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epa04698278 A picture made available 10 April 2015, shows Iraqi soldiers training near the town of Jurf Al-sakher, southwest of Baghdad, Iraq, 9 April 2015. According to security officials Iraqi troops have made significant gains as the offensive against the group calling itself the Islamic State (IS) in Iraq's western Anbar province continues, launched 08 April lfollowing gains made in Tikrit.  EPA/KHIDER ABBAS

Soldaten der irakischen Armee bei einer Trainingseinheit südlich von Bagdad. Bild: KHIDER ABBAS/EPA/KEYSTONE

Kampf gegen den IS: Irak startet Gegenangriff auf Ramadi

Die Offensive läuft: Die irakische Armee und verbündete Milizen rücken in der Provinz Anbar vor, Ziel ist die Rückeroberung von Ramadi. Doch der «Islamische Staat» hat Gebiete grossflächig vermint.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Seit Tagen laufen die Vorbereitungen, nun hat die Operation offenbar begonnen. Irakische Truppen haben nach Regierungsangaben die Rückeroberung der von der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) kontrollierten Provinz Al-Anbar im Westen des Landes gestartet. «Die irakische Regierung hat grünes Licht für den Beginn der militärischen Operation mit Beteiligung von Armee, Freiwilligen und bewaffneten Stämmen gegeben», sagte ein Regierungsvertreter.

Iraks Verteidigungsminister bestätigte die Initiative via Facebook. Die kürzlich vom IS eroberte Provinzhauptstadt Ramadi wurde dabei nicht namentlich genannt. Offenbar trägt die Operation den Titel «Labeyk Ya Hussein».

Bereits am Wochenende hatten Augenzeugen von umfangreichen Truppenbewegungen in der Region berichtet. Demnach startete eine Kolonne von schiitischen Milizen und irakischer Armee in Richtung Ramadi. Die Einheiten sollen von einem Stützpunkt in der Nähe aufgebrochen sein. Es kam offenbar auch zu ersten kleineren Zusammenstössen, die wirkliche Offensive hat aber offiziell erst jetzt begonnen.

Auch die Gegenseite hat sich in den vergangenen Tagen vorbereitet. Wie die BBC berichtete, haben die Islamisten rund um Ramadi umfangreiche Minenfelder angelegt, um die erwartete Offensive zu stoppen. Zudem seien Verteidigungsposten errichtet worden.

Nach Kritik aus Washington hatte es zuletzt eine Diskussion über den Zustand der irakischen Armee gegeben. Die Regierungstruppen hatten die Stadt, nur rund 100 Kilometer westlich von Bagdad, am vergangenen Wochenende fluchtartig verlassen. Dem IS fielen unter anderem Panzer, gepanzerte Truppentransporter und Artilleriegeschütze in die Hände, mit denen die Miliz den Ort nun verteidigen kann. Regierungschef Haidar Al-Abadi hatte die Rückeroberung von Ramadi «innerhalb von Tagen» angekündigt.

Ramadi: Flucht vor dem IS-Terror

Hochsymbolischer Titel der Offensive

Der Titel der Aktion, den Ahmed Al-Assadi, Sprecher der schiitischen Milizen-Allianz, verriet, ist bemerkenswert. Übersetzt bedeutet er in etwa «Dir zu Diensten, Hussein» – eine Anspielung auf Hussein, den Enkel des muslimischen Propheten Mohammeds.

Dieser Name hat einen klaren konfessionellen Beigeschmack: Hussein spielt vor allem für die Schiiten eine zentrale Rolle: Jedes Jahr betrauern die Schiiten seinen Märtyrertod in der Schlacht von Kerbala 680, in der die Anhänger Husseins von den Truppen des zweiten Umayyaden-Kalifen Yazid I. besiegt wurden. Sein Tod zerstörte die Hoffnung seiner Anhänger, dass Hussein doch noch Anführer aller Muslime werden könnte. Damit war die Spaltung der Muslime zwischen Sunniten und Schiiten endgültig besiegelt.

jok/ras/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 27.05.2015 12:06
    Highlight Highlight Die militärische Stärke des Daesh (IS) ist sein Fanatismus. Das verleiht ihm Kampfkraft und, im Gegensatz zu dem unmotivierten Haufen der Syrer und Iraker, eine durchschlagende Wirkung. Eine Lieblingsstrategie des IS ist es, Lastwagen mit Sprengstoff zu bepacken und einen Fahrer bzw. Selbstmordattentäter auf den Weg zu schicken. So konnte Ramadi erobert werden.
    Eine solch fanatisierte Truppe kann man, sofern man selbst nicht einen vergleichbaren Fanatismus mitbringt, nur mit perfekter Organisation und technischer Überlegenheit besiegen.
    • zombie1969 27.05.2015 12:29
      Highlight Highlight 2)
      Die Syrer und Iraker verfügen weder über das eine noch über das andere. Die syrische Armee ist ausgezehrt und abgekämpft und hält sich nur dank der Hizbollah-Milizen über Wasser. Die irakische Armee gibt es eigentlich nur noch auf dem Papier.
      Weder Syrien noch Bagdad werden mit diesen Mordbrennern alleine fertig werden. Die alliierten Luftangriffe wirken nur begrenzt. Der Feind hat sich längst auf die Bedrohungslage aus der Luft eingestellt.

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