry of Defence of the Russian Federation/Handout via Reuters TPX IMAGES OF THE DAY  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES. NO ARCHIVES

Drohnenaufnahmen aus dem Kalifat: Nun setzt auch der «IS» nicht mehr nur Kameradrohnen ein.  Bild: HANDOUT/REUTERS

Tödliche Attacke auf Kurden: Terrormiliz «IS» steigt in Drohnen-Krieg ein

Drohnen sind fester Bestandteil des Anti-Terrorkriegs der USA. Doch auch Terroristen setzen sie immer häufiger ein. Nun hat der «IS» erstmals mit einer Drohne mit Sprengsatz Peschmerga-Kämpfer getötet.

13.10.16, 20:22 14.10.16, 09:55

Britta Kollenbroich



Ein Artikel von

Es erinnert an den Mythos des Trojanischen Pferds: Eine Drohne der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») kracht in der Nähe von Peschmerga-Kämpfern im Nordirak auf den Boden, sie bringen sie in ihr Camp – wenig später explodiert das Fluggerät dort. Zwei kurdische Kämpfer sterben, weitere Menschen werden verletzt, darunter zwei französische Soldaten.

So schildert der Sprecher der Koalitionstruppen im Irak, US-Oberstleutnant John Dorrian, den Vorfall, der sich bereits am 2. Oktober im Norden der «IS»-Hochburg Mossul abspielte und erst jetzt bekannt wurde. Andere Quellen berichten, die Drohne sei abgeschossen worden und beim Aufprall explodiert. Unklar ist auch, ob die Bombe mit einem Zeitzünder ausgestattet war.

A still photograph used in a video shows a downed drone in Deliosman Village, Turkey October 16, 2015. Turkish warplanes shot down the unidentified drone in Turkish air space near Syria on Friday and a U.S. official said Washington believed it was of Russian origin. The Russian defence ministry said all of its planes in Syria had safely returned to base and that all its drones were operating

Viele Kriegsparteien setzen aus Propagandazwecken auf Drohnen – und immer wieder werden Exemplare vom Himmel geholt. Bild: REUTERS TV/REUTERS

Fest steht aber: Der «IS» hat eine handelsübliche Drohne mit einem Sprengsatz versehen und damit Peschmerga angegriffen. Die Drohne habe wie ein Styropor-Flugzeug ausgehen, sagt ein anderer US-Funktionär.

«IS»-Videos weisen auf Drohnen hin

Drohnen sind im Krieg in Irak und Syrien nicht unüblich. Sie sind jedoch vor allem ein fester Bestandteil im Kampf der USA gegen den Terror. Das US-Militär fliegt damit gezielte Angriffe auf Terroristen nicht nur in diesen Ländern, sondern auch im Jemen, Pakistan und Afghanistan und brüstet sich immer wieder mit militärischen Erfolgen.

Auch der IS veröffentlichte in der Vergangenheit Videos, die darauf hindeuten, dass die Terrormiliz Drohnen besitzt. Bislang nutzten die Islamisten die unbemannten Fluggeräte aber vor allem, um Aufnahmen für Propagandazwecke zu machen. Laut New York Times sollen die Fluggeräte seit Beginn des Jahres vermehrt im Kampf eingesetzt worden sein, zum Beispiel, um gegnerische Gebiete auszuspähen.

Kurdish Peshmerga fighters inspect an rocket-propelled grenade (RPG) launcher as they take control of the area, on the outskirts of Mosul February 6, 2015.   REUTERS/Ari Jalal/File Photo

Sie gerieten ins Visier der «IS»-Drohnen: Peschmerga-Kämpfer nahe Mossul. Bild: STRINGER/REUTERS

Demnach berichten Soldaten seit dem Sommer vermehrt von Drohnen in der Nähe von Stützpunkten und an der Frontlinie. Im Juli veröffentlichten die «Syrischen Demokratischen Kräfte» auf Twitter ein Bild, das eine mit Sprengsätzen beladene Drohne des «IS» zeigen soll.

Drohnen sind leicht zu bekommen

Bislang ist der «IS» seinen Gegnern in der Luft unterlegen. Zwar sollen die Terroristen im Irak auch zwei Flugzeuge und Hubschrauber der irakischen Armee erbeutet haben. Doch vermutlich fehlen ihnen Piloten sowie fachkundiges Bodenpersonal und Techniker, um sie zu nutzen.

Eine Sammlung militanter islamistischer Gruppen.

Drohnen hingegen sind einfacher zu bedienen – und es ist nicht schwer, an sie heranzukommen. Im Gegenteil: Die Geräte sind im Handel freiverkäuflich, einige der genutzten Exemplare können zum Beispiel auf Amazon bestellt werden, sagt Dorrian. «Die Technik ist nicht sonderlich komplex.»

Militäranalysten gehen davon aus, dass Drohnen in Irak, Syrien und anderswo ein Problem bleiben. In einem noch unveröffentlichten Bericht, der der «New York Times» vorliegt, warnt das «Combating Terrorism Center» in West Point davor, dass die von Terroristen genutzten handelsüblichen Drohnen in Zukunft mehr Ladung über weitere Strecken transportieren können. Künftig könnten mehr und höher entwickelte Drohnen den Spielraum der Terroristen erweitern und die Gefahr erhöhen, zitiert die Zeitung den Direktor des Zentrums, Don Rassler.

Im Pentagon ist diese Gefahr schon länger bekannt. Erst im Juli beantragte die Behörde 20 Millionen Dollar vom Kongress für den Kampf gegen «IS»-Drohnen. Es ist nicht nur das Risiko von Drohnenangriffen in Kriegsgebieten wie Irak oder Syrien, das das Pentagon und andere Sicherheitsbehörden auf den Plan ruft.

Handelsübliche Drohnen könnten – versehen mit kleinen Sprengsätzen – auch für Terrorangriffe in Europa, den USA oder anderswo genutzt werden. Das deutsche Bundeskriminalamt hält Drohnenangriffe beispielsweise auf Fussballstadien oder Massenveranstaltungen für möglich. Die Behörde hat deshalb nach eigenen Angaben eine Stelle eingerichtet, um den Markt für Drohnenabwehrsysteme zu beobachten und «Erkenntnisse der Länder und des Bundes zur Detektion und Abwehr von Drohnen zu bündeln».

Mit Material von Reuters und AP

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 14.10.2016 09:23
    Highlight Dass Terroristen auf die Idee kommen würden, Drohnen für hinterhältige Attacken auf von ihnen definierte Feinde einsetzen würden, konnte jedeR voraussehen, der etwas "realistisch" ist und das Geschehen beobachtet.
    Dabei ziehen sie mit dem "Staatsterror" gleich, welcher diese Drohnen als Erster entwickelt und eingesetzt hat.
    (Es ist der US-Amerikanische Staats-Terror)
    An meinem Wohnort experimentieren junge Techno-Freaks mit einer ziemlich nervig und heftig surrenden Drohne.
    Vielleicht gibt es mit der Zeit ein neues Hobby für Freizeit-Schützen: "Drohnen abschiessen!"
    Ich sag's ja nur...
    4 1 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 13.10.2016 23:46
    Highlight Effektiver als kostspielig selber Drohnen zu entwickeln wäre die Taktik, gegnerische Waffensysteme unter eigene Kontrolle zu bringen, sie zu zerstören oder für die eigenen Ziele einzusetzen. Das spart Kosten auf der eigenen Seite, und zwingt den Gegner gleichzeitig zu kostspieligen Nachrüstungen. Solange er es vermag. Stuxnet war ein Beispiel. Und eine Warnung.

    US-Drohnen sind nicht sicher:
    http://thehackernews.com/2016/10/drone-siprnet-defence-network.html

    US Nuklear-Waffen sind nicht sicher:
    https://www.wired.com/2016/10/obamas-concerned-ai-hack-americas-nukes

    Cyberwar.
    1 1 Melden

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