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In this photo released on Sunday March 27, 2016, by the Syrian official news agency SANA, Syrian government soldiers rise their weapons with victory signs as they stand on their military truck, in the ancient city of Palmyra, central Syria. The amount of destruction found inside the archaeological area in the historic Syrian town of Palmyra was similar to what experts have expected but the shock came Monday from inside the local museum where the extremists have caused wide damage demolishing invaluable statues that were torn to pieces. (SANA via AP)

Assads Truppen freuen sich über die Rückeroberung Palmyras.
Bild: AP/SANA

Was bedeutet Assads Triumph in Palmyra? Die 3 wichtigsten Fragen und Antworten

Für Syriens Machthaber Assad ist die Rückeroberung Palmyras vom «IS» ein wichtiger Sieg. Doch wie geht es in dem Krieg weiter? Drei Punkte werden nun entscheidend.

Raniah Salloum



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Rückeroberung von Palmyra ist für Syriens Präsident Baschar al-Assad ein grosser Erfolg. Die Bilder der Soldaten des Regimes in den berühmten Ruinen der Oasenstadt gingen um die ganze Welt: ein kollektives Aufatmen, dass die historischen Stätten nicht mehr unter der Kontrolle des sogenannten «Islamischen Staates» («IS») sind.

Doch was bedeutet dieser Sieg für den Kampf gegen den sogenannten «Islamischen Staat» und den Bürgerkrieg in Syrien? Ein Überblick:

1. Müssen die Einwohner Palmyras nun Assads Truppen fürchten?

Das Verhältnis zwischen dem syrischen Regime und vielen Einwohnern von Palmyra ist seit Langem angespannt. Bereits 2011 kam es in der Stadt zu grossen Demonstrationen gegen Assad. Danach ging Damaskus militärisch gegen die Opposition in Palmyra vor. Manche Einwohner der Stadt waren im vergangenen Jahr offenbar so weit, die Terrormiliz dem Regime vorzuziehen: Die Dschihadisten konnten sich bei ihrer Eroberung der Stadt auf einzelne einheimische Schläferzellen stützen. Nur wenn Damaskus nun auf Racheakte verzichtet, werden die Einheimischen, die vor dem «IS» aus Palmyra flohen, sich wieder zurück in ihre Stadt trauen.

2. Wird der «Islamische Staat» weiter zurückgedrängt?

Der Verlust von Palmyra war eine noch grössere Überraschung als nun die Rückeroberung: Der «IS» konnte die von Wüste umgebene Stadt 2015 nur deswegen erobern, weil das Regime einen Grossteil seiner Kräfte von dort abgezogen hatte. Warum es dies tat, ist unklar. Wie sehr der IS geschwächt ist, werden die kommenden Schlachten zeigen: Nach Angaben der Armeeführung rücken die syrischen Truppen als Nächstes in Richtung Deir Al-Sor vor, wo der «IS» seit rund zwei Jahren Positionen der syrischen Armee belagert. Gelingt es Assads Soldaten, die Belagerung zu durchbrechen, wäre dies für den «IS» ein herber Rückschlag: Er müsste um seine Verbindungswege zwischen Syrien und dem Irak fürchten.

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Die Situation in Syrien.
bild: Spiegel online

3. Was bedeutet der Sieg in Palmyra für die Feuerpause in Syrien?

Vor Beginn der Feuerpause hatte sich das syrische Regime auf den Kampf gegen die Opposition konzentriert und den «Islamischen Staat» gewähren lassen. Mit Beginn der Waffenruhe vor vier Wochen änderte sich das: Erstmals nahm Assad mit russischer Unterstützung den Kampf gegen den «IS» ernsthaft auf. Nach der Rückeroberung von Palmyra kann der Diktator seine Kämpfer nun als Bollwerk gegen die Dschihadisten inszenieren. Daran hat die syrische Opposition, deren Milizen bereits seit Jahren den «IS» bekämpfen, aber kein Interesse. Denkbar ist deshalb, dass die Feuerpause aufgekündigt wird. Die nächste Runde der Friedensverhandlungen in Genf, die am 11. April beginnen sollen, dürfte noch schwieriger werden: Nach dem Sieg von Palmyra ist kaum zu erwarten, dass das syrische Regime zu Kompromissen bereit ist.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sunking_Randy_XIV. 30.03.2016 11:07
    Highlight Highlight Zitat aus dem Artikel: "Vor Beginn der Feuerpause hatte sich das syrische Regime auf den Kampf gegen die Opposition konzentriert und den «Islamischen Staat» gewähren lassen."

    Was soll denn das heissen? Das Assad-Regime hatte den IS am Anfang des Bürgerkriegs wohl gewähren lassen, aber das ist Jahre her. Das Regime und der IS bekämpfen sich seit längerer Zeit an verschiedenen Fronten, etwa im Norden und Osten von Aleppo, im östlichen Homs oder in Deir ez-Zor. Assads Truppen hatten sich aus Palmyra zurückgezogen, weil sie vor einem Jahr schlicht total in der Defensive waren.
  • kEINKOmmEnTAR 30.03.2016 08:31
    Highlight Highlight Wird ernsthaft darüber nachgedacht dem IS Platz und Raum zu geben nur um eine politische Meinung durchzudrücken? Das ist doch krank, ich bin raus!
  • demokrit 30.03.2016 08:02
    Highlight Highlight Isrealisch kontrolliert? Eigentlich wären die grünen Zonen in den Händen der FSA.
    • sensen 30.03.2016 11:13
      Highlight Highlight Israelisch kontrolliert: Das sind die Golanhöhen, die sind seit dem 6-tage-Krieg (ich glaube 1967) von Israel besetzt. Grüne Zonen: das sind nicht nur die FSA-Gebiete sondern auch andere Rebellengebiete. Wollten sie nicht mehr Farben benutzen? Die Al-Nusra-Gebiete könnte man meiner Meinung nach auch schwarz statt grün färben.
    • demokrit 30.03.2016 12:39
      Highlight Highlight Huh, ich glaube ich hatte am Morgen noch f.lux (eine Rotverschiebung) aktiv.

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