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Angriffe in Syrien: US-Luftwaffe zerstört 283 Öltanklaster des IS

Der Verkauf von Erdöl ist eine zentrale Einnahmequelle des IS. Nun haben die USA erneut Luftangriffe in Syrien geflogen – und dabei allein an einem Tag 283 Öltanklaster der Terrormiliz zerstört.

24.11.15, 10:04 24.11.15, 10:28


Ein Artikel von

Die USA wollen eine der wichtigsten Einnahmequellen des «Islamischen Staats» («IS») trockenlegen. Schon in der vergangenen Woche wurden rund hundert Öltanklaster der «IS»-Miliz zerstört, jetzt meldet das Pentagon neue Erfolge.

This photo made from the footage taken from Russian Defense Ministry official web site Monday, Nov. 23, 2015 shows fuel tanks  hit during the attack of Russian warplanes in Syria. Russian warplanes on Monday attacked oil extraction, transport and refinement facilities in areas controlled by Islamic State militants. (AP Photo/Russian Defense Ministry Press Service)

Erst hat Russland die Ölproduktion des sogenannten «IS» bombardiert. Eine Aufnahme, die am 23. November veröffentlicht wurde.
Bild: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Die US-Luftwaffe hat demnach bei den jüngsten Angriffen insgesamt 283 Öltanklaster zerstört. Die Angriffe seien am Samstag im Osten Syriens zwischen Hassaka und Deir Essor erfolgt, teilte das Pentagon am Montag mit. Vier Flieger vom Typ A-10 sowie zwei AC-130 seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

A U.S. Air Force A-10 Thunderbolt aircraft from Bagram Air Base flies a combat mission over Afghanistan, in this handout photograph taken on June 14, 2009 and obtained on May 20, 2014. A U.S. Congressional panel has rejected the military's proposal to retire the entire fleet of A-10 close-air support planes, as the annual defense policy bill continues to make its way through the House of Representatives. The White House said retiring the planes would save $4.2 billion through 2019. Picture taken June 14, 2009. REUTERS/Staff Sgt. Jason Robertson/U.S. Air Force/Handout via Reuters (AFGHANISTAN - Tags: TRANSPORT MILITARY) ATTENTION EDITORS - FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Die A-10 «Warthog» (Warzenschwein) ist ein todbringendes, gefürchtetes Erdkampfflugzeug.
Bild: X80001

Die Piloten hätten zunächst im Tiefflug Flugblätter abgeworfen, in denen die Fahrer der Laster zur Flucht aufgefordert wurden, sagte Steve Warren vom US-Militär. Bei den Fahrern handele es sich oft nicht um Dschihadisten.

A-10-Flieger bei einer Übung, die jedoch erahnen lässt, zu was diese Geräte fähig sind. Zum Einsatz kommen Bomben, Luft-Boden-Raketen vom Typ Maverick und vor allem das schwere Maschinengewehr.
YouTube/Daily Military Defense & Archive

Der Verkauf und die Förderung von Erdöl sind zentrale Einnahmequellen der «IS»-Miliz. So nimmt sie Schätzungen zufolge jährlich rund eine halbe Milliarde Dollar ein. (Mehr über die Finanzquellen des IS liest du hier.)

«Operation Flutwelle II»

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte bereits im Oktober in einer Anhörung vor dem Senat in Washington angekündigt, dass die vom «IS» besetzten Ölförderstätten stärker unter Beschuss genommen werden sollten, um den Terroristen eine wichtige Einnahmequelle zu nehmen. Doch oft konnten die vom «IS» bezahlten Ingenieure die Schäden auf den Ölfeldern zügig wieder reparieren.

This photo provided by the U.S. Air Force, taken Aug. 11, 2010, shows an AC-130 Spectre from the 16th Special Operations Squadron flying a training mission at Cannon Air Force Base, N. M. The Army Green Berets who called in the deadly strike on the Doctors without Borders trauma center in Afghanistan were aware it was a functioning hospital but believed it was under Taliban control, raising questions about whether the air strike violated international law. (U.S. Air Force photo/Master Sgt. Jack Braden via AP)

Ein «Gunship» vom Typ AC-130.
Bild: AP/U.S. Air Force

Bis Mitte November waren die USA davor zurückgeschreckt, die Tanklastwagen zu bombardieren, in denen der «IS» das Öl transportiert. Zu gross war die Sorge vor zivilen Opfern. Die Pariser Terroranschläge haben diese Bedenken beseitigt. Auch Russland fliegt seit Kurzem Angriffe auf Produktionsanlagen des «IS».

Die aktuellen US-Angriffe sind Teil der «Operation Flutwelle II». Damit hat das Pentagon einen symbolträchtigen Titel gewählt: Als «Operation Flutwelle» hatten die USA im Zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf die von der deutschen Wehrmacht besetzten Ölförderanlagen in Rumänien bezeichnet.

Eine AC-130 beim Trainingsschiessen.
YouTube/Daily Military Defense & Archive

aar/AFP/AP

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Soaring 24.11.2015 12:51
    Highlight 1. Frage: WARUM HABEN SIE DIES NICHT SCHON LANGE GEMACHT?!

    2. Warum tun sie so, als ob sie die Tanklaster bombardiert hätten, wenn es eigentlich die Russen waren?
    http://mobil.derstandard.at/2000025993872/Russland-bombardiert-IS-Oelanlagen

    => Das erklärte Ziel der USA ist und war immer ASSAD LOSZUWERDEN! Dafür brauchen sie den IS, da sie selbst ja nicht einfach eine Regierung stürzen können. Es geht um die Kontrolle über die Ressourcen der Region. Wer das nicht sieht, ist naiv oder hält sich beide Augen und Ohren zu.
    4 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 26.11.2015 11:57
      Highlight Welche Ressourcen?
      1 0 Melden
  • ferox77 24.11.2015 12:46
    Highlight Die Vorzeigeländer des Arabischen Frühlings sind in erster Linie Syrien, Libyen, Irak und Ägypten. Der hochgejubelte Arabische Frühling war nichts anders als eine Destabilisierungsoffensive. Nur wer vom Nahen Osten und den arabischen Ländern keine Ahnung hat und glaubt, man könne westliche Systemformen einfach so übertragen, der glaubte an den Arabischen Frühling im Sinne einer Demokratisierung.
    4 0 Melden

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